Management

US-Manager sahnen kräftig ab

Amerikaner lieben Ranglisten. So sortieren sie Firmen gerne nach der Größe ihrer Umsätze und ihrer Börsenbewertung. Für Aufregung aber sorgen dann immer wieder die Bezüge der Top-Manager, die oft jede Vorstellung sprengen.

Ranglisten zu Managergehältern sind in Deutschland und in vielen anderen europäischen Ländern unbekannt. Die Aktiengesetze in diesen Ländern verlangen im Gegensatz zu den USA – dort werden die Jahresergebnisse der Gesellschaften Anfang des Jahres veröffentlicht – keine Offenlegung dieser Art. Die Firmen sehen von sich aus keine Veranlassung, die Managergehälter bekannt zu machen. Im Gegenteil, sie werden wie Staatsgeheimnisse behandelt. Zyniker erklären dies damit, dass es den europäischen Bossen peinlich ist, wie wenig sie im Gegensatz zu ihren amerikanischen Kollegen verdienen. So schätzen Aktionärsgruppen in Deutschland, dass beispielsweise Jürgen Schrempp, Chef von Daimler Chrysler, im Jahr rund 2,9 Mio. Dollar nach Hause bringt. Mit einem solchen Betrag würde der Autobauer in den USA nicht einmal in der zweiten Liga mithalten können.
Nach einer Untersuchung der Beratungsfirma Tower Perrin erhalten Top-Manager in Großbritannien rund das 24fache der Bezüge von Facharbeitern, in Deutschland das 15fache und in Schweden das 13fache. In Amerika dagegen hat dieses Verhältnis das 400fache weit überschritten. Diese Lücke hat sich in den 90er Jahren ausgeweitet, weil es den US-Managern gelang, die Aktionäre zu überzeugen, dass eine enge Verbindung ihrer Einkommen mit der Entwicklung der Aktienkurse beiden Seiten zum Vorteil gereiche.
Dieses Abkommen funktionierte gut, so lange die Aktienkurse nach oben gingen. Den Aktionären flossen eindrucksvolle Kursgewinne zu und die Manager wurden fabelhaft reich. Diese Situation hat sich seit einem Jahr dramatisch, wenn auch einseitig, verändert. Die Aktienkurse fallen auf breiter Front, das Wirtschaftswachstum hat sich abgeschwächt, die Unternehmen entlassen oft Arbeitskräfte, weil Umsätze und Gewinne weit hinter den Erwartungen zurückbleiben. Aber von Einzelfällen abgesehen, hat das bisher keinerlei Bremswirkung bei der Manager-Entlohnung gehabt. Während durchschnittliche Aktienportfolios im vergangenen Jahr einen Wertverlust von 12 % erlitten, die Löhne der Arbeiter nur noch um 3 % und die der Angestellten um 4 % zunahmen, legten die Bosse bei Gehältern und Boni um 22 % und bei ihren Gesamtbezügen um 7 % zu.
Dabei sind die eigentlichen Gehälter einschließlich aller Zulagen auch in Amerika kaum höher als die Zahlungen an Daimler-Chef Schrempp. Was den Amerikanern aber den Weg zu ungeahntem Reichtum bahnt, sind Aktien-Optionen. Dabei gewähren die Unternehmen den Begünstigten das Recht, nach gewissen Wartezeiten oder nach Erreichen bestimmter unternehmerischer Ziele, Aktien der Gesellschaft zu einem sehr vorteilhaften Preis zu erwerben. Erbsenzähler streiten sich gelegentlich darüber, von wann an die Optionen als Einkommen gelten: mit der Gewährung oder mit ihrer Ausübung. Die Unterschiede können erheblich sein. Bei der ersten Methode würde für das vergangene Jahr Apple-Chef Steve Jobs mit 775 Mio. Dollar der Spitzenreiter sein. Bei der zweiten fällt er mit einem Jahreseinkommen von 90 Mio. Dollar ins Mittelfeld zurück.
Bei dieser Berechnung, die von den meisten Experten angewendet wird, geht der erste Platz an John Reed von Citigroup. Er brachte es im Jahre 2000 auf 293 Mio. Dollar, obwohl er seinen Job als Co-Chef des Finanz-Konglomerats nicht einmal vier Monate besetzt hielt. Reed wurde nach einem Machtkampf mit seinem Kollegen Sanford Weill verdrängt, der in der Besoldungsliste mit 225 Mio. Dollar auf die zweite Position kommt. Zu den weiteren Unternehmensleitern, die auf den Plätzen folgen, gehört Gerald Levin von AOL Time Warner mit 164 Mio. Dollar, John Chambers von Cisco Systems mit 157 Mio. Dollar, Henry Silverman von Cendant mit 137 Mio. Dollar, Dennis Kozlowski von Tyco International mit 125 Mio. Dollar, Jack Welch von General Electric mit 123 Mio. Dollar, David Peterschmidt von Inktomi mit 108 Mio. Dollar, Kevin Kalkhoven von JDS Uniphase mit 107 Mio. Dollar sowie David Wetherell von CMGI mit 104 Mio. Dollar. Von Platz elf an sind dann die Bezüge der Bosse auch nur noch zweistellige Millionenbeträge.
Es waren aber nicht nur die Chefs, die im vergangenen Jahr eindrucksvoll abgeschnitten haben. Auch auf der Ebene darunter wurden Riesensummen verdient. Fünf Vorstandsmitglieder konnten mehr als 100 Mio. Dollar nach Hause tragen, und Raymond Lane von Oracle verbuchte mit 234 Mio. Dollar einen Betrag auf seinem Konto, um den ihn die meisten CEOs beneiden.
Solche Summen haben unter den Aktionären, die ihre Aktien in den Keller fallen sahen, eine gewisse Verbitterung ausgelöst. Sie vertreten die Ansicht, dass die Bosse, die auf dem Weg nach oben so überproportional profitiert haben, auf dem Weg nach unten an der Last mittragen sollten. Aber vielen von ihnen ist es gelungen, ihre Boards of Directors, denen die meisten von ihnen vorstehen, davon zu überzeugen, dass ihre Dienste in schlechten Zeiten eher noch wertvoller geworden sind. Dies hatte bisher zur Folge, dass eine Vielzahl von Unternehmen ihren Chefs noch mehr Aktienoptionen gegeben haben als zuvor. In manchen Fällen verlangten und erhielten die Bosse auch Aktienpakete, ohne den riskanten Umweg über Optionen, geschenkt. Es ist auch keine Seltenheit mehr, dass Unternehmen Optionen, die, wie man so sagt, unter Wasser sind, mit neuen und niedrigeren Preisen ausstatten, so dass sie wieder lukrativ werden.
Es ist auch berichtet worden, dass Gesellschaften bereits abgewickelte Options-Transkaktionen wieder storniert haben, damit die bevorzugten Vorstandsmitglieder nicht auf den Aktien sitzen bleiben, die sie zu vermeintlichen Vorzugspreisen erworben hatten und für die Steuern fällig geworden wären. Bei Compaq Computer hatte CEO Michael Capellas sich von der Gesellschaft 5 Mio. Dollar gepumpt, um ihre Aktien erwerben zu können. Nachdem der Compac-Kurs sich aber halbiert hatte, zeigte der Board Mitleid mit dem Chef und erließ ihm die Schuld.
Allerdings verhärtet sich nun die Meinung, dass es auch dem dickfälligsten Board künftig schwer fallen werde, die Bosse vor den Risiken ihres Berufes zu bewahren. GERD BRÜGGEMANN

Von Gerd Brüggemann

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