Management

Selbstbedienung englischer Manager

Börsengelistete Firmen sollen die Vergütung ihrer Vorstände offen legen.

Die Direktoren des ins Taumeln geratenen britischen Telekom-Ausrüsters Marconi taten ihrer eigenen Zunft keinen Gefallen, als sie sich vor zwei Wochen mit Millionenabfindungen belohnten. Chief Executive Lord Simpson, der den Technologiekonzern nahe an den Abgrund manövriert hatte, ließ sich seinen Abschied mit summa summarum 9 Mio. DM versüßen. Der frühere Finanzdirektor John Mayo bekam etwa 2 Mio. DM mit auf den Weg.

Die Dreistigkeit der Marconi-Direktoren sorgte für massive Entrüstung und ließ offenbar auch den Geduldsfaden der Labour-Regierung reißen: Nach deren Plänen sollen britische Aktienunternehmen in Zukunft per Gesetz dazu angehalten werden, Gehälter, Bonusse und Abfindungen der Direktoren auf den Hauptversammlungen zur Abstimmung zu stellen. Die Initiative, die Industrieministerin Patricia Hewitt Ende vergangener Woche ankündigte, sieht weiter vor, dass börsengelistete Unternehmen jährlich einen Report über die Vergütung der Vorstandsmitglieder auflegen. Hewitt sagte: „Viel zu häufig werden Direktoren für mangelnde Motivation und offenes Versagen auch noch belohnt. Wir teilen die Kritik der Anteilseigner, dass diese Praxis nicht weiter geduldet werden darf. „Der Investment-Chef der nationalen Vereinigung der Pensionsfonds, David Gould, begrüßte den Vorstoß prompt als „sehr gute Nachrichten für alle Aktionäre“. Im laufenden Jahr hätten nur rund 10 % der 350 notierten Aktienunternehmen freiwillig ihre Top-Gehälter zur Abstimmung gestellt, so Gould.

Die Aktionärsschützer-Vereinigung PIRC zeigte sich ebenfalls zufrieden: Den Aktionären Mitbestimmung zu gewähren, sei der einzige Weg, um den Interessenkonflikt der Direktoren bei der Festlegung ihrer eigenen Vergütungen zu überwinden, erklärte die Organisation. Kritiker aus der Versicherungsbranche hielten sich dagegen mit Vorschusslorbeeren für die Regierung zurück, weil ein mögliches Veto der Hauptversammlung laut Gesetz nur beratend und nicht rechtlich verbindlich ist. Die Regierung rechnet jedoch damit, dass sich kein Unternehmen die Blöße geben wird, gegen einen öffentlichen Entscheid seiner Aktionäre zu handeln.

Die zunehmende Selbstbedienungsmentalität unter britischen Topmanagern geisterte schon seit Monaten durch die Tagespresse. Der Fall Marconi war nur der letzte in einer Reihe von Skandalen, in die zuvor schon die höchsten Chargen von British Airways (Robert Ayling) und British Telecom (Sir Ian Vallance) verwickelt waren. Im vergangenen Jahr waren die Vorstandsgehälter in britischen Unternehmen mit plus 16,7 % vier Mal so stark gestiegen wie die Durchschnittseinkommen auf der Insel. Gleichzeitig belaufen sich die durch die Wirtschaftsschwäche befürchteten Jobverluste in Dienstleistung und verarbeitender Industrie in die Hunderttausende. Und in krassem Gegensatz zu den saftigen Managerabfindungen greifen die Firmen beim Ausscheiden einfacher Angestellter nur sehr zaghaft in die Tasche: Der Finanzkonzern Merrill Lynch, der weltweit rund 10 000 Arbeitsplätze abbauen will, bot seinen 6000 Mitarbeitern in der Londoner City Abfindungen in Höhe eines Jahresgehalts an, wenn sie freiwillig ausscheiden.

Geharnischte Kritik an der Aktiengesetz-Novelle erntete Industrieministerin Hewitt allerdings vom Verband der Britischen Industrie (CBI). Die Wirtschaft werde keine weitere Stärkung der Aktionärsrechte mehr hinnehmen, wetterte Generalsekretär Digby Jones. „Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind das Ende der Fahnenstange. Sie dürfen nicht der Einstieg zu weiteren Änderungen sein. M. HOLLMANN

Von M. Hollmann

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