Management

Sich den Problemen stellen anstatt sie auszusitzen  

In Benes Möbelfabrik am Ort wird mit Hightech und Mut daran gearbeitet, den Anforderungen der globalisierten Welt standzuhalten. Und sogar mehr als das.

Andere hätten es an seiner Stelle sofort betont, bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Sie hätten Pressemeldungen noch und noch in die Welt geschickt und sich mit Worten wie „das ist eben verantwortungsvoll“ oder so ähnlich in Position gebracht und als eine Art Held feiern lassen. Manfred Bene tut das nicht. Auch er ist zwar nicht unbedingt ein Mann der leisen Töne, aber wenn er über seine Firma spricht, dann will er anscheinend mit sachlichen Argumenten überzeugen, mit den Produkten, mit der Produktionsweise, er spricht gern über die Investitionen der letzten Zeit, geht mit Begeisterung durch die Produktion und wird nicht müde, die Vorteile der Prozessoptimierung zu loben, die Bene eingeführt hat und zur „Compact Factory“ geführt hat. Ihr Herzstück ist auch die Logistik, die im Zeichen der Orientierung am Auftrag steht, sozusagen just-in-time-Fertigung. „Ich glaube, ich kann behaupten, dass wir die modernste Fabrik Europas haben“, versichert er sichtlich stolz. Es fällt ihm dann gar nicht ein, dass es sehr publikumswirksam sein könnte zu betonen, dass seine Firma über 100 Leute zusätzlich eingestellt hat. Und dass, was für eine Seltenheit, 85 % der Mitarbeiter in der Produktion ausgebildete Fachkräfte sind. Und das alles in einem Hochlohnland.

Warum er die Produktion in Waidhofen mit 564 Mitarbeitern, davon 61 Ingenieure, nicht in ein Billiglohnland verlagert hat? Manfred Bene guckt für eine Sekunde erstaunt. Und dann ein wenig trotzig, fast so, als wenn er sich rechtfertigen will. Wo andere ein Klagelied anstimmen würden und sich selbst in den Himmel loben, sagt er einfach: „Die Lohnkosten sind nur ein kleiner Teil der Kosten, und die Ukraine oder solche Länder viel zu weit weg.“ Das würde bei der Teamarbeit nur zu Problemen führen. Und dann sagt er auch ohne viel Pathos: „Ich will den Standort halten.“ Seit 210 Jahren gibt es die Firma Bene in Waidhofen. Mit den Neuerungen sei allein eine Produktivitätssteigerung in der Fertigung von über 30 % erzielt worden.

Ende der 60er Jahre übernahm Manfred Bene mit 28 Jahren die Firma von seinem Vater und ließ den Neubau in Waidhofen errichten, „wegen der guten Facharbeiter“, wie er sagt. Eigentlich wollte er lieber etwas studieren, wäre gern Architekt geworden oder sonst „etwas Kreatives“. Aber so sei es eben. Manfred Bene vermittelt den Eindruck eines Zupackenden, eines Realisten. Etwas aussitzen, sogar auf den selbst produzierten Stühlen, das passt nicht zu ihm. Und angesichts der Marktsituation für Büromöbel, die laut einer Studie von Roland Berger nicht gerade rosig aussieht und für den europäischen Büromöbel-Markt einen Rückgang um 46 % in den vergangen Jahren aufweist, hat sich seine Strategie – und die der anderen Vorstandsmitglieder bewährt. Denn Bene wuchs nach eigenen Angaben gemessen am Umsatz um 24 %. Angesichts der Globalisierung betont er: „Wir leben in einer neuen Normalität. Wir müssen nicht glauben, dass ein Wunder passiert.“ Sein Sohn Thomas, Jahrgang “63, ebenfalls in der Unternehmensspitze, pflichtet ihm bei: „Es wird keine Konjunktur in der Möbelbranche mehr geben.“

Deshalb sei es so wichtig gewesen, mit neuen Ideen und Innovationen die Basis für eine zukunftsfähige Ausrichtung des Unternehmens zu legen. „Rainbow Mass Customization“ wurde entwickelt: Auch kleine Einheiten können zum Preis von Massenproduktion für den Kunden hergestellt werden. Ein Aspekt in dieser Kette ist die strenge Straffung des Produktionsablaufs, die beinhaltet, dass es keinen Einkauf auf Vorrat mehr gibt, jede Spanplatte auf der Lieferseite der Fabrikfläche, die von 9000 m2 auf 40 000 m2 erweitert wurde, ist bereits verkauft. Basis dafür ist wiederum eine durchdachte IT-Architektur. Der Durchlaufprozess wurde um mehrere Tage reduziert. Eine Reduzierung um 50 % sei das Ziel der kommenden Jahre. Doch das umfangreiche Maßnahmenpaket und die Grundlagen dafür einzuführen, zu verankern und allen zu vermitteln, das war nicht immer einfach und eine echte Herausforderung an das Projektmanagement: „Sie brauchen dafür eine Kultur, die bereit ist, solche Projekte zu verwirklichen, das dauert vier Jahre“, erklärt der Finanz- und Technikvorstand Dipl.-Ing. Frank Wiegmann. Auch auf Mitarbeiterseite mussten Neuerungen durchgesetzt werden: Ein modifiziertes Lohn- und Schichtsystem beispielsweise und ein spezielles Qualifikationsprogramm. „Das ist das A und O, denn die Mitarbeiter wandern zwischen den Arbeitsplätzen“, erklärt Thomas Bene. Dass alles geklappt hat, hat eben auch mit der Belegschaft zu tun. „Kompliment an dieser Stelle an den Betriebsrat“, sagt Thomas Bene. C. HANTROP

www.bene.com

Von C. HANTROP
Von C. Hantrop

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