Personalmanagement

Wer nicht funktioniert, wird rücksichtslos ausgemustert

Manager tragen gesellschaftliche Verantwortung, die weit über die Gewinn- und Verlustrechnung hinausgeht, so der Münchener TU-Professor Horst Wildemann in seinem folgenden Beitrag. Würden hingegen Geld und Habgier als zentrale Werte angesehen, könne das nur im Zusammenbruch der gesellschaftlichen Ordnung enden.

Man kann es sich einfach machen: Geld soll das Maß aller Dinge sein. Mehr ist gut, weniger ist schlecht. Wenn ein Management es nicht schafft, im Quartalsrhythmus die Gewinne zu steigern, muss es weg.
In Europa, so haben Untersuchungen ergeben, kann sich ein Vorstandschef heute im Durchschnitt nur noch 6,5 Jahre im Amt halten. In den USA, dem Heimatland des Shareholder Value, sind es immerhin noch 9,5 Jahre. Die Ursache dafür ist die wirtschaftliche Misere auf dem alten Kontinent.
In der Krise wird gefeuert, weil die Ergebnisse nicht mehr wachsen. Die Frage „kann das richtig sein?“ muss mit Nachdruck gestellt werden. Wollen wir tatsächlich eine unternehmerische Elite, die nur am Gewinn gemessen wird?
Wir sollten unbedingt etwas anderes wollen. Denn die Konsequenz der reinen Lehre vom „Mehr“ führt in eine Sackgasse: Wenn der Kapitalismus für nichts anderes mehr da ist, als ununterbrochen mehr Kapital zu produzieren, dann wird das Geld zum zentralen Selbstzweck der Unternehmen, des Managements – und der ganzen Gesellschaft. Habgier als zentraler Wert einer Gemeinschaft kann nur im Zusammenbruch der gesellschaftlichen Ordnung enden. Hier hilft auch kein Trick.
Die Trennung von Unternehmen und Gesellschaft in dem Sinne, dass im Unternehmen andere Werte gelten sollen als in der Freizeit, kann heute nicht mehr gelingen. Das Arbeitsleben, das Einkommen, der soziale Halt in der Firma und schließlich der gesamte Wertekatalog der Menschen sind untrennbar mit dem Zusammenhalt der Gesellschaft verknüpft.
Das Ökonomische steht im Zentrum der zeitgenössischen sozialen Strukturen und Werteordnung. Die Gesellschaft bezieht ihre Werte immer stärker aus der Welt der Wirtschaft. In dieser Situation rückt die Wertorientierung der Führungskräfte an eine zentrale Stelle: Sie bestimmen, nach welchen Regeln das ökonomische Alltagsleben der Menschen abläuft, sie geben vor, welche Ziele verfolgt werden sollen und sie dienen als gesellschaftliche Vorbilder. Sie tragen damit eine Verantwortung, die weit über die Gewinn- und Verlustrechnung hinausgeht.
Gleichzeitig stehen die Wirtschaft und insbesondere ihre handelnden Personen im Mittelpunkt eines öffentlichen Interesses, das beständig zunimmt. Das Bewusstsein der Bürger, mehr von der Ökonomie abzuhängen als von der gewählten Regierung, ist nicht zu Unrecht weit verbreitet.
Politiker ziehen sich immer mehr auf eine Verwaltung der wirtschaftlichen Ressourcen zurück. Sind sie aber in der Lage, eigene gesellschaftlich relevante Ziele zu setzen? So bleibt wieder einmal nur die Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung, der mit einem Schlag alle Probleme der Arbeitslosigkeit und der Finanzierung der sozialen Netze lösen kann. Durch zusätzliche Gesetze, durch neue Anforderungen der Konsumenten, der Kapitaleigner und Anleger, durch neue Wünsche der Kreditwirtschaft und der Börsen wird das Umfeld Wirtschaft einem wahren Veränderungsstress ausgesetzt.
Doch so tumultuös die Veränderungen auch sind, von einer Führungskraft wird die Erfüllung aller Normen und Moden erwartet. Nachhaltigkeit, Korrektheit in jeder Hinsicht, soziale Verantwortung und Innovation sind noch die geringsten Anforderungen. Wer als Manager nicht schnell genug mitschwimmt, ist genau so schnell von gestern. Er wird rücksichtslos ausgemustert. Ausreden gibt es da nicht.
Wir können aber keine Verantwortung verlangen, wenn wir gar nicht wissen, wofür und auf welche Weise ein Manager Verantwortung empfinden und tragen soll. Die Forderung nach Neugestaltung der sozialen Netze, Globalisierung, Umweltschutz, Dritter-Welt-Hilfe, der Abbau der Hierarchien, der Aufstieg des Outsourcing- und Internet-Managements sowie die Entwicklung vernetzter Strukturen mit verteilter Führungsverantwortung sind nur ein Teil der Vorschläge, mit denen sich die Unternehmensführung auseinander setzen muss. Es ist eine der großen Aufgaben herauszufinden, wo die Schwerpunkte liegen sollen und welche Grundbestandteile zu einer richtig verstandenen Führungsverantwortung gehören. Führungsverantwortung ist somit aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.

Führungsverantwortung zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung
Aus Sicht der Nachhaltigkeit bezieht sich die Führungsverantwortung auf die Dimensionen: Ökologie, Soziales, Ökonomie und Gesellschaft, wobei zugrunde gelegt wird, dass das Unternehmen als politisches System verstanden wird, an das Anforderungen und Erwartungen gerichtet werden und aus dem autorisierte Entscheidungen und Handlungen in das Umfeld eingebracht werden. Diese Perspektive stellt damit Führungsverantwortung als Primat der Politik und nicht als Primat des Rechtes als Grundlage der Verantwortung in den Vordergrund.

Verantwortung aus interner und externer Perspektive
Um Führungsverantwortung aus einem internen Standpunkt abzuleiten, stehen Personen, Aktivitäten und Entscheidungen im Mittelpunkt. Personen können aufgrund ihrer Eigenschaften und Einstellung zu spezifischen Werten und Normen der Gesellschaft die Art der Führung eines Unternehmens beeinflussen, sie ermöglichen oder blockieren Verantwortung für das unternehmerische Handeln, für die durchgeführten Aktivitäten und für die getroffenen Entscheidungen. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass die getroffenen Entscheidungen und das damit verbundene Handeln nach außen wirken. Aus externer Perspektive werden mit dem Unternehmen und der Führung implizite und explizite Erwartungen verbunden, die aufgrund der Aktivitäten des Unternehmens in unterschiedlicher Weise erfüllt werden und ihre intendierte Wirkungen entfalten. Die Wirkung der Unternehmensaktivitäten und der damit zum Ausdruck gebrachten Führungsverantwortung hängt aber auch von der Wahrnehmung der einzelnen Personen einzelner Interessengruppen ab.

Führungsverantwortung aus der Sicht verschiedener Interessensgruppen
Der Kunde ist König und der Mitarbeiter ist der Schlüssel zum Erfolg. Eine Maxime, nach der in den meisten erfolgreichen Unternehmen gehandelt wird. Die Bedürfnisse der Kunden sind zufrieden zu stellen und dadurch der Absatz der eigenen Produkte und Dienstleistungen zu ermöglichen. Dabei sorgen die Mitarbeiter für die notwendigen Innovationen und geforderten Qualitätsstandards. Führungsverantwortung ist somit nicht ein „Zauberwort“, das einer ausgewählten Elite im Unternehmen vorbehalten bleibt, sondern vom Top-Management bis zum Meister, Abteilungs- und Gruppenleiter sind alle als Führungskräfte involviert. Grundvoraussetzung dafür ist die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der Mitglieder einer Wertschöpfungskette, interne und externe.
Führungskräfte sind damit allen externen und internen Zielgruppen gegenüber verpflichtet und tragen diesen gegenüber auch eine entsprechende Verantwortung. Zudem verstärkt sich die Diskussion um die Verantwortung von Unternehmen gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt und hat Einfluss genommen auf das politische Selbstverständnis und die externe Wahrnehmung von Führungsverantwortung durch die Bevölkerung.
HORST WILDEMANN

Von Horst Wildemann

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