Management

Von Vertrauen, Wertschätzung und Leidenschaft

Die 3M Deutschland GmbH steht bei ihren Mitarbeitern hoch im Kurs. Dies bestätigt, dass das Unternehmen mit Sitz in Neuss unlängst Platz eins im Wettbewerb „Deutschlands Bester Arbeitgeber 2010“ belegte. Und auch auf europäischer Ebene schafft es der Global Player ganz nach oben auf der Beliebtheitsskala. Dahinter steht ein Konzept, das nicht nur Josef Mrozek, Arbeitsdirektor bei 3M Deutschland, gefällt – 96 % seiner Mitarbeiter beurteilten ihren Arbeitsplatz als sehr gut.

Draußen steht die Hitze. Die Sonne spiegelt sich im gläsernen Bau der Hauptverwaltung der 3M Deutschland GmbH in Neuss. Innen ist jedoch von Temperaturen jenseits der 30° C nichts zu spüren. Angenehme Kühle. Josef Mrozek steht im grauen Anzug mit weißem Hemd im unternehmenseigenen Forschungszentrum vor einem riesigen roten Würfel aus Lack. Dieser bestehe aus unzähligen Fächern, alle gespickt mit Technologien und Produkten von 3M, erzählt der Arbeitsdirektor. Dann weist er den Weg in den Konferenzraum.

Ein Lächeln. „Wir sind stolz, dass es in diesem Jahr schon wieder geklappt hat.“ Er spricht davon, dass 3M zum siebten Mal in Folge am Wettbewerb „Deutschlands Beste Arbeitgeber“ teilgenommen hat. Seit 2006 reihe sich für 3M eine Topplatzierung an die nächste und in diesem Jahr Platz eins. Doch damit nicht genug: „Im Mai wurden wir vom „Great Place to Work-Institut“ auch auf europäischer Ebene als einer der besten Arbeitgeber ausgezeichnet. Mitgemacht haben 1300 Unternehmen aus 18 europäischen Ländern und wir haben in der Gruppe der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern den vierten Platz belegt.“

Der Arbeitsdirektor fährt fort und erklärt den Fragebogen, den seine Mitarbeiter im Rahmen des Wettbewerbs „Deutschlands Beste Arbeitgeber“ ausgefüllt haben. Abgefragt wurde vom „Great Place to Work“-Institut unter anderem, wie fair sich die Mitarbeiter von ihrem Arbeitgeber behandelt fühlen, für wie glaubwürdig sie ihr Unternehmen erachten und wie hoch ihrer Meinung nach der Teamgeist im Unternehmen sei. 96 % der befragten rund 300 Mitarbeiter der 3M Deutschland GmbH beurteilten ihren Arbeitsplatz als sehr gut. Das ist die Auswertung der Frage mit der Nummer 62 und an diese erinnert sich der Arbeitsdirektor genau.

Dass ihm die 96 % auf der Zunge zergehen, das sagt er nicht. Überhaupt macht er um das alles wenig Aufheben. Vielmehr erklärt er den Weg zu diesem Traumergebnis wie einen – mehr oder weniger gewöhnlichen – Spaziergang. Das einzig Außergewöhnliche scheint, dass dieser „Spaziergang“ ein sehr langer ist: „Angefangen hat alles im Jahr 2003, als wir in der Personalpolitik eine neue Strategie implementiert haben und zwar die Agenda 2006.“ Das sei eine personalpolitische Maßnahme für eine sich verändernde Welt gewesen, so Mrozek. Inzwischen heiße die Strategie „Roadmap 2013“, was darauf hindeutet, dass der Spaziergang noch nicht zu Ende ist.

Ein Hauptziel dieser Personalpolitik sei es, die Mitarbeiter am Unternehmen zu beteiligen – in jeglicher Hinsicht. Und der Arbeitsdirektor erklärt die verschiedenen Beteiligungsformen, die 3M ins Leben gerufen hat: Beispielsweise das Aktienkaufprogramm, das Mitarbeitern einen 15 %-igen Nachlass auf die Unternehmensaktien gewährt, oder das 13. Monatsgehalt, das je nach Unternehmenserfolg zwischen 60 % und 150 % des jeweiligen Gehaltes beträgt. „Selbst im Krisenjahr haben wir 90 % ausgezahlt.“

Und Mrozek fährt fort, denn seine Roadmap ist noch lange nicht vollständig: Da wären noch die betriebliche Altersvorsorge, im Rahmen derer die Mitarbeiter eine kostenlose Altersvorsorge erhalten, das Thema Work-Life-Balance sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Für all das hat Mrozek längst einen Platz auf der Roadmap 2013 gefunden: „Work-Life-Balance, das heißt Sport, Kultur, Gesundheit und Wellness sowie Ernährung. Wir haben hier im Haus ein Fitnessstudio und bieten unseren Mitarbeitern beispielsweise Gerätetraining und verschiedene Kurse wie Yoga sowie Massagen an“, erklärt der Personaldirektor.

Das klingt wie ein Losgewinn. Oder wie der berühmte Platz an der Sonne. Mrozek lächelt. Und er macht es kurz: „Unsere wirklich große Aufgabe ist es, 3000 Beschäftigten zu signalisieren, dass wir sie und ihre Arbeit schätzen und ihre Talente im Berufsleben weiterentwickeln. Denn wir glauben, dass das für eine älter werdende Belegschaft extrem wichtig ist.“ Denn was sich so paradiesisch anhört, ist für den Personalchef harte Arbeit: Die Fluktuationsrate bei der 3M liegt bei 1 %. Rund 30 % der Mitarbeiter sind 50 Jahre und älter. Über 60 % sind zwischen 30 und 50 Jahre.

„Hier geht es um Lebensarbeitszeit, das heißt wir müssen uns fragen, wie wir es schaffen, dass der Einzelne bei 3M so arbeiten kann, wie er es sich vorstellt und so, dass er gerne bei uns arbeitet. Deswegen müssen die Rahmenbedingungen sich den Lebensphasen der einzelnen Mitarbeiter anpassen.“

Doch das allein reiche laut Mrozek nicht aus. „Seit zwei Jahren implementieren wir stärkenorientiertes Führen in unsere Unternehmenskultur, wir nennen es ,Stärken stärken“.“ Jeder Mitarbeiter werde demnach an seinen Stärken gemessen und nicht an seinen Schwächen. Und er spricht von Vertrauen und Wertschätzung, auf denen seiner Meinung nach ein gutes Personalmanagement basieren müsse.

Inzwischen prasselt der Regen gegen die Scheiben. Draußen türmt sich eine schwarze Gewitterfront auf. Mrozek wechselt für zwei Minuten die Welten, denn zu Hause würden die Gartenmöbel nass. Er telefoniert. Kurz darauf ist er wieder bei 3M und seinen Mitarbeitern.

Auf die Frage hin, ob es auch schon schlechte Zeiten für ihn und seine Mitarbeiter gegeben habe, räuspert er sich. Ja schon, schließlich habe die Weltwirtschaft ein Krisenjahr hinter sich. „In einem Teilbereich im Hildener Werk haben wir 150 Mitarbeiter für sechs Monate in Kurzarbeit schicken müssen.“ Und wieder spricht er von Vertrauen und Wertschätzung. Denn damals sei der Direktor Produktion und Technik für Deutschland vor die Mitarbeiter getreten und habe ihnen erklärt, warum man diese Maßnahme ergreifen müsse und was das für die Mitarbeiter bedeuten würde. Am Ende hätten diese applaudiert.

Und was müssen jene tun, die künftig für Deutschlands besten Arbeitgeber arbeiten wollen? Mrozek schmunzelt. „Für Ingenieurinnen und Ingenieure haben wir derzeit 30 offene Positionen. Wir suchen Mitarbeiter, die mit einer gewissen Leidenschaft zu uns kommen, die initiativ und neugierig sind“, zählt Mrozek auf, der selbst von Haus aus Kaufmann ist. Und die Noten? „Die stehen nicht an erster Stelle. Wir suchen Menschen, die zu uns passen.“ J. SCHLINGMANN

Von J. Schlingmann

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