Interview: Wirtschaftsmediation

„Lösungen finden, ohne Öl ins Feuer zu gießen“

Mediatoren sollen Streitigkeiten einvernehmlich beilegen und teure Rechtsstreitigkeiten vermeiden helfen. Was die Kunst der Wirtschaftsmediation ausmacht, erklärt der Kölner Psychologieprofessor Egon Stephan.

VDI nachrichten:Der Gesetzgeber beabsichtigt, Mediationen als Alternative zu Gerichtsverfahren zuzulassen. Welche Vorteile haben Mediationen?

Egon Stephan:Sie sparen Zeit und Geld, erhalten wichtige Geschäftsverbindungen. Denn sie eröffnen die Chance, gefährdete wirtschaftliche Beziehungen der streitenden Parteien auf eine neue vertrauensvolle Grundlage zu stellen, weil beide Seiten von einer Einigung profitieren können. Dagegen ruinieren gerichtliche Auseinandersetzungen in der Regel auch langjährige erfolgreiche Geschäftsbeziehungen meist für immer.

Woran liegt das?

In gerichtlichen Verfahren versucht jede Seite, ihre Rechtsposition so aufzubauen, dass sie ihre Chancen auf einen gerichtlichen Erfolg maximieren und die anfallenden Kosten so weit wie möglich auf die Gegenpartei abwälzen kann. Vieles von dem, was getan wird, um ein vorteilhaftes Gerichtsurteil für die eigene Seite zu erreichen, ist in hohem Maß geeignet, Öl ins Feuer zu gießen. Damit sinken die Chancen für einen gerichtlichen Vergleich, der für beide Seiten – wirtschaftlich und emotional – zufriedenstellend ist. Am Ende gibt es daher häufig nicht nur einen, sondern zwei Verlierer.

Während es nach einer Mediation zwei Gewinner geben soll?

Genau. Denn es ist das erklärte Ziel, eine Lösung zu finden, die den Interessen beider Seiten gerecht wird. Bereits das Wissen, dass auch die Gegenseite zur Mediation bereit ist, stellt ein erstes Einvernehmen zwischen den Parteien dar. Diese positive emotionale Vorbedingung fehlt naturgemäß in jeder gerichtlichen Auseinandersetzung.

Welcher Voraussetzungen bedarf es, dass eine Mediation gelingt?

Zunächst der Bereitschaft beider Parteien, ihren Konflikt außergerichtlich zu klären. Doch auch der Mediator sollte fachlich qualifiziert sein und über gute Techniken der Gesprächsführung sowie über eine emotional stabile Persönlichkeit verfügen. Nur dann ist er Lage, in aufgeheizter Atmosphäre den Überblick zu behalten und das Gespräch in ein ruhigeres Fahrwasser zu lenken. Als neutrale Instanz arbeiten Mediatoren „ergebnisoffen“, das heißt, sie begleiten den Prozess, in dem die Konfliktparteien selbstständig und eigenverantwortlich nachhaltige Lösungen entwickeln, um ihren Streit durch eine gemeinsam entwickelte Lösung beizulegen.

Worauf sollten Unternehmen achten, wenn sie einen Mediator suchen?

Mediatoren, die Konflikte in und mit Unternehmen klären sollen, benötigen ökonomische Sachkenntnisse und müssen auch wirtschaftlich denken können. Der Erfolg einer Mediation steht und fällt damit, dass das Ergebnis dauerhaft für beide Seiten überzeugend ist und nicht nach kurzer Zeit wieder verworfen wird. Daher sollte ein Mediator auch über das Know-how verfügen, um die schriftliche Abschlussvereinbarung rechtlich und sachlich so präzise zu formulieren, dass Missverständnisse und Streitigkeiten über die Auslegung von vorneherein vermieden werden.

Egon Stephan ist wissenschaftlicher Leiter der Ausbildung zum „Geprüften Wirtschaftsmediator“ am Ineko-Institut an der Uni Köln.

Von Michael Gestmann

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