Management

. . . schließlich soll es allen schmecken

Der klassische Consultant rät dem Kunden, wie er seine Geschäfte profitabler machen kann. Der Change Manager sorgt sich darum, dass die Veränderungen von den Mitarbeitern getragen werden.

Sie umgibt eine geheimnisvolle Aura: Menschen, von denen man nicht recht weiß, was sie beruflich machen. Nicht, dass man nie danach gefragt hätte. Die Berufsbezeichnung klang so nebulös wie modern, Nachfragen schien da irgendwie peinlich.
Mathias Schäfer kennt das. Auf seiner Visitenkarte steht zwar ein gängiges „Consultant“, beim Münchner IT-Dienstleister Siemens Business Services (SBS) gilt er intern aber als Spezialist für Change Management. Was ihn von seinen Kollegen unterscheidet: Während diese Kunden bei der Einführung von IT-Lösungen unterstützen, begleitet Schäfer die Menschen, die von dem Projekt betroffen sind.
Denn was vordergründig nach einer pragmatisch-technischen Lösung aussieht, geht häufig mit veränderten Abläufen und einem notwendigen Umdenken einher. Menschen aber hängen an ihren Gewohnheiten und stehen Veränderungen zunächst skeptisch gegenüber, wissen Psychologen. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten umso mehr, als Umstrukturierungen schnell als unheilvolle Vorboten gelten.
„Wer den Faktor Mensch außer Acht lässt, riskiert, dass eine noch so sinnvolle Neuerung nicht angenommen wird“, sagt Schäfer. Als Change Manager versucht er, „gemeinsam mit Mitarbeitern und Management den nachhaltigen Erfolg von Veränderungsprojekten zu sichern.“ Mit Betonung auf gemeinsam. Anders als ein „normaler“ Berater spricht er keine Empfehlungen aus sondern stellt Fragen, regt zur Selbstreflexion an und versucht, die Mitarbeiter soweit als möglich in den Veränderungsprozess einzubeziehen.
Ein Beispiel: Ein Kunde beauftragte die SBS-Berater mit der Einführung einer Wissensmanagement-Lösung. Die Mitarbeiter sollten damit auf Projektberichte ihrer Kollegen zugreifen und so ihre Arbeit effizienter erledigen können. Technisch soweit kein Problem. Allein: Die Plattform muss mit Wissen bestückt werden. Das wiederum ist nicht selbstverständlich, galt doch allzu lange die Weisheit, dass geteiltes Wissen halbe Macht bedeutet.
Diese unterschwelligen Ängste abzubauen war Aufgabe des Change Managers. Er erarbeitete gemeinsam mit dem Management einen strategischen Rahmenplan („Change Roadmap“). Erster Schritt: Eine Umfrage unter Mitarbeitern, um Aufschluss darüber zu erhalten, wie sie das Klima in ihrer Abteilung empfinden, ob sie sich regelmäßig austauschen und das vorhandene Wissen systematisch ablegen. Die Ergebnisse wurden anschließend in Workshops besprochen. Schäfer: „Ziel ist es, das Vertrauen der Mitarbeiter zu wecken, ihre Sichtweisen ernst zu nehmen, sie aber auch dazu zu bewegen, andere Perspektiven einzunehmen.“ Helfen können dabei auch Multiplikatoren, im Berater-Deutsch: „Change Agents“. Durch Coaching werden sie geschult, ihre Kollegen von der Neuerung zu überzeugen.
Geht es darum, die betriebswirtschaftliche Notwendigkeit von Umstrukturierungen zu verdeutlichen, bitten die SBS-Veränderungsprofis auch mal an den Spieltisch. In Vierergruppen sitzen die Mitarbeiter dann um ein Brettspiel, das die Geschäftsbereiche ihres Unternehmens abbildet und das sie gemeinsam leiten müssen. Dabei lernen sie, welche Prozesse im Sinne einer verbesserten Wertschöpfung verändert werden müssen – idealerweise jene, die aktuell bevorstehen.
Der Change Manager nimmt die Mitarbeiter mit auf eine Reise, sagt Mathias Schäfer. Wohin diese gehen soll, muss das Management festlegen – für das Unternehmen, aber auch heruntergebrochen auf die einzelnen Mitarbeiter. Nur so können sie sich mit ihren Verantwortlichkeiten identifizieren. Die Ziele müssen klar und ehrlich kommuniziert werden. Mathias Schäfer weiß: „Nur wer die Mitarbeiter in den Prozess integriert und den Mehrwert verdeutlicht, kann auf ihre Veränderungsbereitschaft hoffen.“
Interesse am Umgang mit Menschen hält Schäfer in seinem Job für wichtiger als den fachlichen Hintergrund. Er selbst hat Politik und Soziologie studiert und eine Zusatzausbildung zum systemischen Berater absolviert. Fortbildungen zum Change Manager bieten die Europäische Wirtschaftsakademie (EWA), Die Akademie und SBS.   BIRGIT OBERMEIER

Anbieter
Fortbildung zum Change Manager
– Europäische Wirtschaftsakademie (EWA): Berufsbegleitender Studiengang für Absolventen von Hochschulen und Fachhochschulen bzw. erfahrene Führungskräfte. Kosten: 3990 € . Start: 14. März. www.ewa-site.com
– Siemens Business Services (SBS): Fortbildung für Verantwortliche von Veränderungsprozessen Kosten: 4900 € Start: 31. März. www.Training.pdb.siemens.de
– Die Akademie: Auch hier gibt es Seminare für Führungskräfte.
www.die-akademie.de bo

Von Birgit Obermeier

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