Management

Schiedsrichter für den Wandel in der Firma

Viele Veränderungsmaßnahmen im Unternehmen sind heute IT-getrieben. Doch so manches Projekt scheitert, wenn es „topdown“ – also von der oberen Führungsebene verordnet wird und die betroffenen Mitarbeiter nicht mitziehen. Change Manager übernehmen hier die Moderatorenrolle.

Das Management des Telecom-Unternehmens sah keine Alternative: Eine Software für das Kundenmanagement (CRM) musste ins Haus, um künftig noch konkurrenzfähig zu sein. Der Vertrieb und das Marketing verstanden zwar nur „Bahnhof“, als die Softwareanbieter bei ihnen aufliefen. Doch die IT-Abteilung kam zügig zu einer Entscheidung. Das System wurde installiert, die Anwender wurden geschult – es lief alles nach Plan. Bis jemand erkannte, dass die Mitarbeiter in Marketing und Vertrieb gar nicht mit dem System arbeiteten – weil sie die Vorteile nicht sehen. „In der Regel ist ein solches Projekt zu diesem Zeitpunkt gescheitert“, erklärt Gerhard Donner, Partner der Wiener Stratema Unternehmensentwicklung, „weil das Management die Mitarbeiter nicht in den Veränderungsprozess eingebunden hat.“ Nicht selten werden er und seine Kollegen dann gerufen, um die Karre aus dem Dreck zu ziehen.

Dabei lässt sich nach Ansicht des Unternehmensberaters eine solche Situation leicht umgehen, indem man von Anfang an einen Change Manager – sei es intern oder extern – einsetzt. Der Mann oder die Frau hat analog zum Controller die Steuerung von Veränderungen zur Aufgabe. „Da immer mehr Prozesse im Unternehmen IT-gesteuert sind, wird diese Spezies auch in diesem Bereich immer wichtiger“, glaubt Philip Sanner, Deutschland-Manager des IT-Recruiting-Unternehmens Elan in Frankfurt.

Bisher sind Change Manager vor allem in der Organisationsentwicklung tätig gewesen. Sanner definiert den Change Manager ähnlich wie Donner als (internen) Unternehmensberater, der Prozesse analysiert und optimiert: „Er ist dabei weder für das eigentliche Doing bei der Einführung von Applikationen zuständig noch für die Strategie. In der Regel begleitet er ein IT-Projekt eine gewisse Zeit.“

In der Fachwelt besteht allerdings kein Konsens über diese Definition. „Zum Teil begreifen Unternehmen das Change Management auch als ein rein technisches“, weiß Donner. So ist beim Münchner Mobilfunkanbieter Viag Interkom ein Team von Veränderungsmanagern mit den Software-Anforderungen der Fachabteilungen sowie mit Softwareversions-Änderungen beschäftigt.

Auch der interne IT-Dienstleister der Fondsgesellschaft Union Investment setzt zur Koordination der Softwarerelease-Wechsel im Unternehmen einen Change Manager ein. Auch wenn die strategische Funktion des technologisch orientierten Change Managers nicht gegeben ist – die analytische Vorgehensweise und die Schnittstellenfunktion zwischen IT- und Fachabteilungen wird von ihm ebenfalls verlangt. Durchsetzungsvermögen und Konfliktfähigkeit muss auch er mitbringen.

Denn um seine Aufgabe als „Transformator“ zu erfüllen, benötigt der Change Manager neben der fachlichen Kompetenz und dem Know-how in Sachen Projektmanagement vor allem Kommunikationsfähigkeit. „Er muss nicht selten zwischen Fach- und IT-Abteilung moderieren“, erklärt Elan-Manager Sanner.

Nach den Erfahrungen von Donner sind Change Manager derzeit in erster Linie bei E-Business-Projekten gefragt, nachdem die Welle der Einführung von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware abgeebbt ist. „Durch den Einsatz von Internet-basierten Softwaresystemen, die die Beziehungen zu Kunden und Lieferanten automatisieren, verändern sich die Arbeitsinhalte der Mitarbeiter wirklich nachhaltig, so dass professionelles Vorgehen unverzichtbar ist“, sagt der Unternehmensentwickler.

Wer sich zum Change Manager weiterbilden lassen will, kann am Institut für Wirtschaftsinformatik der Hochschule St. Gallen ein berufsbegleitendes Studium zum „Master of Business Engineering“ belegen. Innerhalb von 15 Monaten sind 115 Tage für Lehrgangsbesuche und Prüfungen einzuplanen. Eingeschlossen sind dabei ein vierwöchiger Unterrichtsblock an der Haas School of Business, die der University of California in Berkeley anschlossen ist. Studienvoraussetzungen sind im Normalfall ein wirtschaftswissenschaftlicher Universitätsabschluss, mindestens drei Jahre Berufserfahrung und ein Empfehlungsschreiben des entsendenden Unternehmens.

Das Studium ist somit nicht auf Mitarbeiter aus Informatikbereichen fokussiert, aber dennoch auch für sie geeignet. Start des nächsten Lehrgangs, der 60 000 Franken kostet, ist Februar 2002. Im September beginnt der erste Lehrgang auf deutschem Boden, für den die Schweizer mit der Berliner Hochschule der Künste (HDK) kooperieren. Kosten: 39 800 Euro.    S. KOLL

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