Management

Noble Kuschelecke für Geschäftsleute

Ein Mix aus Fitness, Restaurant, Bibliothek und Seminarzentrum ist der Club Monnet, der Anfang des Jahres in Luxemburg eröffnet wurde. Er ist der erste seiner Art in Europa – und sicher nicht der letzte.

Mannshoch, holzgetäfelt und kühl stehen sie in einer Reihe: die sieben Weinkühlschränke für die edlen Tropfen der Mitglieder des Clubs Monnet. Der ist zwar noch keine Legende, sondern eine Novität in einem Neubau auf dem Kirchberg in Luxemburg. Aber der Club könnte trotzdem schnell über die Grenzen hinweg bekannt werden.
Schon der großzügige Eingang macht klar, dass der Club weder etwas mit verrauchten Vereinsheimen noch mit angestaubt-noblen Diplomaten-Etablissements britischen Stils im Sinn hat. Der Club ist exklusiv, will aber niemanden ausschließen. Stühle und Tische des Bistros reihen sich auf den Marmorplatten um die geschwungene, luftige Treppe, die zum Freizeitbereich mit vier Saunen, Fitnessräumen, Sprudelbad und Cocktailbar sowie den 100 privaten Parkplätzen führt.
Mitglieder mit Appetit auf französische Küche statt Bistrokost flanieren im ersten Stock auf Teppichen in Hotelflor-Qualität an den Weinkühlschränken vorbei – offenbar eine Notlösung, weil es keinen Sommelier gibt. Dann stehen sie im Restaurant. Dessen halbrunde Terrasse, die den Blick auf einen eigens dafür gestalteten Garten freigibt, ist die einzige auf dem Kirchberg, auf dem ansonsten europäische Institutionen, Banken und Unternehmenszentralen vertreten sind. Beim Blick auf Grünes munden die Kreationen des französischen Maître Jean-Jaques Belin noch mal so gut. Er bietet für Mitglieder auch Kochkurse an, in denen er zeigt, was er im japanischen Kobe in asiatischen Küchen gesehen hat.
Wer allein sein möchte, kann sich samt Glas und Gesprächspartner an den Kamin in der Bibliothek zurückziehen oder zur Pianobar schlendern. Das ist nach Seminaren oder Besprechungen angenehm. Denn zum Club gehören acht private Speise- und Konferenzzimmer. Mitglieder können sich die unterschiedlichen großen Räume für vier bis 80 Personen kostenlos reservieren lassen – auch für Familienfeiern. Die meisten dürften jedoch diskrete Geschäftsbesprechungen vorziehen.
„Das ist in Luxemburg sehr wichtig, da die Geschäftswelt hier klein ist und nur zwei Hotels über entsprechende Räume verfügen. Bislang wusste deshalb jeder sofort, was die Konkurrenz macht“, erklärt Brad Millsap. Der Vizedirektor der ClubCorp hat den Aufbau des Clubs von Beginn an betreut.
Seit mehr als 15 Jahren arbeitet er für die US-Gesellschaft aus Dallas, Texas. Die Club Corporation of America ist der weltweit größte Entwickler und Betreiber von Privatclubs. Mit einem Umsatz von 1,2 Mrd. Dollar und 263 eigenen oder betreuten Clubs in 16 Ländern – in denen die Luxemburger Mitgliedskarte Vorteile verschafft – kann das Unternehmen es sich leisten, namhafte Golfturniere wie die US Open zu organisieren. Jetzt will Millsap, der bereits zahlreiche Cluberöffnungen betreut hat, den europäischen Markt erobern. Luxemburg ist sein Brückenkopf.
Millsap weiß, dass sich der Erfolg des Luxemburger Clubs schnell herumsprechen könnte die Hälfte der Bewohner Luxemburgs sind schließlich Ausländer und im Herzogtum verkehren viele Konteninhaber aus aller Welt. Auch Banker – die oft Kontakt nach Frankfurt haben. Damit wäre eine zweite Eröffnung, dann in Deutschland, möglich.

Der Ehepartner darf gratis mitkommen

Am ClubCorp-Konzept selbst zweifelt Millsap nicht. Dessen Erfolg beruht nicht zuletzt auf der Einbeziehung der Mitglieder.
In Luxemburg begann die Planung bereits im Mai 1996. Damals suchte Millsap namhafte Luxemburger aus der Geschäftswelt, um sie zu einer Mitarbeit im Aufsichtsgremium des Clubs zu bewegen. In rund 70 einstündigen Interviews fragte er Interessenten, wie sie sich ihren Club vorstellen. Wer einen „Rückzugshafen und ein Heim jenseits des Zuhauses“ (US-Werbung) suchte, blieb dabei – und redete mit.
Bei der Auswahl des Grundstücks und des schwedischen Architekten, bei der Konstruktion und der Entscheidung, nur die zwei unteren Stockwerke im vierstöckigen Haus auf zehn Jahre zu mieten, konnten die Mitglieder mitbestimmen. „Wir haben allerdings eine Option auf zwei Mal zehn Jahre Verlängerung“, erklärt Millsap. Der Amerikaner hebt hervor, dass die Interessenten sich bereits in der Startphase stark engagiert hätten. „Wir haben drei Mal die Livree der Restaurantbedienung geändert. Unsere Mitglieder haben Porzellan und Besteck ausgesucht und auf Babysitter- und Bürotechnikservice bestanden.“ In seinen Augen entspricht das der Idee des persönlichen Clubs.
Deshalb kann auch nicht einfach kommen, wer will. „Wir stellen natürlich jederzeit gerne einen Gästepass aus, wenn ein Mitglied jemanden mitbringen möchte. Aber einfach die Karte weitergeben – das funktioniert nicht“, stellt Claudia Colantonio klar. Die Direktorin für Mitgliederangelegenheiten verweist allerdings darauf, dass Ehepartner automatisch gratis mit in den Privatclub dürfen. Alle anderen müssen von Mitgliedern vorgeschlagen werden – dabei können sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen Mitglieder werden. 525 – ohne Ehepartner gezählt – haben sich schon dazu entschieden. „Bis zu 1300 können wir aufnehmen“, versichert Colantonio. Neben Franzosen, Luxemburgern und Italienern sind auch rund 10 % Deutsche vertreten.
Zwar hat sich die Kuschelecke für Geschäftsleute nach dem europäischen Ehrenbürger und Wegbereiter der EU, Jean Monnet, benannt. Doch bei der Mitgliedschaft geht es um Moneten schließlich hat der Club knapp 12 Mio. DM investiert.
Für ein Unternehmen, das bis zu zwei Mitglieder entsendet, oder für eine Privatperson kostet die einmalige Beitrittsgebühr insgesamt rund 6800 DM. Hinzu kommen noch einmal 3000 DM Jahresbeitrag pro Kopf. Dafür gibt“s dann Service von 84 Angestellten. Und natürlich, auf Wunsch, den Lieblingswein aus dem persönlichen Kühlschrankfach. CORDELIA BECKER
Wem die Arbeit über den Kopf wächst, braucht Ruhe. Im Club Monnet sind aber nicht nur gestresste Manager willkommen.

Von Cordelia Becker

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