Management

„Top-Performer fertigen um die Hälfte günstiger“

Benchmarking-Analysen werden laut einer Studie der Fachhochschule Köln genutzt, um Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern. „Ein Ergebnis ist, dass die Top-Performer im Vergleich zu den Low-Performern um über 50 % günstiger fertigen“, erklärt Matthias Schmieder, der die Befragung leitete. Schmieder ist Leiter des Benchmarking Center Europe (BCE) und lehrt Unternehmensführung und Controlling am Institut für Produktion der Fachhochschule Köln.

VDI nachrichten: Systematisches Benchmarking gilt laut einer Studie derzeit als das wichtigste Managementtool, wenn Unternehmen ihren Erfolg ausbauen und langfristig sichern wollen. Warum steigt die Nachfrage nach Benchmarking-Analysen gerade jetzt?

Schmieder: Die Wirtschaftskrise hat dazu geführt, dass die meisten Unternehmen Kosten senken wollen, um ihre angestrebten Renditen erwirtschaften zu können. Benchmarking, das als kontinuierlicher Prozess zu verstehen ist, deckt die Leistungslücken eines Unternehmens auf und schafft so die Voraussetzungen, um mithilfe systematischer Verbesserungen ein höheres Effektivitäts- und Effizienzlevel zu erreichen.

Ihre eigene Studie offenbart allerdings, dass nicht einmal jedes zweite deutsche Unternehmen mit Benchmarking-Projekten vertraut ist. Welche Gründe hat das?

Zunächst, deutsche Unternehmen haben in der Tat in puncto Vergleichsanalysen Nachholbedarf. Allerdings stieg die Zahl der Unternehmen, die Benchmarking-Projekte durchführen, im Jahr 2009 im Vergleich zu 2008 um über 60 %. Als Hauptmotive werden insbesondere Kostensenkung und Effizienzsteigerung genannt. Ein weiterer wichtiger Grund ist die Erwartung, Wettbewerbsziele zu erreichen.

Werden die Unternehmens als Ganzes oder in Teilbereichen mit anderen verglichen?

Beides ist möglich. Unsere Studie ergab, dass insbesondere die Prozesse in den Bereichen Qualitätsmanagement, Produktion, Einkauf, Logistik und Instandhaltung entsprechenden Analysen unterzogen werden, meist nicht nur einmal, sondern regelmäßig. Der Vergleich erfolgt nach Unternehmensgröße, national oder international sowie branchenbezogen oder branchenunabhängig.

Was bringen branchenübergreifende Vergleiche?

Branchenunabhängige Analysen können Innovationschancen ermitteln, die zur Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb genutzt werden. Die Erfahrung zeigt, dass sich gerade durch branchenexterne Vergleiche dramatische Verbesserungen bewirken lassen, da sie über die brancheninternen Paradigmen hinausgehen. Benchmarkings zahlen sich daher für den Auftraggeber immer in kürzester Zeit aus.

Wenn es um Kostensenkung und Effizienzsteigerung geht: Was können Unternehmen tatsächlich erwarten?

Unsere Analysen zeigen zum Beispiel, dass die Top-Performer im Vergleich zu den Low-Performern um über 50 % günstiger fertigen.

Noch größer sind die Unterschiede in der Logistik. Die schlechtesten Unternehmen haben zirka viermal höhere Logistikkosten als die besten. Auch im Einkauf schlummern bei den meisten Unternehmen enorme Einsparpotenziale. Wo genau anzusetzen ist, um die Performance zu verbessern, zeigen die Kennzahlenvergleiche.

Ihre Untersuchung offenbart jedoch auch, dass die Erwartungen der Unternehmen nicht immer erfüllt werden. Woran liegt das?

Ein zentraler Faktor für die Güte und damit die Aussagekraft dieser Quasi-Wettbewerbe sind die Qualität und der Umfang der für die Vergleichsanalysen genutzten Benchmarking-Datenbank. Es gibt in Deutschland kaum Anbieter, die über eine umfangreiche Benchmarking- und Best-Practices-Datenbank verfügen.

Je besser jedoch die Daten, desto eher können über die Leistungsvergleiche die tatsächlichen Optimierungspotenziale identifiziert werden. Vorbildlich ist in diesem Zusammenhang die Datenbank des American Productivity and Quality Center (APQC). Die international als führend geltende Einrichtung für Leistungsvergleichsanalysen, Best Practices, Prozessverbesserung und Wissensmanagement verfügt über die weltweit größte Datenbank.

Wie reagieren die Mitarbeiter auf derartige Analysen?

Interessant ist, dass immer wieder festgestellt wird, in welchem Maße die Vergleichsanalysen auch Leistungs- und Veränderungsbereitschaft der Beschäftigten erhöhen. Zwei Drittel der von uns befragten Unternehmen wollen daher in das Benchmarking-Know-how ihrer Mitarbeiter und in entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen investieren. MICHAEL GESTMANN

Von Michael Gestmann

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