Personalmanagement

Raum für Interaktion  

Nicht immer ist teuer gleich gut.

Die Mitarbeiter eines großen Berliner Verlagshauses waren mit einem unerwarteten Szenario konfrontiert, als sie eines Morgens an ihren Arbeitsplatz kamen: Statt wie vorher in Einzelzimmern oder in größeren Büros, fanden sie sich in einem „nonterritorialen Büro“ in Markthallengröße wieder. Statt fester Schreibtische hatte jeder Redakteur nur noch einen Rollcontainer, in dem die wichtigsten persönlichen Dinge nach Dienstschluss untergebracht werden.

Der Widerwille unter den Mitarbeitern war groß. Zurecht, findet Riklef Rambow, Architekturpsychologe an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus. Denn Unternehmer sollten ihre Mitarbeiter über Neuerungen wenigstens im Vorfeld angemessen informieren. „Eine Möglichkeit wäre es, die Arbeitnehmer einzubeziehen, wenn Veränderungen nötig sind, damit im wahrsten Sinne des Wortes alle ¿mitziehen“.“

Die Einbeziehung der Mitarbeiter dürfte sich auch volkswirtschaftlich positiv niederschlagen. Schließlich liegt laut einer Studie des Stuttgarter Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) die durchschnittliche Produktivitätsrate in deutschen Büros bei lediglich 60 % – und das bei bundesweit rund 16,3 Mio. Menschen, die in einem Büro arbeiten und in ihrem ganzen Leben rund 80 000 Stunden dort verbringen. Laut Wissenschaftler Jörg Kelter vom IAO sind Steigerungen bis zu 36 % möglich, wenn ein Büro qualitätsvoll geplant und gestaltet ist.

Dass derzeit in vielen Unternehmen auf Transparenz, Weitläufigkeit und offene Strukturen gesetzt wird, hält Stefan Kiss prinzipiell für richtig. „Aber wenn die Mitarbeiter keinerlei Rückzugsmöglichkeiten und Privatsphäre erhalten, wird ihre Zufriedenheit nicht besonders hoch sein“, sagt der Director Design & Consulting bei der Steelcase Werndl AG in Rosenheim, Hersteller von Büroeinrichtungen.

In Zusammenarbeit mit dem IAO wurde ein „Steelcase Performance Check“ entwickelt, mit dem Unternehmen die Auswirkungen des Bürodesigns auf die Leistung der Mitarbeiter messen können. „Der Mitarbeiter braucht Raum für Konzentration, aber auch für Kommunikation und Interaktion“, so Stefan Kiss. So ermöglichten großflächige Schiebetüren Kommunikations- oder Rückzugsebenen.

Wer sein Büro neu planen und gestalten möchte, sollte laut Renate Peyer vom Büro für ganzheitliche Raumkonzepte in Vaihagen dies zusammen mit der Büro-Organisationsabteilung tun. Diese legt in einer Kosten-Entscheidungsplanung den finanziellen Rahmen für Gestaltung, Beleuchtung und Einrichtung fest. Die Abteilungsleiter besprechen mit den Kollegen Einrichtung, Gestaltung und die gewünschten räumlichen Schnittstellen ab.

Die Planungsrunde soll am Ende alle weitestgehend zufriedenstellen, so Renate Peyer. Sonst würde in kürzester Zeit alles wieder wie früher aussehen: Gestaltungselemente würden mit alten Möbeln zugestellt, Neuerungen werden negiert und teilweise zerstört.

Inga Schulze vom Berliner Innenarchitekturbüro „raumdeuter“ hält es für zwingend, die Einrichtung der Räume unter anderem auf die Inhalte der Geschäftsidee, die Firmenphilosophie und den Firmenauftritt abzustimmen, um eine Wiedererkennbarkeit zu garantieren. „Als Geschäftsführer sollte man sich fragen, welche Wirkung man erzielen will: geradlinig, elegant, verspielt, seriös, kompetent, modern, wertvoll oder sympathisch?“

Dann könne man überlegen, welche Materialien, Farben und Formen das ausdrücken. Im ersten Augenblick sollte der Kunde die Aufteilung des Raumes erfassen und die wichtigsten Bereiche erkennen. Deswegen lohne es sich, sich auf wenige Farben und Materialien zu beschränken, meint Schulze.

Nicht immer seien die teuersten Materialien die besten. Mut zum Gestaltungswillen sei gefragt: auf der weißen Raufaser ein quietschgrünes Quadrat statt eines lieblosen Kunstdrucks. In der Wartezone lieber drei gehobelte Holzblöcke mit Filzkissen als die obligatorischen Stahlrohrfreischwinger. „Treffen Sie eine Aussage“, gibt sie Unternehmern als Erfolgsgeheimnis mit auf den Weg. K. WINCKLER

Von K. Winckler

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