Management

Konica Minolta: Aus für das Kamerageschäft  

VDI nachrichten, Tokio, 27. 1. 06, rb – Konica Minolta Holdings Inc. zieht sich aus dem angestammten Kamera- und Fotofilmgeschäft zurück. Es handelt sich dabei um das Ende eines der bekanntesten Markennamen in der Welt der Fotografie. Der Kostendruck zwingt aber auch andere aus der Fotobranche zu Konsolidierungen und Kooperationen.

Teile des erfolgreichen Geschäfts mit Spiegelreflexkameras wird Konica Minolta an Sony Corp. abtreten. Der Verkaufspreis wurde nicht genannt. Der restliche Teil des klassischen Kamerageschäfts, beispielsweise der Bereich Kompaktkameras, wird bis März gänzlich gestoppt. Bis zum Jahr 2007 will der Konzern zudem die Produktion von Fotofilm und -papier beenden. „Ich will unter die gesamte Sache einen Strich ziehen“, erklärte Konica-Minolta-Präsident Fumio Iwai dieser Tage in Tokio.

Im Kamerageschäft verlor Konica Minolta im Geschäftsjahr 2004/05 (31. März) im operativen Geschäft 7,3 Mrd. Yen, rund 5,1 Mio. €. Nach Aussagen von Minolta-Präsident und CEO Iwai sind diese Verluste vor allem darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen keine Bildsensorchips baut, die als Schlüsselfaktor für Leistung und Kosten einer Kamera gelten. In Zukunft wolle sich Konica Minolta auf medizinische Geräte, Druckerteile und Kopierer konzentrieren. Analysten zufolge wird der Rückzug aus einem hart umfochtenen Markt, der durch scharfe Preisrückgänge gekennzeichnet ist, vor allem in die Hände von den Branchenriesen Canon Inc. und Nikon spielen.

Der Schritt des Herstellers mit einer mehr als hundertjährigen Geschichte in Filmproduktion und Kamerabau kommt zu einer Zeit, da der weltweite Siegeszug der digitalen Kameras nicht mehr aufzuhalten ist. Derzeit schrumpft der traditionelle analoge Kamerabereich um 20 % im Jahr, während der Markt für Digitalkameras unablässig wächst. Jüngsten Branchenprognosen zufolge sollen dieses Jahr weltweit bis zu 96 Mio. Digitalkameras verkauft werden oder 25 % mehr als im Vorjahr.

In jüngster Zeit ist eine massive Konsolidierung in der Branche zu beobachten. Im vergangenen Jahr hatte sich Kyocera bereits aus dem Kamerabereich zurückgezogen und vor kurzem erklärte Nikon, man wolle die Produktion von Analogkameras und den zugehörigen Objektiven nahezu gänzlich aufgeben. Der Zwang zu Einsparungen zwingt die angestammten Fotohersteller zunehmend zu Zusammenschlüssen mit Elektronikkonzernen. Sony erklärte im vergangenen Jahr, seine Kamerasparte enger an Konica Minolta zu binden, Matsushita (Panasonic) kooperiert mit Olympus und Leica. Kleinere Hersteller wie Pentax und Samsung arbeiten zusammen.

Konica Minolta wurde im August 2003 durch den Zusammenschluss von Konica Corp. und Minolta Co. gegründet. Ziel der Fusion war ursprünglich, das Fotogeschäft bis 2009 zu sanieren. Beide Hersteller blicken auf eine lange Geschichte zurück. Beide Unternehmen sind für die Entwicklung des Fotopapiers im Jahr 1903 und die Einführung des Farbfilms im Jahr 1940 bekannt. Minolta hat sich zudem einen Namen als erster Hersteller von Spiegelreflexkameras gemacht.

Jeder wusste von den Schwierigkeiten der Kamerasparte von Minolta Konica, doch kaum einer – vor allem nicht Erzrivale Fuji Photo – hatte mit dem kompletten Rückzug gerechnet. Kurz nach der Bekanntgabe des Abschieds aus dem Fotogeschäft sah sich Fuji Photo dazu veranlasst, in einer Pressemitteilung dem traditionellen Kamerageschäft weiterhin Treue zu schwören.

Analysten in Tokio sind allerdings der Meinung, dass auch Fuji Photo im Fotogeschäft künftig Einschneidungen vornehmen muss. „Kurzfristig werden Kodak und Fuji Photo profitieren. Der Ausblick auf dem Fotofilmmarkt bleibt jedoch getrübt.Insbesondere Fuji Photo ist unter Druck, eine Geschäftsstrategie zu finden, ohne in die Verlustzone zu gleiten“, meint Hisashi Moriyama bei JP Morgan in Tokio. B. ODRICH

Von B. Odrich
Von B. Odrich

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