Management

Nur Stärkung der Kernkompetenzen verspricht Erfolg

Der Wandel von der Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft beschäftigt Unternehmer und Politiker. Denn Wissen wird zur Schlüsselkompetenz unserer zukünftigen Gesellschaft.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff der Wissensgesellschaft? Vereinfachend kann von einer Wissensgesellschaft oder einer wissensbasierten Gesellschaft gesprochen werden, wenn die Strukturen und Prozesse in der Gesellschaft – insbesondere die Wert schöpfenden Prozesse – derartig vom Wissen einzelner oder von Unternehmen abhängen, dass die Bewirtschaftung dieses Wissens gegenüber anderen Faktoren vorrangig wird.
Während in der Industriellen Revolution (1750 – 1880) Wissen dazu verwendet wurde, um Werkzeuge und Waren zu produzieren, wurde in der Phase der Produktionsrevolution (1880 – 1945) das Wissen auf die effiziente Gestaltung von Arbeitsprozessen und Produktionsabläufen angewandt. In der dritten Phase dieses Transformationsprozesses von Wissen, der Management-Revolution (seit 1945), wird Wissen auf Wissen angewendet.
Kennzeichnend ist hierbei die Flüchtigkeit des Wissens. So ist eine rasante Verkürzung der Halbwertszeit von Wissen auf derzeit drei bis fünf Jahre zu beobachten, in manchen hoch entwickelten Technologiebereichen liegt die Halbwertszeit des Wissens sogar deutlich darunter.
Betrachtet man den Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft, so fallen zwei Veränderungen auf: Zum einen haben sich die relativen Anteile der Arbeitsstrukturen verändert. So ist in Landwirtschaft und Industrie ein drastischer Rückgang der Beschäftigten zugunsten des Dienstleistungssektors zu verzeichnen. Laut dem Bericht des Bundesforschungsministeriums „Zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands“ waren 1997 bereits ca. 8,6 Mio. Menschen in wissensintensiven Dienstleistungssparten beschäftigt.
Zum anderen haben sich die Infrastrukturen stark verändert. Während in der Industriegesellschaft ausschließlich die Infrastrukturen der ersten Ordnung (Straße, Schiene, Energie- und Telefonnetz) von Bedeutung sind, so stehen in der Wissensgesellschaft die Infrastrukturen zweiter Ordnung (intelligente Datennetze, intelligente Verkehrsleitsysteme etc.) im Mittelpunkt. Sie sind wissensbasiert und erlauben einen umfassenden, schnellen und globalen Transport von Informationen.
Diese Umwälzung von der Industrie- zur Wissensgesellschaft erzeugt Veränderungen hinsichtlich der Art der produzierten Güter. Die Produktion traditioneller Sachgüter wird natürlich nicht komplett verschwinden, aber es ist ein deutlicher Trend zu komplexen, wissensintensiven Produkten und Dienstleistungen zu erkennen.
Zum einen sind das die wissensintensiven Sachgüter. Die Herausforderung für die Unternehmen ist hierbei, an individuelle Kundenbedürfnisse angepasste Produkte mit komplexen Produkteigenschaften zu wirtschaftlichen Bedingungen anbieten zu können. Die Akquisition und Nutzung von hochspezialisiertem Wissens ist dabei vor allem für die Beherrschung der komplexen Entwicklungs- und Produktionsprozesse notwendig.
Die wissensintensiven Produkte werden verstärkt zu sogenannten „Intelligenten Produkten“ erweitert. Diese Produkte enthalten neben ihrer Kernfunktionalität weiterführende technologische oder methodische Hilfskomponenten, welche Nutzung und Betrieb für den Kunden entscheidend erleichtern sollen.
Ein typisches Beispiel dafür aus der Softwarebranche sind Installationshilfen oder „Wizards“, die den Kunden bei Installation und Anwendung unterstützen. Analog dazu wird vermehrt an Anlagen und Maschinen mit integrierter Service- und Wartungsfunktionalität gearbeitet.
Immer häufiger wird von den Kunden ein umfassendes, individuelles Leistungsangebot erwartet. Der Trend geht zu „hybriden Produkten“, d. h. zu kompletten Paketen aus Sachgütern und Dienstleistungen. Im Unterschied zu den oben beschriebenen „intelligenten Produkten“ wird hier nicht eine im Produkt integrierte zusätzliche Funktion, sondern ein „Add-on“ an Dienstleistungen angeboten, wie z. B. Finanzierung, Planung, Produktrückführung bis hin zum „Facility Management“.
Der Verschiebung von materiellen Sachgütern zu immateriellen Produkten ist an der wachsenden Zahl von Wissensprodukten zu erkennen. Die Vermarktung von Wissen in Wissensprodukten, wie beispielsweise multimediale Lernsoftware, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Während Lernprodukte im Schul- und Ausbildungsbereich bereits lange etabliert sind, sind die durch die neuen Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologien entstehenden internet-basierten, multimedialen Produkte zum „Learning on the Job“ junge, aber immer wichtigere Mitglieder in der Familie der neuen Produkte.
Schließlich wächst der Bedarf an wissensbasierten Dienstleistungen. Immer häufiger wird in Firmen überlegt, ob das für die Entwicklung eines wissensbasierten Produktes aufgebaute Engineering-Wissen auch für andere Unternehmen in anderen Märkten, oder sogar für Konkurrenten, vermarktbar ist.
Zugleich führt der Wissenswettbewerb zu einer erheblichen Beschleunigung der Wissensgenerierung und der Wissensverbreitung. Es wird für Unternehmen immer schwieriger, exklusives Wissen aufzubauen und einen substantiellen Wissensvorsprung zu halten: Deshalb ist selbst in großen, weltweit operierenden Konzernen eine Konzentration auf Kernkompetenzen zu erkennen. Denn diese Spezialisierung erleichtert die Entwicklung innovativer Produkte.
Andererseits stehen die Unternehmen, auch kleine und mittelständische , der Herausforderung gegenüber, ein breites, umfassendes Leistungsspektrum anbieten zu können. Daraus resultiert die Notwendigkeit zu Zusammenschlüssen in Unternehmensverbünden, wie beispielsweise zu virtuellen Unternehmen.
Diese hohen Fortschrittsgeschwindigkeiten in der Wissenschaft und der Industrie fordern die Menschen in zunehmenden Maße. Die individuelle, kundenorientierte Lösungsentwicklung erfordert neben einer ausgeprägten Problemlösungskompetenz das Verständnis von Arbeitsabläufen, -strukturen und Problemstellungen des Kunden.
Die Fähigkeit zur schnellen Erschließung neuer Wissensgebiete und die Fähigkeit zur multidisziplinären Zusammenarbeit werden damit zu den Schlüsselkompetenzen eines Mitarbeiters. Die logische Folge ist eine Gesellschaft, welche das lebenslange und vor allem das bedarfsgerechte Lernen in den Mittelpunkt stellen muss.

In Zukunft wird lebenslanges Lernen im Mittelpunkt stehen

Für die Unternehmen in der Wissensgesellschaft stellt sich die Frage, wie zukünftig die vorhandene Ressource Wissen effizient genutzt, weiterentwickelt und dem Kunden bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden kann. Wissen wird zur strategischen Ressource im Produktionsprozess, im Produkt, und es wird selbst zum Produkt.
Die Unternehmen, die es schaffen, ihr Wissen nach Bedarf zu bündeln und sowohl inner- als auch zwischenbetrieblich optimal zu nutzen und bereitzustellen, werden den Markt der wissensintensiven Güter und Dienstleistungen beherrschen. Damit wird Wissensmanagement im Unternehmen und in der Kooperation ein Erfolgsfaktor für nachhaltiges Wachstum.
Die Wissensgesellschaft ist kein kurzzeitiges Phänomen, sondern beinhaltet generelle Umwälzungen, welche neue Marktstrukturen und somit neue Geschäfts- und Produktstrukturen nach sich ziehen.
Wir werden nicht zur Tagesordnung übergehen können, sondern uns bemühen müssen, die systematische Entwicklung von wissensintensiven Produkten und Dienstleistungen voranzutreiben und neue Wege für ihre Vermarktung, z. B. über das Internet, zu gehen.
Die Wissensgesellschaft ist kein kurzzeitiges Phänomen, sondern führt zu tief greifenden Umwälzungen in den wirtschaftlichen und sozialen Systemen unserer Zeit.

 

Ein Beitrag von:

  • I. Hauss

  • J. Warschat

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