Personalmanagement 23.11.2007, 19:31 Uhr

„Menschen sind nicht austauschbar“  

VDI nachrichten, Ingolstadt, 23. 11. 07, has – Audi stellt in diesem Jahr 600 Akademiker ein, die meisten davon sind Ingenieure. Aber ein überdurchschnittlicher Abschluss allein reicht für den Einstieg nicht mehr, Bewerber müssten sich durch Softskills unterscheiden, meint Werner Widuckel, Personalvorstand von Audi, und Autor des folgenden Artikels.

Schon heute bilden wir jährlich knapp 700 junge Menschen in 20 Berufen aus. In diesem Jahr werden 600 Akademiker eingestellt, die meisten davon sind Ingenieure. Faktoren wie Markterfolg und Innovationskraft, interessante berufliche Herausforderungen und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten spielen bei der Wahl des Arbeitgebers eine entscheidende Rolle.

Absolventen wollen sich in hohem Maße mit den Produkten ihres favorisierten Arbeitgebers identifizieren. Audi ist die Premiummarke, die am stärksten wächst. Das macht uns zu einem attraktiven Arbeitgeber in Deutschland.

Dass unser Konzern als Arbeitgeber bei den Studenten der Ingenieurwissenschaften weiter an Beliebtheit gewinnt, zeigt auch die jüngst veröffentlichte Studie des Trendence-Instituts.

Dies darf jedoch nicht zu Selbstzufriedenheit führen. Denn wir müssen heute schon an morgen denken. Wir wollen die Zukunft gestalten, anstatt von ihr getrieben zu werden. Wir möchten die Nachwuchstalente möglichst früh im Studium kennenlernen. Über Praktika, Diplomarbeiten bis hin zu Promotionen haben die Studenten die Möglichkeit, mit der Unternehmenskultur vertraut zu werden. Und wir haben Gelegenheit, den Menschen, der sich hinter einer bestimmten Abschlussnote verbirgt, kennenzulernen. Denn wir sind auf der Suche nach denen, die am besten zu uns passen.

Ein überdurchschnittlicher Studienabschluss allein reicht heute nicht mehr, um einen beruflichen Einstieg erfolgreich zu meistern. Vielmehr sind es die Softskills wie Sozialkompetenzen, Teamfähigkeit und Überzeugungskraft, die die Bewerber voneinander unterscheiden und nicht selten Entscheidungskriterium für oder gegen den Kandidaten sind.

Personalentwicklung und Nachwuchsförderung sind wesentliche Elemente unserer Unternehmensstrategie. Audi bietet verschiedene Einstiegsmöglichkeiten für Akademiker, je nach Qualifikation und persönlicher Neigung des Absolventen.

Die sinnvolle Verzahnung von Theorie und Praxis ist für die Nachwuchsförderung bei uns richtungweisend, um die Kernkompetenzen und die Innovationskraft des Unternehmens zu stärken. Wir fördern beispielsweise ein duales Studium an der Berufsakademie (BA). Ein weiteres Programm, Studium und Erfahrung in der Praxis (StEP), bietet Abiturienten die Möglichkeit, Studium und Berufsausbildung zu kombinieren. Audi übernimmt für beide Programme die Studiengebühren, damit finanzielle Rahmenbedingungen bei der Wahl der Qualifizierung nicht zum Entscheidungskriterium werden.

In Zukunft werden gute Fachkräfte hart umkämpft sein, sodass kein Unternehmen mehr umhin kommen wird, Nachwuchs gezielt zu fördern. Wichtig ist aber auch, dass im Arbeitsalltag von beiden Seiten das gehalten wird, was versprochen wurde.

Kapital und Technologien sind austauschbar, Menschen nicht. Personal gezielt zu fördern und individuell weiterzuentwickeln ist daher mindestens genauso wichtig wie die vorangegangene Personalauswahl. Denn nur engagierte, begeisterungsfähige und gesunde Mitarbeiter sichern den Unternehmenserfolg. Und dazu gehört, sie zu neuen Herausforderungen zu motivieren, ihnen abwechslungsreiche Tätigkeiten zu bieten und in ihre Leistungsfähigkeit und -bereitschaft zu vertrauen.

Die Ausbildung ist mit dem Abschluss eines Studiums oder einer Promotion nicht beendet. Absolventen haben aus der heutigen Sicht über 40 Berufsjahre vor sich, die es heißt, im Sinne des Mitarbeiters und des Unternehmens zu gestalten. Die Bedeutung der lebensbegleitenden Weiterbildung wird dabei immer wichtiger.

Vom Älterwerden der Gesellschaft bis zum Fehlen von qualifizierten Nachwuchskräften werden die Auswirkungen des demografischen Wandels häufig schwarzgemalt. Doch die demografischen Veränderungen bedeuten keine Katastrophe. Demografie ist keine kurative Veranstaltung für Ältere, sondern ein Generationenpakt zur Nutzung von Zukunftschancen.

Das bedeutet: Wir müssen uns den Herausforderungen heute stellen, um auch morgen wettbewerbsfähig zu bleiben. Altersgemischte Teams ermöglichen die Weitergabe von unbezahlbarem Wissen. Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeiter jeden Alters garantieren Motivation und die permanente Erweiterung von Kompetenzen.

Wir wollen unseren Mitarbeitern ermöglichen, ein Leben lang zu lernen. Wir möchten ihnen vermitteln, dass sie gebraucht werden und leistungsfähig sind. Und wir werden ihre Anstrengungen honorieren. Wenn uns das gelingt, dann haben wir die Verbindung zwischen vorausschauender Personalentwicklung und unternehmerischem Erfolg geschaffen, die wir brauchen, um ein nachhaltig attraktiver Arbeitgeber zu sein – für unsere Mitarbeiter und den Nachwuchs.

Die geburtenschwachen Jahrgänge werden sich in den kommenden Jahren auch in den Zahlen der Studienabgänger widerspiegeln. Der Handlungsbedarf ist unumstritten. Wir können den Fachkräftemangel nur gemeinsam bewältigen. Deutschland ist für Audi der zentrale Entwicklungs- und Fertigungsstandort. Damit übernehmen wir gesellschaftliche Verantwortung für den Standort Deutschland.

Aus diesem Grund haben wir auch Lernpatenschaften mit Schulen geschlossen, um schon bei Kindern und Jugendlichen Technikbegeisterung zu wecken. Wer erst dann um Absolventen wirbt, wenn diese ihr Examen in der Tasche haben, kommt zu spät.

Mit Wissenschaftsprojekten und Hochschulkooperationen setzt das Unternehmen auf die Entwicklung zukunftsweisender Technik und bekennt sich zur Region ihrer Produktionsstandorte. Doktoranden haben optimale Arbeitsbedingungen und eine beruflich weiterführende Perspektive. Die Kooperationen ermöglichen ein intensives gegenseitiges Kennenlernen zwischen Nachwuchswissenschaftlern und Unternehmen, das in der Regel zu einer Einstellung bei Audi führt.

Investitionen in Forschung und Technik sind Garanten für Nachwuchsförderung und Arbeitsplatzsicherung am Standort Deutschland. WERNER WIDUCKEL

Die Alterung der Gesellschaft ist keine Katastrophe

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