Management

Mega-Fusionen nahmen 2001 weltweit drastisch ab

2001 gab es in Deutschland weniger Fusionen und Übernahmen als in den Vorjahren. Experten, so schreibt Steffen Mezger, Chefredakteur der M&A-Review, im folgenden Beitrag, erwarten 2002 ein moderates Wachstum. Rekordzahlen früherer Jahre gelten aber als unwahrscheinlich.

Wie die Vergangenheit zeigt, sind Prognosen in einem Bereich wie Mergers & Acquisitions schwierig und mit Vorsicht zu genießen. Dies beweisen auch immer wieder Gerüchte um angeblich kurz bevorstehende Transaktionen.

Ein Beispiel ist die Commerzbank, die schon mehrere Jahre einen vorderen Rang auf der Liste der Übernahmekandidaten einnimmt. Daneben wurde auch die Thyssen Krupp AG in der jüngeren Vergangenheit mit Übernahmegerüchten in Verbindung gebracht.

Die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG, die zuvor bereits die Klöckner-Werke AG übernommen und teilweise wieder verkauft hatte, habe angeblich Interesse, so einige Meldungen. Selbstverständlich wurde dementiert und bisher gibt es keine Hinweise, die das Gegenteil belegen.

Obwohl WCM eine sehr große Akquisition angekündigt hat, wird auch in Analystenkreisen nicht davon ausgegangen, dass das Frankfurter Beteiligungsunternehmen die Thyssen Krupp AG übernehmen will. Zum einen dürfte es auf Grund der Aktionärsstruktur schwierig sein, eine Mehrheit zu bekommen. Zum anderen würde die Finanzierung eines solchen Unterfangens auch für ein relativ großes Beteiligungsunternehmen wie WCM ein nicht leicht zu lösendes Problem darstellen.

Daneben tauchten auch wieder Gerüchte um den Heizungsbauer Buderus auf, an dem zunächst sowohl Bosch als auch Bilfinger & Berger interessiert zu sein schienen. Nachdem der deutsche Baukonzern die bereits in seinen Händen befindliche 28,5 %-ige Beteiligung als reines Finanz-Investment tituliert hat, erheben sich nun wieder Stimmen, die von einem Übernahmeversuch von Seiten der Robert Bosch GmbH ausgehen. Ob dieser allerdings freundlicher oder feindlicher Natur sein bzw. überhaupt stattfinden wird, ist momentan reine Spekulation.

Dass eine feindliche Übernahme auch in der mittelständischen deutschen Industrie Erfolg haben kann, zeigte im letzten Jahr ein bis dahin noch nicht da gewesener Fall. Erstmals hat ein privates mittelständisches Unternehmen, der Wälzlagerhersteller Ina Holding Schaeffler, mit der FAG Kugelfischer einen ebenfalls mittelständischen, allerdings börsennotierten Konkurrenten im Zuge eines Hostile Takeovers übernommen.

Ina erzielte vor der Übernahme einen Jahresumsatz von 4,2 Mrd. Euro und produziert neben kompletten Auto- und Maschinenkomponenten vor allem Wälzlager. Dagegen erzielt FAG mit rund 18 000 Mitarbeitern mehr als ein Drittel seines Umsatzes von 2,2 Mrd. Euro mit Standardprodukten.

Wie bereits bei der Mannesmann-Übernahme durch Vodafone konnte auch hier die Transaktion von der angegriffenen Partei nicht abgewendet werden. Durch die Verteidigungsmaßnahmen wurde jedoch der gebotene Preis pro Aktie und damit der realisierte Gewinn für die Aktionäre der FAG Kugelfischer erhöht.

Ina hatte 12 Euro je Aktie oder insgesamt 734 Mio. Euro für FAG Kugelfischer geboten. Zu Beginn lag das Angebot noch bei 11 Euro je Aktie.

Für viele Beteiligte war das vergangene Jahr im Bereich Mergers & Acquisitions nicht von Erfolg gekrönt. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass Fusionen und Übernahmen ein zyklisches Geschäft sind und nicht, wie einige in Zeiten des Booms zu glauben schienen, grenzenlos Jahr für Jahr neue Rekorde generieren können.

Während im Jahr zuvor noch ein Rekordvolumen der weltweiten Transaktionen in Höhe von 3,4 Billionen Dollar zu verzeichnen war, brachen die Transaktionswerte der weltweit angekündigten Fusionen und Übernahmen im vergangenen Jahr um fast 50 % auf 1,74 Billionen. Dollar ein (Quelle: Thomson Financial).

Wie an dem geringeren Rückgang der Transaktionszahlen zu erkennen ist, geht dieser Einbruch auf die stark gesunkenen Transaktionsvolumina der einzelnen Deals zurück. Die Anzahl der sogenannten Mega-Fusionen ist im vergangenen Jahr drastisch gesunken. Ein wesentlicher Grund hierfür ist neben der Vorsicht der Käufer insbesondere auch der im Vergleich zu den Vorjahren teilweise erhebliche Kursverlust vieler Aktien, insbesondere in den Hightech-Branchen.

Oftmals werden auch die Terroranschläge des 11. September als ein Grund für die niedrigen Zahlen angegeben. Allerdings hat sich die Zahl der Beteiligungen und Übernahmen schon seit der zweiten Hälfte des Jahres 2000 rückläufig entwickelt.

Auch der deutsche Markt für Fusionen und Übernahmen blieb von der weltweiten Entwicklung nicht verschont. Nach Angaben von Thomson Financial sank das Volumen angekündigter Transaktionen mit Beteiligung eines deutschen Target-Unternehmens auf 89,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 123 Mrd. Euro).

Deutschland liegt damit im europäischen Vergleich hinter Großbritannien auf Platz zwei. Die Transaktionszahlen der M&A-Review Database sanken von 2537 auf 1630 abgeschlossene Fälle. Dem Bundeskartellamt wurden bisher 1138 abgeschlossene sowie 1451 angekündigte Transaktionen gemeldet.

Es ist allerdings noch mit nachträglichen Nennungen zu rechnen, die den Rückgang der Deals in 2001 relativieren werden. STEFFEN MEZGER

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