Strategie

Manager auf dem Weg zum Weltmeistertitel

Die Fußballweltmeisterschaft ist vorbei, Deutschland hat den dritten Platz gemacht. So manche Trainingsstrategie aus dem Leistungssport lässt sich auch auf die Arbeitswelt übertragen. Stärken stärken, Schwächen managen, das, was im Sport richtig ist, kann auch für manchen Manager eine Hilfe sein.

Was hat die Angst des Torwarts vor dem entscheidenden Elfmeter und die des Managers vor der entscheidenden Verhandlung über den Millionenauftrag gemeinsam? Sehr viel. Das meinen jedenfalls Führungskräftetrainer und Wirtschaftslenker, die, allseits auf dem Weg in die erste Liga, ohnehin gern mit Wortspielen aus dem Fußball hantieren.

„Fußball ist nicht nur eine Metapher, sondern ein Modell für modernes Management“, sagt Führungskräftetrainer Reinhard Sprenger, der in seinem Buch „Gut aufgestellt“ Fußballstrategien für Manager beschreibt. Denn Wirtschaftsführer seien da angekommen, wo sich Trainer schon lange wähnen: bei hohem Ergebnisdruck, dauernder Veränderung und stetigen Wachstumsansprüchen. Die Anforderungen im Leistungssport und der Arbeitswelt sind gestiegen und trotzdem sollen hervorragende Ergebnisse her, wie das 4:0 der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Argentinien.

Vor allem ehemalige Spitzensportler und Trainer sind daher neuerdings gefragt, die Geheimnisse ihres Erfolgs an Führungskräfte weiterzugeben. Coaches wie der Hamburger Olaf Kortmann, der als Bundestrainer jahrelang die Volleyballherren auf Trab brachte. Heute spornt er als Personal- und Kommunikationstrainer Führungskräfte an. „Viele Manager sehen die Parallelen zwischen Leistungssport und Karriere und wollen davon profitieren“, ist seine Erfahrung. Also: Was ist zu tun, wenn bei dem Manager vor einem wichtigen Meeting eine Art Angst vor dem Elfmeter aufsteigt? „Nicht an die Konsequenzen eines Misserfolges denken, sich eigene Stärken vor Augen halten und bei den Schwächen des Gegners ansetzen“, ist Kortmanns Rat. Miese Gedanken zermürben. Besser ist, sich positive Bilder, etwa das des letzten genialen Geschäftsabschlusses, vors innere Auge zu holen.

Sich im entscheidenden Moment richtig fokussieren, darauf komme es an: „Man muss in der Lage sein, gezielt störende Einflüsse auszublenden. Das kann man trainieren“, betont Kortmann. Daher übt er mit seinen Klienten Konzentration und Selbstreflexion.

In Sachen Selbstmanagement, der Basis aller sportlichen Siege, hält es Kortmann damit, Stärken zu stärken und Schwächen zu managen, statt kraftraubend zu versuchen, diese auszumerzen. Die deutsche Nationalelf sei dafür ein blendendes Beispiel: Statt mühsam die schwache Abwehr aufzubauen, stärke Trainer Jogi Löw die ohnehin starke Offensive. Kortmann: „An Schwächen von Mitarbeitern herumzumäkeln oder selbst daran zu verzweifeln, führt zu nichts.“

Alles Techniken, die Managern durchaus helfen, von sportlichen Erfolgen zu profitieren. Sportwissenschaftler wie Jens Kleinert von der Sporthochschule Köln warnen allerdings davor, es sich allzu einfach zu machen. Nicht jede Technik lasse sich einfach auf das Berufsleben übertragen.

Das weiß Jörg Löhr, ehemaliger Spieler der Handball-Nationalmannschaft, aus eigener Erfahrung. Auch er arbeitet als Managementberater und sagt: „Natürlich lassen sich die Trainingsmethoden eines Spitzensportlers nicht eins zu eins auf den Job übertragen.“ Vielmehr gehe es darum, vom Spitzensport zu lernen. „Talent als wichtige Basis z. B. In der Arbeitswelt wird die Auswirkung eines Talents leider noch sehr oft unterschätzt.“ Wie im Spitzensport führe im Geschäft der Weg zum klar formulierten Ziel über Talent, Teamgeist und Training.

Den Blick aus der Bürotür hinaus ins Stadion beherrscht auch Slatco Sterzenbach, Triathlet und Weltrekordler im Indoor-Cycling. Er berät Unternehmen wie Allianz, Beiersdorf und die Deutsche Telekom darin, wie sie ihre Mitarbeiter mit etwas Sportsgeist zu besseren Leistungen bringen, gesünder und ausgeglichener werden.

Einen der Schlüssel zu kreativem und erfolgreichem Arbeiten besteht für Sterzenbach in der Kunst des Entspannens „Jeder Sportler weiß, dass er nur besser wird, wenn er sich entspannen kann.“ Was blendend zu einem vollen Terminkalender passt: Das geht auch in zwei Minuten. Der Trick: Zwerchfellatmung in den Bauchraum. Sterzenbach übt mit seinen Klienten, maximal viermal in der Minute tief ein- und auszuatmen, mit jeweils zwei Sekunden Pause danach. Dies zwei Minuten lang – und schon schütten die Zellen mehr Magnesium aus, was Sterzenbach „das Salz der Entspannung“ nennt.

Mit Blitzentspannung allein ist es natürlich nicht getan. „Wichtig ist eine Vision zu haben und dafür ein lebendiges, emotionales Bild im Kopf zu schaffen“, sagt Sterzenbach. Auf dem Weg dahin sollten viele Zwischenetappen, Tages-, Wochen- und Jahresziele abgesteckt werden, die realistisch sind. Allerdings: „Man muss sich auch aus der Komfortzone herauswagen, sich fordern.“ So wie Sterzenbach als Triathlet zwischendurch beim Radfahren die Trittfrequenz deutlich erhöht, sollten etwa Vertriebler querdenken, neue Märkte antesten, schauen, was geht und was nicht. „Ansonsten gilt: Training, Training, Training!“ Sterzenbach wundert sich immer wieder, weshalb ein Vertriebsteam nicht regelmäßig den Verkauf über ein Videofeedback übt. „Für einen Sportler ist das selbstverständlich“, sagt der Experte und betont: „Schnelle Erfolge gibt es nicht.“

Und was, wenn Rückschläge dazwischenfunken? Da sind sich die Sportsfreunde einig: Nicht entmutigen lassen, lernen. „Fehler müssen sein und bieten eine Chance, besser zu werden“, sagt Sterzenbach, „Sportler lernen am meisten, wenn sie nicht gewinnen.“

CHRIS LÖWER

Von Chris Löwer

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