Management

Millionen-Jobs bei Pleitefirmen

Nach den vielen Pleiten werden in Amerika wagemutige Manager mit einer besonderen Qualifikation gesucht: Sie sollen bankrotte Firmen wieder flott kriegen. Geködert werden sie mit üppigen Gehältern.

Lee Iacocca war von sich und seinen Management-Methoden so sehr überzeugt, dass er sich 1979 mit einem Gehalt von einem Dollar zufrieden gab, um dem kurz vor der Pleite stehenden Chrysler-Konzern wieder auf die Beine zu helfen. Zusätzlich gab es nur Aktien-Optionen, die bei seinem Amtsantritt allesamt wertlos waren. Diese Zeiten sind vorbei, denn mit der zunehmenden Anzahl an Pleiten und den immensen Milliarden-Beträgen, um die es inzwischen dabei geht, steht bei den Gläubigern vor allem eins im Vordergrund: die Rettung der eigentlich zumindest finanziell längst untergegangenen Unternehmen – egal wie.
Wer heute ein einigermaßen Erfolg versprechendes Konzept für einen der Milliarden-Konkurse zur Hand hat und außerdem noch über erprobte Managementpraxis verfügt, hat gute Chancen einen millionenschweren CEO-Job bei einem der bankrotten Konzerne zu bekommen.
Ex-Compaq-Chef Michael Capellas etwa meint zu wissen, wie man den größten Konkursfall der US-Geschichte wieder flott kriegt – zumindest konnte er mit seinen Vorstellungen die Worldcom-Gläubiger und das Konkursgericht überzeugen. Und so wechselte Capellas im Dezember von seinem Sessel bei Hewlett-Packard für ein Dreijahres-Gehalt von 20 Mio. $ auf den Chefsessel von Worldcom. Eingefädelt hatte den Wechsel der inzwischen weltweit als Krisenmanager bekannte ehemalige New-Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani, der einen Beratungsvertrag mit dem Hauptgläubiger von Worldcom David Matlin hat.
Matlin hatte schon im Herbst den größten Teil der Worldcom-Anleihen für 15 % des Nominalwertes erworben und damit ist er jetzt Mehrheitsgläubiger bei Worldcom. Sollte seine Rechnung aufgehen, kann man Worldcom in einem Jahr wieder an die Börse bringen – was dem auf solche Rettungsaktionen spezialisierten Matlin einige Milliarden einbringen würde. Dagegen nähmen sich dann die Extraerfolgsprämie von 100 Mio. $ für Giuliani und auch die 20 Mio. für Capellas ganz bescheiden aus.
So haben es wohl auch die beiden Ex-AT&T-Manager Bill Schleyer und Ron Cooper eingeschätzt, die sich fortan den Chefsessel von Adelphia teilen werden. Deshalb haben sie bei ihren Verträgen darauf geachtet, dass nicht nur die Hauptgläubiger im Erfolgsfall gut versorgt sind, sondern auch für sie selbst genügend übrig bleibt. Falls es ihnen gelingen sollte, den von Betrug, Bestechungen und Fälschungen schwer belasteten Kabelfernseh-Anbieter innerhalb von zwei Jahren wieder aus dem Schutz des „Chapter 11“ herauszuführen, winken ihnen rund 65 Mio. $.
Möglich sind solche atemberaubenden Gehälter bei bankrotten, amerikanischen Unternehmen, weil das „Chapter 11“ die Liquidation eines Unternehmens nur als allerletzten Schritt zulässt. So lange auch nur die geringste Chance besteht, dass das Unternehmen in irgendeiner Form wieder saniert werden kann, ist dieser Weg zu gehen.
Mit solchen Gesetzesvorgaben, die vom Konkursgericht peinlich genau überwacht werden, haben es risikobereite Investoren und Manager leicht, sobald sie dem Gericht und den Gläubigern plausible Konzepte für die Rettung und Weiterführung präsentieren. Das war zwar schon immer so, aber im letzten Jahr hat sich die „scale of economics“ bei den Pleiten erheblich nach oben verschoben.
Wenn bei einem einzigen Konkurs zweistellige Milliardenbeträge im Spiel sind, macht es Sinn, einen zweistelligen Millionenbetrag zu opfern, um einen dreistelligen Millionenbetrag zu retten. Und so wurden die Verträge von Capellas, Schleyer und Cooper von den Gläubigern nicht nur „genehmigt“, sondern forciert, denn auch Schleyer und Cooper wurden, ähnlich wie Capellas, von den Gläubigern mit Hilfe von professionellen Headhuntern angeworben.
Allerdings scheinen die Chancen, bei der Suche fündig zu werden, nicht gut zu stehen. Immerhin ist der Erfolgsdruck auf die Manager bei diesem so genannten „Turn-around-Job“ enorm hoch und wie es mit der Karriere im Falle des Versagens weiter geht, steht in den Sternen. Folglich wurden die Hemmschwellen spürbar abgesenkt. „Die Bedingungen, nach denen sich die Erfolgszahlungen richten, sind im Fall Adelphia auf ein neues Tief gefallen“, sagte Brian Foley, Personalberater in White Plains über die Verträge von Schleyer und Cooper.
Bisher haben die beiden Manager auf ihren Posten ohnehin noch nie ein Unternehmen „herumgerissen“ – im Gegenteil: AT&T gilt in den USA eher als Beamtenladen denn als Schule für aggressive Macher. Personalberater Foley sieht das ähnlich: „Schleyer ist definitiv kein ‚Reißer’. Der Markt für solche Leute ist aber völlig leer gefegt und Adelphias Ruf zählt unter den gegenwärtigen Konkurs-Unternehmen mit zu den schlechtesten.“ HARALD WEISS

Von Harald Weiss

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