Nachhaltigkeitspreis

Preiswürdiger Einsatz für Mensch und Umwelt

Die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis prämierte in Düsseldorf acht Unternehmen, die wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt verbinden. Eine neue Industrialisierungswelle unter dem Motto „Sustainability – made in Germany“ scheint möglich.

„Hier sitzen die Guten“, sagte Stefan Schulze-Hausmann, Initiator der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis, während der Verleihung der Nachhaltigkeitspreise 2010 am 26. November in Düsseldorf vor rund 1000 Gästen.

Prämiert wurden nicht nur Firmen, die bereits nachhaltig sind, „sondern Firmen, die sich auf den Weg gemacht haben“, erläuterte Günther Bachmann. Der Generalsekretär des Rats für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung war Vorsitzender der Jury.

Beworben hatten sich 560 Unternehmen. „Klimaschutz und der Schutz der biologischen Vielfalt ist ihnen am wichtigsten gewesen“, sagte Bachmann. Im Trend lägen engagierte Mitarbeiter und familienfreundliche Arbeitsplätze.

Die Jury hat acht Preisträger benannt. Für das nachhaltigste Unternehmen hält sie die Fischmanufaktur Deutsche See. Für ihre Zukunftsstrategien wurden das Wohnungsunternehmen Gesobau, der Studienreisenanbieter Studiosus und der Sportausstatter Puma belohnt. Die Jury zeichnete C&A und Daimler für einzelne Produkte sowie die Rewe-Gruppe für ihre Pro-Planet-Initiative aus. Der Energieversorger LichtBlick erhielt den Marken-Preis. Im Einzelnen:

-Die Deutsche See aus Bremerhaven setzt auf Artenschutz, Biofisch und nachhaltiges Wirtschaften. 35 % ihrer Fische bezieht sie aus Aquakultur. Der Anteil an Biofisch, der in sauberem Wasser lebt und mit bio-zertifizierten Futter gemästet wird, steigt stetig und liegt zurzeit bei 5 %. Fleisch des Gelbflossenthunfischs findet sich zwar im Sortiment, nicht aber Fleisch des gefährdeten Blauflossenthunfischs.

-Die Gesobau hat 2008 begonnen, 13 000 Wohnungen im Märkischen Viertel in Berlin energetisch zu sanieren. Bis 2015 soll der CO2-Ausstoß in der Wohnsiedlung von jährlich zuvor 43 000 t auf 11 000 t CO2 sinken. Ein Biomasse-Heizkraftwerk soll den restlichen Energiebedarf decken, sodass das Viertel als erste Großwohnsiedlung eine CO2-neutrale Energiebilanz aufweisen wird.

-Studiosus richtet seine Angebote auf ökologische und soziale Belange aus. Kunden können die CO2-Bilanz von Flugreisen ausgleichen. Der Reiseveranstalter respektiert auch gesellschaftliche Bedingungen in den fremden Ländern. Land und Leuten solle so begegnet werden, dass Tourismus akzeptiert und die Gäste willkommen seien.

-Der Sportausstatter Puma führt einen Nachhaltigkeitsindex für seine Produkte ein. Bis 2015 soll die Hälfte der Kollektion gemäß dem Index hergestellt werden. Dabei sollen Materialien wie Biobaumwolle, Baumwolle von afrikanischen Kleinbauern und recyceltes Polyester umweltschonend eingesetzt werden.

-Daimler will 2011 einen klimafreundlichen Hybrid-Lkw vertreiben. Der Elektro- und der Dieselmotor des „Atego 12t BlueTec Hybrid“ sind so aufeinander abgestimmt, dass der Lkw bis zu 15 % an CO2, Stickstoffoxiden und Feinstaub einspart. Im Stadtverkehr soll der Lkw besonders sparsam sein, da der Elektromotor beim Bremsen als Generator wirkt und Energie in eine Lithiumbatterie einspeist.

-C&A setzt immer mehr auf biologisch angebaute Baumwolle. Bereits heute besteht jedes zehnte Stück Baumwollbekleidung aus Baumwolle, die ohne chemischen Dünger und ohne Pestizide gedeiht. Für die Kunden wird das nicht teurer: T-Shirts aus Biobaumwolle kosten soviel wie T-Shirts aus normaler Baumwolle.

-Für die boomenden Öko-Energien prämiert die Jury den Markennamen Lichtblick. Die Hamburger Firma begann 1999 mit sieben Kunden und betreut heute 580 000. Sie will ab 2011 die Stromversorgung mit 100 000 kleinen Blockheizkraftwerken dezentralisieren.

-Rewe wurde für das Nachhaltigkeitssiegel „Pro Planet“ ausgezeichnet. Der Kölner Konzern will Kunden damit helfen, nachhaltig hergestellte Produkte zu erkennen – und natürlich zu kaufen. Das erste Pro-Planet-Produkt waren Erdbeeren aus der spanischen Provinz Huelva. Inzwischen sind es 80 Produkte von Obst- und Gemüsesorten sowie Schreibutensilien, Toilettenpapier und Farben.

Zudem erhielt Rewe den Sonderpreis für das recyclingpapierfreundlichste Unternehmen und Vorstandsvorsitzender Alain Caparros wurde zum nachhaltigsten Kopf der Wirtschaft gekürt.

Die Vielfalt an dauerhaft denkenden und handelnden Unternehmen lässt Bachmann an eine neue Industrialisierungswelle mit dem Label „Sustainability – made in Germany“ denken. Die Vision von Jochen Hamann vom Bundeswirtschaftsministerium ist eine bunte Industrielandschaft mit vollständigen Wertschöpfungsketten.

Gleichzeitig warnte Bachmann davor, „sich durch Erfolge einlullen zu lassen“. Solange Albatrosse an Plastik in ihrem Magen verhungern, so lange ist die Welt nicht nachhaltig.

Klaus Töpfer, Direktor des Instituts für Klimawandel, Erdsystem und Nachhaltigkeit, befürchtet, dass es 2050 keine globalisierte, sondern eine geteilte Welt gibt: „Die Gräben zwischen Arm und Reich werden tiefer.“ Um das zu verhindern, müsse weltweit die Kreislaufwirtschaft eingeführt werden. Bis dahin ist aber ein weiter Weg, ergänzt Ernst-Ulrich von Weizäcker, ehemaliger Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie: Von knappen Metallen wie Indium würden erst 1 % recycelt – „Ressourcenproduktivität ist die zentrale Botschaft von heute.“ R. AHRENS

Von R. Ahrens

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