Innovation

Mit Investitionen und Ideen der Krise die Stirn bieten  

Bei dem Wort Krise fallen den meisten Unternehmern Sparprogramme ein – beim Werbeetat, bem Personal, bei Produktentwicklung und Forschung. Wer in diesen Tagen Wirtschaftsberatern und Verbandsvertretern lauscht, hört dagegen die Mahnung: Nur jetzt nicht auf die Ausgabenbremse treten. Wer im Krisenfall an Innovation spart, verspielt die Zukunft. VDI nachrichten, düsseldorf, 23. 1. 09, rb

Stellenabbau bei Metro, Kurzarbeit bei VW und BMW, Sparpläne bei Sony und SAP. Selbst bislang erfolgsverwöhnte Branchen wie die Handyindustrie oder Navigationsgerätehersteller erwarten in diesem Jahr deutliche Gewinnrückgänge. Da die deutsche Industrie stark vom Export abhängt, rechnen Experten von Deutsche Bank Research hierzulande mit massiven Produktionseinbrüchen: -7 % für die Metallverarbeitung, -5 % für Maschinen und Elektrotechnik, -9 % für den Automobilbau. Die Krise ist angekommen.

Schon hat Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer für seine IT- und Telekommunikationsbranche einen Trend ausgemacht: „Wer Geld hat, schont es.“ Doch genau das sei die verkehrte Strategie. Wer im Krisenfall glaube, mit Stillhalten und zurückhaltender Ausgabenpolitik auf bessere Zeiten warten zu können, liege falsch, attestiert er unisono mit seinem Kollegen vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) Hans-Peter Keitel. Im Gegenteil: „Unternehmen müssen den Mut haben, über die Krise hinaus zu denken“, forderte der BDI-Präsident.

Das sieht Joachim Benner, Analyst von IDC, ähnlich: „Wer angesichts der Rezession rigoros auf die Kostenbremse tritt, wird zwar kurzfristig Einsparungen erzielen, langfristig aber ins Hintertreffen geraten.“

Die Unternehmensberater von Arthur D. Little gehen noch einen Schritt weiter: Gerade in Abschwungzeiten seien bei Innovationsaktivitäten die Weichen für den nächsten Aufschwung zu stellen, heißt es in einem jüngsten Report. Und weiter: „Erfolgreiche Innovatoren leiten Teile der abzubauenden Ressourcen in Innovations- und Wachstumsprogramme um.“ Principal Volker Kirchgeorg hat dafür Beispiele parat. So hätten Pumpenexperten wie KSB und Grundfos im letzten Abschwung vor rund fünf Jahren entscheidende Innovationsprogramme aufgelegt, und seien so gestärkt in den nachfolgenden Aufschwung gestartet.

Kirchgeorg ist überzeugt: „Der deutsche Maschinenbau hat gelernt, dass er nur überleben kann, wenn er in Innovationen investiert. Das ist der Grund, warum wir Exportweltmeister sind und Produkte, die hier entwickelt wurden, weltweit immer noch hoch angesehen sind.“

Die Gesamtzahl deutscher Firmen jedoch hinkt – auch in besseren Zeiten – bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) ihren internationalen Konkurrenten hinterher. Das rechnete Joachim Milberg, Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften und Vorsitzender des Aufsichtsrates der BMW AG, letzte Woche auf dem Münchner Innovationsgipfel vor. So seien in den vergangenen Jahren nur rund 2,5 % für FuE, gemessen am Bruttosozialprodukt, ausgegeben worden. Die EU-Zielmarke läge dagegen bei 3 %.

Um aus dem Dilemma zwischen Kostenreduktion einerseits und Investitionen in Innovation andererseits herauszukommen, fordern die Verbände Hilfe von der Politik für ihre Unternehmen. Investitionen in FuE sollen steuerlich geltend gemacht werden können, einschließlich der Kosten für Personal und Auftragsforschung. Staatshilfe, die es laut BDI in anderen Ländern seit langem gibt.

„Es wäre schön, wenn die Politik einen stärkeren Schwerpunkt auf die eigentliche Kernstärke Deutschlands, die Innovation, legen würde“, wünscht sich auch Berater Kirchgeorg.

Doch im Konjunkturprogramm 2 ist nur wenig Konkretes zum Thema Innovation zu lesen. Ein Zukunftsthema ist der Ausbau von Breitband, der schon seit Jahren diskutiert wird. Innovationsanreize gibt es in dem Rettungspaket für den deutschen Mittelstand über Zuschüsse für FuE-Projekte – allerdings nur für Firmen mit maximal 250 Beschäftigten.

Dennoch bleiben auch in diesen Tagen viele optimistisch, so wie BDI-Präsident Keitel: „Deutschland hat gut aufgestellte Unternehmen. Sie bieten innovative Produkte und Dienstleistungen an sie haben gut ausgebildetes Personal.“ Dies seien hervorragende Voraussetzungen für Deutschland – und ein Grund, trotz der aktuellen Nachrichten zuversichtlich in die Zukunft zu blicken.

B. BÖHRET/ R. BÖNSCH 7Seite 4

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