Personalmanagement

Wenn der Chef auch die gute Fee spielt

In der IT-Branche tobt der Kampf um qualifiziertes Personal. Mit Aktienoptionen und anderen „Leckereien“ versüßen die Unternehmen ihren Mitarbeitern das Arbeitsleben. „Bleib“ doch bei mir“, lautet die Botschaft.

In einem Märchen würde die Personalanzeige so klingen: „Tischlein-deck-dich sucht Traumprinzessin/Traumprinzen. Garantierte Geschenke: drei freie Wünsche und eventuell ein eigener Goldesel.“ Die gute Nachricht: In der IT-Branche werden Märchen wahr. Die fatale Personalsituation hat dazu geführt, dass auch mittelständische Unternehmen und Startups ihren fachlich versierten und Überstunden-geprüften Mitarbeitern ordentlich etwas auftischen, um diese seltene Spezies an sich zu binden. Schließlich lauert bei jedem Telefonklingeln die Gefahr, dass ein Headhunter die Stützen der Firma weglockt. Die Fluktuation ist groß. „In unserem Geschäft können gute Leute theoretisch jeden Tag ein Vorstellungsgespräch haben“, sagt IT-Consultant Hardy Range aus Essen. Die potenziellen Kandidaten brauchen nicht bescheiden sein und können zugreifen: Firmenhandy, Firmenauto – das sind längst Standards. „Darüber spricht man bei der Einstellung schon gar nicht mehr“, sagt Range.
Größere Unternehmen bieten zudem sehr hohe Gehälter. „Das kann bei Leuten mit besonderen Kenntnissen und Berufserfahrung bis zu 190 000 DM jährlich gehen“, sagt Markus Schuster von der auf den IT-Bereich spezialisierten HGJ Unternehmensberatung in Kirchheim bei München. Aber auch Quereinsteiger können sich nicht beklagen: Fachfremde Ingenieure mit Branchenkenntnissen starten meist mit 75 000 DM bis 80 000 DM. Doch der Personalberater und „Headhunter“ stellt immer wieder fest: „Geld ist wichtig, aber nicht der allein glücklich machende Faktor“.

Die Erfahrung zeigt, dass Geld allein nicht glücklich macht

Das ist besonders tröstlich für die jungen und mittelständischen Unternehmen, die bei hohen Gehaltswünschen passen müssen. Sie warten mit anderen „Leckereien“ auf, um ihre Leute bei der Stange zu halten. Mitunter wirken die Bemühungen ein wenig belustigend, schmecken den Betroffenen aber ganz gut: beispielsweise die täglich kostenlos gereichten Brötchen beim Hamburger E-Commerce-Dienstleister Sinner Schrader. Das Frühstücks-Angebot sei „Bestandteil der Effizienz“, versichert Sprecher Marc Pohlmann. „Da können die Mitarbeiter den Projektleiter neben dem Nutella-Glas treffen und Probleme besprechen“. Teamarbeit mit kulinarischem Akzent. Zum Motivations-Programm gehören selbstverständlich der kostenlose Segelunterricht und sogenannte Incentive-Reisen. Manche Unternehmen erfreuen ihr personifiziertes „Firmenkapital“ durch Gutscheine für das Fitness-Center gegenüber. Andere setzen auf Familienidylle und laden den Mitarbeiter samt Kind und Kegel zu Ausflügen ein. Sogar Prämien sollen einige Unternehmen angesichts der Experten-Ebbe bezahlen, wenn ein Mitarbeiter einen neuen Kollegen ins Boot holt. Das alles ist total normal. Thomas Jung, Netzwerk-Consultant bei der Datanet Computervertriebsgesellschaft mbH in Pliezhausen, erinnert sich gern an den von der Firma gesponserten Ski-Urlaub zurück. Auch er hat die Erfahrung gemacht, dass erfahrene Leute in der Branche die Konditionen diktieren. „Du kannst fast alles fordern, was du haben willst.“ Das können auch Aktienoptionen sein – in der Branche als „stock options“ gehandelt.
Fast alle Start-ups und viele Mittelständler setzen neben den weichen Faktoren zur Beglückung ihrer Mitarbeiter nämlich doch auf einen ganz harten, monetären Trumpf: Aktienoptionen, die die Mitarbeiter nach nach einer bestimmten Sperrfrist einlösen können. In den USA ist dieses Modell bereits seit Jahren weit verbreitet. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft für Partnerschaft in der Wirtschaft beteiligten 70 % der 200 Unternehmen, die 1999 in Deutschland an den Neuen Markt gingen, ihre Mitarbeiter am Unternehmen. Die E-Commerce-Firma Intershop Communications in Hamburg war Pionier und sorgte mit diesem Schritt für Furore. Ein Star in der IT-Welt zog kürzlich nach: SAP. Nicht wenigen Arbeitnehmern in der Branche haben die Aktienoptionen Reichtum beschert: So stieg der Aktienkurs des Münchener Medien-Konzerns EM.TV&Merchandising seit dem Start am Neuen Markt im Oktober 1997 um über 14 000 %.
Zwischen 2003 und 2010 werde die Mehrheit der Belegschaft erfolgsorientiert entlohnt, besagt denn auch die Delphi-Studie, die das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung in Karlsruhe für das Bundesforschungsministerium unternommen hat. „Das ist schon ein wichtiges Instrument zur Bindung“, bestätigt Rainer Hill von der Brokat AG in Stuttgart, die im letzten Oktober den Weg an die Börse gegangen ist.
Unterstützt wird diese Ansicht auch von Dr. Alexandra Hein von der PbS AG in München, die in der Studie „Personalstrategien in expansiven Märkten – Mitarbeiterbindung und -motivation am Beispiel der IT-Branche“ herausgefunden hat, dass gerade Mitarbeiterbeteiligungsmodelle in der Gunst der Betroffenen hoch im Kurs stehen und als „stark bindungsfördernd“ genannt werden. Dennoch hat sie – wie der Personalberater Markus Schuster aus München – einen Widerspruch ausgemacht: Die Wirkung immaterieller Anreize sei viel höher einzuschätzen als Chefs dies häufig wahrnehmen. Materielle Anreize als Bindungsinstrumente seien fast ausgeschöpft. Die Unternehmen müssten den marktüblichen Standard bieten, um qualifizierte Fachkräfte überhaupt zu interessieren. Der nächste Schritt – die Anbindung – erfolge eher durch immaterielle Anreize. Dazu zählen u.a. flexible Arbeitszeiten und Entwicklungsmöglichkeiten. CLAUDIA HANTROP
Wünsch“ dir was: IT-Spezialisten sind gefragt und können sich aus dem Angebots-Meer die Rosinen herauspicken.

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