Management

Osteuropas Lieferanten warten auf Supply Chain Management

VDI nachrichten, Düsseldorf, 21. 5. 04 -Wollen alle osteuropäische Firmen von den Wertschöpfungsketten des Supply Chain Managements profitieren, gibt es noch einiges zu tun – besonders für die „Neulinge“ in Sachen SCM. Beispiele für erfolgreiche Ost-West-Wertschöpfungsketten sind die Ost-Werke deutscher Automobilbauer. Deren Strategien könnten zum Maßstab für osteuropäische SCM-Interessenten werden.

Harald Geimer betont: „Der wirtschaftliche Nutzen optimierter Zulieferketten nach den Strategien des Supply Chain Managements liegt klar auf der Hand. Unternehmen mit ausgereiftem SCM haben Kostenvorteile von bis zu 30 % gegenüber durchschnittlichen Firmen. Der Direktor der Frankfurter Unternehmensberatung PRTM greift hier auf eine hauseigene, europaweite Studie zurück, an der sich 50 verantwortliche SCM-Manager beteiligt haben.
Da liegt es natürlich nahe, dass sich viele osteuropäische Lieferanten gern in die Logistik gut funktionierender SCM-Ketten einreihen würden. Bis dorthin sind allerdings noch einige Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. „Osteuropäische Firmen müssen auf jeden Fall die erforderliche Qualität, verbindliche Liefertreue und eine uneingeschränkte EDV-Anbindung bieten“, fordert Christoph Hahn-Woernle, Geschäftsführer beim Stuttgarter Lagertechnik-Anbieter Viastore. Wichtig sei zudem absolute „Visibility“ als Transparenz für den Kunden, ob das Unternehmen lieferfähig ist. Unverzichtbare Voraussetzung sei auch eine glasklare Vertrags- und Preisgestaltung. Deutsche Unternehmen müssten allerdings auch in irgendeiner Form vor Ort sein und eindeutige Lieferbedingungen aushandeln. „Wenn man die Zusammenarbeit von beiden Seiten richtig angeht, entsteht auf jeden Fall eine Win-Win-Situation“, lautet die positive Prognose des Viastore-Geschäftsführers. Doch bis es so weit ist, könne es noch eine Weile dauern: „Sofern es sich bei den Firmen nicht um Tochtergesellschaften oder Niederlassungen von westlichen Firmen handelt, sehe ich das Agieren von osteuropäischen Lieferanten in SCM-Verbünden wahrscheinlich nach 2008.“
Gleichzeitig hält sich laut Jeff Thinnes immer noch der weit verbreitete Trugschluss, dass sich Supply Chain Management nur für große Unternehmen rentiert. „Der betriebswirtschaftliche Nutzen von verringerten Lagerkosten, reduzierten Beständen, nahtloser Lieferanbindung und optimierter Preisbildung ist für Firmen jeder Größe in jedem Land ein echter Benefit“, hebt der Geschäftsführer beim SCM-Lösungsanbieter Manugistics in München hervor. Dabei sollten Unternehmensberater wie auch Software-Anbieter aber nicht versäumen, auf die besonderen Anforderungen und Strukturen mittelständischer Betriebe einzugehen. Denn hier sind IT und SCM nach wie vor noch allzu oft Chefsache und müssen quasi nebenbei erledigt werden, so die Erfahrungen bei Manugistics.
„Wichtig ist zunächst einmal, dass es den osteuropäischen Unternehmen gelingt, bei bestehenden und potenziellen Partnern in Westeuropa Vertrauen zu schaffen“, betont Dr. Christoph Plapp, Vorstand der Münchener Axxom AG. In Bezug auf die SCM-Thematik bedeute dies, dass die wichtigsten Voraussetzungen für die Einbindung eines Unternehmens gegeben sein müssten: Die Einhaltung von Qualitätsstandards und Zuverlässigkeit. „Es muss sichergestellt sein, dass die im Rahmen von Service-Level-Agreements vereinbarten Verfahren bzw. Vorgehensweisen jederzeit eingehalten werden“, fordert Christoph Plapp unmissverständlich. So sei es beispielsweise kein Problem, wenn wegen schlechter Infrastruktur ein Transport vier Tage in Anspruch nehme. Ein Problem entstehe erst, wenn der Transport einmal in zwei und einmal in 20 Tagen abgewickelt werde. Dann nämlich könne die transportierte Ware nicht eingeplant werden, was Auswirkungen auf alle Prozesse in der Wertschöpfungskette habe.
Und für den Axxom-Vorstand ist besonders wichtig: „Man sollte darauf vorbereitet sein, dass in Osteuropa noch nicht alles wie am Schnürchen läuft. Das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, wie schnell die Wende vom Sozialismus zur freien Marktwirtschaft vollzogen wurde.“ Noch sei nicht alles perfekt, aber die Menschen zeichneten sich durch Offenheit wie auch Flexibilität aus und legen viel Engagement an den Tag, um mögliche Probleme zu lösen. „Dass liegt daran, dass im SCM-Bereich primär junge Leute unterwegs sind – die Generation, in deren Jugend sich die Wende vollzogen hat“, lautet Christoph Plapps schlüssige Erklärung.DIETMAR KIPPELS

Von Kippels

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