Studie

„Wir sind gestärkt aus der Krise gekommen“

Viele Mittelständler hat die Krise im vergangenen Jahr mit voller Wucht getroffen. Wie es der KTR Kupplungstechnik GmbH ergangen ist und mit welcher Strategie sie heute antritt, erklärt Geschäftsführer Josef Gerstner, einer der Teilnehmer der Studie von VDI nachrichten und Simon-Kucher & Partners.

VDI nachrichten: Herr Professor Gerstner, laut unserer Studie mussten mehr als drei Viertel der befragten Firmen 2009 Umsatzeinbußen hinnehmen. Wie sind Sie durch die Krise gekommen?

Gerstner: Auch wir haben die Auswirkungen der Rezession zu spüren bekommen – und mussten gegenüber 2008 einen Umsatzrückgang von rund 30 % auf 83 Mio. € verkraften. Unser Gewinn schrumpfte um rund 10 %.

Welche Erwartungen knüpfen Sie an 2010?

Das Geschäftsjahr 2009 haben wir genutzt, um unsere Prozesse vom und zum Kunden noch effizienter zu gestalten. Darüber hinaus haben wir unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeit forciert und neue Produkte bis hin zur Markteinführung entwickelt. Wir sind also sehr gut aufgestellt und gestärkt aus der Krise herausgekommen. Ich rechne damit, dass die Erlöse 2010 das Niveau von 2008 wieder erreichen werden.

Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen, um die negativen Auswirkungen der Krise zu reduzieren?

Im März 2009 haben wir in einigen Bereichen Kurzarbeit eingeführt und die Arbeitszeit um rund 50 % heruntergefahren. Andere Sparten, wie beispielsweise den Vertrieb, haben wir hingegen ausgebaut, um eine verstärke Marktpräsenz zu realisieren. Den Abbau von Arbeitsplätzen konnten wir jedoch aufgrund interner Maßnahmen verhindern.

Interne Maßnahmen? Was heißt das konkret?

Die Geschäftsleitung bis hin zum Mitarbeiter an der Werkbank haben auf einen Teil ihres Gehaltes verzichtet – und zwar in der Größenordnung von 10 % bis 14 %.

Haben Sie das Gefühl, dass die Rezession tatsächlich überstanden ist?

Was das produzierende Gewerbe angeht, ist das Tal der Tränen wohl durchschritten. Kopfschmerzen bereiten mir hingegen die Schuldenproblematik einiger südeuropäischer Staaten und die damit einhergehende Gefahr der Währungsinstabilität. Und zwar vor allem deshalb, weil diese Situation einige Investoren verunsichert – und somit Projekte verschoben oder sogar gestrichen werden könnten.

Erwarten Sie kurzfristig einen kräftigen und nachhaltigen Aufschwung?

Dazu bedarf es sicherlich des Blicks in die Glaskugel. Fakt ist aber, dass unsere Kunden im Zuge der Krise ihre Lagerbestände abgebaut haben und diese nun wieder gefüllt werden. Darüber hinaus profitieren wir von der allgemeinen Konjunkturerholung.

In den ersten Monaten 2010 haben wir daher einen kräftigen Aufschwung verzeichnet. Grundsätzlich schließe ich jedoch nicht aus, dass vor allem aufgrund der hohen Staatsverschuldungen im Euroraum auch die Konjunktur einen erneuten Rückschlag hinnehmen muss.

Hat die Erfahrung Krise die strategische Ausrichtung Ihres Unternehmens verändert?

Unsere strategische Ausrichtung ist langfristig angelegt – und wird auch nicht durch Krisen vorschnell über Bord geworfen. So haben wir auch während der Rezession unsere Strategie mit dem Ausbau unserer Aktivitäten in den weltweiten Wachstumsmärkten konsequent fortgesetzt.

Erst vor Kurzem wurde etwa eine neue Produktionsstätte in Indien in Betrieb genommen. Darüber hinaus werden wir in den nächsten Monaten am Standort Deutschland einen neuen Bürokomplex bauen.

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie sich gegen künftige Krisen wappnen?

Die entscheidende Maßnahme ist, dass wir vor allem aufgrund unserer sehr effizienten Arbeitsteilung flexibel auf Marktveränderungen reagieren können. Schwankungen von minus 10 % bis 15 % können wir ohne Weiteres auffangen, ohne dass die Profitabilität darunter leidet.

Haben sich Ihre Prioritäten im Zuge der Krise verschoben?

Wichtig war und ist uns vor allem eine finanzielle Unabhängigkeit – und die hatten wir sowohl vor der Krise als auch zum aktuellen Zeitpunkt. So finanzieren wir alle unsere Aktivitäten aus dem Cashflow und haben bisher keinen Cent Schulden gemacht.

Die restriktive Kreditvergabe der Banken hat Sie also nicht betroffen?

Indirekt haben wir die Kreditklemme durchaus zu spüren bekommen. Einige unserer Kunden hatten Schwierigkeiten, einen Kredit zu erhalten. So ging uns der eine oder andere Auftrag verloren. F. VON DEN DRIESCH

Von F. Von Den Driesch

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