Personalmanagement

Renditejäger: Großkonzerne wie BMW, Henkel und Siemens entlassen trotz steigender Gewinne  

VDI nachrichten, München, 7. 3. 08, Fr – Personalabbau bei Konzernen, gleichzeitig Einstellungen – ein erschreckender Trend, von dem auch zusehends Ingenieure betroffen sind. BMW und Siemens tauschen dabei die Qualifikationen. Siemens (SEN) etwa ersetzt Elektroingenieure durch Informatiker.

In Deutschland will BMW zunächst 5000 Zeitarbeitsstellen abbauen, zudem sollen 2500 Mitarbeiter der Stammbelegschaft freiwillig gehen, davon allein 1000 in München. In dieser Ankündigung des Stellenabbaus sieht die Gewerkschaft einen „Kulturbruch“ bei BMW: „Bisher hatte die Stammbelegschaft auch in schwierigen Phasen einen sicheren Arbeitsplatz. Dafür hat sich die Belegschaft flexibel gezeigt, was Arbeitszeitkonten oder etwa Wochenendarbeit anbelangte. Wer vollen Einsatz zeigte, der hatte einen sicheren Arbeitsplatz. Dieses Übereinkommen wurde nun vom Vorstand aufgekündigt“, so Lischka.

In München wird der Stellenabbau sowohl die Produktion im BMW-Werk, die Verwaltung und auch das Forschungs- und Innovationszentrum FIZ betreffen. Das Unternehmen betont, dass die Aufhebung der Arbeitsverträge freiwillig geschehe. „Wir machen ein attraktives Angebot, das ist für beide Seiten ein Geschäft“, so ein BMW-Sprecher zu den VDI nachrichten. Die IG-Metall bleibt freilich skeptisch: „Einzelne Mitarbeiter werden angesprochen und wenn sie nicht beim ersten Mal unterschreiben, wird der Druck erhöht. Das zweite Gespräch ist dann nicht mehr so angenehm. Wir warnen davor, übereilt Zugeständnisse zu machen“, meint Lischka. Im Betrieb selbst reicht die Reaktion von „Erschrecken“ bis zu „uns geht-es-immer-noch gut“, sagt Siemens-Mitarbeiter Thomas B. Der Informatiker arbeitet seit zehn Jahren für BMW, sein momentanes Fazit: „Die Zeiten werden härter.“

Der Grund für diese Personalmaßnahmen liegt, so BMW-Vorstandsmitglied Ernst Baumann vor der Presse, in einer „angestrebten Trendwende bei Profitabilität“. Es gehe um die „Verbesserung unserer Rendite“. Die soll auf das eingesetzte Kapital bis 2012 auf 26 % gesteigert werden, die Umsatzrendite soll auf 8 % bis 10 % wachsen, was mit Einsparungen von 6 Mrd. € – und dies eben auch über die Zahl der Beschäftigten – erreicht werden soll. Der Gewinn des Autobauers, der weltweit rund 108 000 Stamm-Mitarbeiter beschäftigt und der 2007 neue Rekorde bei den Absatzzahlen schrieb, lag 2006 bei 3,75 Mrd. €. „Ein Gewinn von 3,7 Mrd. € langt BMW offenbar nicht mehr“, kritisierte Bayerns IG-Metall-Chef Neugebauer im Zusammenhang mit dem geplanten Personalabbau.

Nur eine Woche zuvor hatte Siemens in München angekündigt, Teile seiner Netzwerksparte SEN zu verkaufen, wovon 6800 Arbeitsplätze, davon 3200 in Deutschland, betroffen sind. Trotz der Schmiergeldaffäre verbuchte der Konzern 2007 einen Gewinn von mehr als 4 Mrd. €. In Düsseldorf teilte nun der Konsumgüterhersteller Henkel mit, er erwäge die Streichung von weltweit 3000 Arbeitsplätzen. Der Gewinn des Unternehmens, das unter anderem das Waschmittel Persil herstellt, war im vergangenen Jahr um 8 % auf 941 Mio. € gewachsen.

Betroffen von dem Stellenabbau der Großkonzerne sind zunehmend auch Ingenieure, deren Qualifikation nicht mehr als ausreichend angesehen wird. So will die Siemens-Tochter SEN die Fertigung völlig aufgeben und sich auf Software konzentrieren: Statt Elektroingenieuren werden Informatiker benötigt. Und bei BMW geht es um eine veränderte „Wissensstruktur“. Für neue Fahrzeug- und Antriebskonzepte wie den Hybrid-Motor werden spezialisierte Ingenieure und Informatiker gesucht. Um ihren Job bangen müssen wohl eher ältere Ingenieure mit traditionellen Qualifikationsprofilen. Der Autohersteller bemühe sich um interne Weiterbildung, aber dies sei nicht bei allen möglich: „Es kommt auf die Motivation und den individuellen Werdegang an“, so ein Sprecher. Die IG Metall setzt dagegen auf Weiterbildung statt auf Personalabbau und warnt: „Diese Entwicklung kann sich negativ auf die Motivation der Belegschaft auswirken“, so Lischka. Die Betriebsversammlung in München am 20. März jedenfalls werde „sicherlich keine normale Betriebsversammlung werden“.

RUDOLF STUMBERGER

Von Rudolf Stumberger

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