Personalmanagement

Ohne Lust keine Leistung

Schreiner darf sich „Arbeitgeber des Jahres“ nennen.

Was zeichnet einen guten Arbeitgeber aus? „Er muss Vorbild sein“, sagt Helmut Schreiner, geschäftsführender Inhaber der Schreiner Group. Vergangene Woche erhielt der mittelständische Unternehmer die Auszeichnung „Arbeitgeber des Jahres“, verliehen von der Initiative „Top Job“ in Zusammenarbeit mit dem Institut für Mittelstandsökonomie (Inmit) der Universität Trier.
Die Schreiner Group im bayerischen Oberschleißheim – ursprünglich spezialisiert auf die Herstellung selbstklebender Etiketten – bezeichnet sich gern als innovatives Hightech-Unternehmen, denn neben Etiketten stellt es auch andere Systeme zur Kennzeichnung her, so etwa RFID-Chips, aber auch Funktions- und Leuchtfolien. 2004 erwirtschaftete die Firma einen Umsatz von 72 Mio. € und beschäftigte 500 Mitarbeiter, darunter 28 Auszubildende. „Alle mit erstklassigen Zeugnissen“, wie der Firmenchef Helmut Schreiner hervorhebt.
Der 65-jährige gelernte Industriekaufmann und Buchdrucker beherrscht das Vokabular moderner Managementkultur. „Vertrauenskultur“, „Benchmark“, „Stärken-Schwächen-Profil“ – alles Begriffe, die von seinen Lippen perlen, wenn er die Besonderheiten seines Unternehmens schildert. Was sich zunächst anhört wie ein auswendig gelernter Text, speist sich aus Wurzeln, die mit dem Effizienz-Denken moderner Personalführung wenig zu tun haben.
Schreiner, dessen Eltern den Betrieb 1951 gründeten, ist geprägt von der christlichen Tradition seiner Familie. „Die Wärme und Herzlichkeit, mit der meine Mutter unseren Arbeitsalltag gemanagt hat, waren für meinen Lebensweg ungeheuer wichtig“, bekennt der Unternehmer, der in seiner Freizeit gelegentlich dichtend seinem Gott dankt. Im Glauben daran, dass, wer Freude sät, auch Freude erntet, hat er es sich zur Aufgabe gesetzt, eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Menschen gerne arbeiten und daher ihr Bestes tun. Was für ihn zählt, sind Fleiß, Tüchtigkeit und Einsatz. Wer seinen Beruf nicht mit Leidenschaft ausübt, hat schlechte Karten.
Und wie sät Helmut Schreiner Freude? Persönliche Geburtstagsgeschenke, Blumensträuße am Valentinstag, Geschenkpäckchen zu Ostern und Weihnachten und jedes Jahr eine gemeinsame Weihnachtsfeier sind die eine Sache. Sie sind gut fürs Klima. Fast wichtiger noch sind die individuellen Arbeitszeitmodelle, die betriebliche Altersvorsorge und die Maßnahmen zur Gesundheitsprophylaxe (Sehtests, Grippe-Impfungen, Entspannungstechniken), ganz zu schweigen von den Weiterbildungsangeboten – „2700 Weiterbildungstage im Jahr“, so Schreiner. All diese Maßnahmen sollen die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter anspornen und Basis für Vertrauenskultur sein. Im Gegenzug erwartet der Chef hohes Engagement, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, Aufgaben selbstständig zu erledigen. „Was glauben Sie, wie häufig Mitarbeiter freiwillig am Wochenende arbeiten.“
„Ziel dieser Kultur ist es, dass alle Mitarbeiter wie Unternehmer denken und unternehmerischen Freiraum haben für definierte Erfolge“, sagt der Mittelständler, der aber auch einräumt, dass er zu Anfang seiner Karriere selbst dem Wettbewerb ausgewichen ist. „Früher haben wir alles gemacht, was andere nicht machten.“ Doch genau das habe letztlich die Innovationsfähigkeit des Unternehmens begründet. Heute verfügt das Unternehmen über eine F&E-Abteilung mit 30 Mitarbeitern, die kunden- aber auch projektbezogen forschen.
„Ausgewogen, zukunftsträchtig, nachahmenswert“ – so urteilte die „Top Job“-Jury über Helmut Schreiner und seinen Betrieb. Das ist alles sicherlich korrekt, doch wirklich beeindruckend an dem Unternehmen ist etwas anderes. In einer Zeit, in der es schick ist, einerseits über den Werteverlust zu sinnieren, andererseits Menschen trotz üppiger Gewinne in die Arbeitslosigkeit zu schicken, sind Unternehmer, die versuchen, Gewinn mit Sinn zu verbinden, eine Seltenheit.
Auch Helmut Schreiner rechnet mit spitzer Feder, auch er weiß, dass noch lange kein Aufschwung in Sicht ist und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie unter immer stärkeren internationalen Druck gerät. Doch er ist weit entfernt davon, diesen Druck einfach weiterzureichen. Stattdessen bemüht er sich, den aus seiner Sicht notwendigen großen Veränderungsprozess im Kleinen, im Unternehmen selbst, anzustoßen. Aber er sagt auch: „Ich hatte es leichter. Vor 25 Jahren waren die Bedingungen nicht so hart wie heute.“HELENE CONRADY
www.schreiner-group.de
www.topjob.de

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