Management

So planen Geschäftsführer ihren Ruhestand

VDI nachrichten, Frankfurt, 8. 10. 04 -Die Altersversorgung von Geschäftsführenden Gesellschaftern ist ungleich komplizierter als die von „einfachen“ Arbeitnehmern. Doch ihnen eröffnen sich andererseits gute und lukrative Möglichkeiten beim Aufbau einer Altersversorgung.

Geschäftsführende Gesellschafter gelten als Arbeitnehmer in dem Sinn, dass sie einen Bedarf bei der betrieblichen Altersversorgung haben. Und diese Möglichkeiten sollten sie nutzen, damit ihre Versorgungslücke im Alter nicht zu groß wird. Die Ausgestaltung ist aber häufig sehr komplex, weil nicht nur die Bedürfnisse des Gesellschafters und seiner Familie berücksichtigt werden müssen, sondern auch die Belange des Unternehmens.
„Gute Beratung ist deshalb wichtig“, meint Beatrix Riederer vom Vertriebsmanagement Firmenkunden der Zürich Gruppe. Zunächst etwa sollte geklärt werden, ob der Geschäftsführende Gesellschafter von der Sozialversicherungspflicht befreit ist oder befreit werden kann. Der Nachweis ist einfach, wenn er mindestens 50 % des Kapitals seines Unternehmens hält.
Aber auch Gesellschafter, die weniger Anteile halten, aber mehr als Unternehmer gelten, also weisungsfrei arbeiten, können sozialversicherungsfrei sein. Das gilt nach der Rechtsprechung auch für einen Geschäftsführer oder eine Geschäftsführerin, der oder die selbst keine Anteile hält, wohl aber der Ehepartner. Denn man geht davon aus, dass der Ehepartner nur als Anteilseigner gilt, allerdings in der Geschäftsführung nicht mitentscheidet.
Ist der Gesellschafter-Geschäftsführer also sozialversicherungsfrei, kann er die Mittel, die er ansonsten dafür hätte aufwenden müssen, für den Aufbau einer betrieblichen oder privaten Altersversorgung nutzen. „Priorität hat dabei die Absicherung von Risiken wie Berufsunfähigkeit oder Tod“, erläutert Beatrix Riederer. Ohnehin müsse man in einer ausführlichen Beratung den individuellen Vorsorgebedarf klären.
Für die betriebliche Altersversorgung stehen drei Durchführungswege zur Verfügung: Die Pensionszusage, die Direktversicherung oder die Pensionskasse. Alle drei „Wege“ sollte ein Geschäftsführender Gesellschafter auch bei seiner Altersversorgung prüfen.
Die Pensionszusage ist davon der aufwändigste und derjenige, der ein Unternehmen auf lange Sicht bindet. Gesellschafter-Geschäftsführer können sie oft erst nach einer gewissen Wartezeit nutzen. Die Finanzverwaltung akzeptiert die Pensionszusage erst, wenn sie dem so genannten Fremdvergleich standhält und die Zusage so gestaltet ist, wie sie von einem ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsführer erteilt worden wäre.
Denn Pensionszusagen belasten die Unternehmen über Jahrzehnte: Die Firmen müssen genügend Vorkehrungen zur Finanzierung der Renten treffen und Rückstellungen bilden. Die Zusage und deren Rückdeckung müssen also gründlich kalkuliert werden. „Eine Pensionszusage ist häufig geeignet für Unternehmen, bei denen die Versorgung höher dotiert werden muss, sie ist aber nicht bilanzneutral“, meint Beatrix Riederer von der Zürich Gruppe.
Denn die Rückstellungen für die Zusage mindern den Gewinn und führen zu Steuerersparnissen, andererseits aber übernimmt das Unternehmen im Leistungsfall finanzielle Verpflichtungen. Dafür sollte es eine Rückdeckungsversicherung abschließen. Diese wiederum sollte an den Geschäftsführer-Gesellschafter verpfändet werden, damit bei einer Insolvenz des Unternehmens die Versorgung trotzdem sicher gestellt ist.
Bilanzneutral aber sind die beiden anderen Formen der Direktversicherung und der Pensionskasse, die zudem einfach konstruiert und verständlich sind. Nicht zuletzt haben die Gläubiger bei einer Insolvenz des Unternehmens auf diese Formen der Altersvorsorge keinen Zugriff – auf Grund eines „unwiderruflichen Bezugsrechts“ im Vertrag. Damit meint man, dass eben nicht der Insolvenzverwalter und die Gläubiger auf dieses Kapital zugreifen können, sondern nur derjenige, für den die Altersvorsorge abgeschlossen wurde.
Die Direktversicherung und die Pensionskasse können auch schon bei jungen Unternehmen installiert werden (firmen- oder arbeitnehmerfinanziert). Die Wartezeiten wie bei der Pensionszusage entfallen. Wer sich für eine Direktversicherung interessiert, sollte sich aber möglichst bald entscheiden. Denn die noch attraktiven Bedingungen werden zum Jahreswechsel geändert.
Noch ist es nämlich möglich, sowohl bei der Einzahl- als auch bei der Auszahlphase steuerliche Vergünstigungen in Anspruch zu nehmen. So gilt bis zu einem Beitrag von 1752 € eine pauschale Besteuerung von 20 % (plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer) – ein Steuersatz also, den die meisten Versicherten in ihrer Position deutlich überschreiten dürften. Gleichzeitig wird aber das Kapital steuerfrei ausgezahlt, wenn man es sich in einem Betrag überweisen lässt. Bei einem Abschluss ab 2005 aber ist dies nicht mehr möglich, dann muss man sich das Kapital als Rente auszahlen lassen, wenn man steuerliche Förderung wünscht.
Ein weiterer Vorteil bei Abschlüssen bis Jahresende ist die freie Vererbbarkeit der Ansprüche. Von 2005 an können im Todesfall nur der Ehegatte und Kinder im Alter bis zu 27 Jahren erben, unter bestimmten Bedingungen auch der Lebenspartner. Noch aber kann der Versicherte diese Ansprüche auch an Eltern, Geschwister oder andere übertragen – eine Lösung, die für Ledige attraktiv ist. Wer dies noch ausnutzen möchte, sollte sich aber unverzüglich mit seinem Berater besprechen, empfiehlt die Zürich Gruppe. Denn ein Vertrag mit den alten Bedingungen muss nicht nur in diesem Jahr abgeschlossen, auch die erste Prämie muss gutgeschrieben sein.
Die Pensionskasse, die ebenfalls Versicherungscharakter hat, gilt als weiterer Baustein einer entsprechenden Altersversorgung. Hier gilt eine Beitragsbemessungsgrenze von 4 % des Bruttoeinkommens, in diesem Jahr maximal 2472 €, bis zu der man komplett steuerfrei über Entgeltumwandlung oder aber firmenfinanziert in die Pensionskasse einzahlen kann.
Dafür muss man allerdings die Auszahlungen versteuern. Vom nächsten Jahr an wird diese Grenze um 1800 € aufgestockt, ein Betrag, der aber nicht in allen Fällen genutzt werden kann. Wer trotz Direktversicherung und Pensionskasse noch eine Versorgungslücke im Alter befürchtet, könne dann noch über die Pensionszusage nachdenken, rät die Zürich Gruppe.
BRIGITTE SCHOLTES

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