Management

Klarheit und Wahrheit von Managergehältern

VDI nachrichten, Dortmund, 8. 4. 04 -Das Thema Corporate Governance, speziell die Vergütungen für Vorstände und Aufsichtsräte von Aktiengesellschaften, ist zum „Dauerbrenner“ geworden. Dass musste gestern Jürgen Schrempp, Chef der DaimlerChrysler AG, bei der Hauptversammlung des Automobilkonzerns in Berlin erleben.

Ursprünglich hatte DaimlerChrysler gestern seine Aktionäre um Zustimmung gebeten, die bislang feste Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder um rund 25 % zu verringern. Dieser Teil der Vergütung sollte in Abhängigkeit vom Aktienkurs variabel gestaltet werden: Nur bei einem Kursanstieg hätten Aufsichtsräte insgesamt mehr Geld für ihre Arbeit erhalten. DaimlerChrysler wähnte sich mit dieser Regelung auf der juristisch sicheren Seite. Schließlich – so die Stuttgarter – entspreche dies sowohl der Empfehlung der Regierungskommission Corporate Governance als auch den Kommentierungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex unter Leitung von Gerhard Cromme.
Doch viele Proteste von Kleinaktionären und vor allem ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 15. März 2004 stoppte die DaimlerChrysler-Pläne: Das Gericht hält die Ausrichtung der variablen Aufsichtsratsvergütung am Aktienkurs generell für unzulässig. Dieser Meinung sind auch viele Aktionärsverbände. Ein Aufsichtsrat (AR) müsse bei einem Unternehmen, das in Schieflage ist und dessen Aktienkurs sinkt, im Zweifel bessere Leistungen erbringen als bei einer hochprofitablen AG, die reibungslos arbeitet und deren Aktienkurs steigt. Die AR-Bezüge an den Aktienkurs zu koppeln, sei ein untaugliches Instrument. So argumentiert die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) übrigens auch bei der Schering AG. Bei der Hauptversammlung des Pharma-Unternehmens am kommenden Freitag (16. 4.) will die DSW gegen eine Neuregelung der AR-Bezüge stimmen. DaimlerChrysler erwartet, dass der Gesetzgeber jetzt für Klarheit sorgt.
Genau dies will Gerhard Cromme verhindern, der neben seiner Aufgabe für den Corporate Governance Kodex auch als Mehrfach-Aufsichtsrat unmittelbar betroffen ist. Cromme hatte im Kodex eine „Erfolgsprämie“ für Aufsichtsräte empfohlen und als AR-Chef von ThyssenKrupp selbst kräftig von dieser Prämie profitiert. Zudem hatte der Corporate Governance Kodex bislang verhindert, dass der deutsche Gesetzgeber – anders als in anderen Ländern – Vorschriften zur Managervergütung macht. Wenn die im Deutschen Aktienindex Dax gelisteten Firmen sich freiwillig an den Kodex halten würden, so hofft Cromme, könnte er den Gesetzgeber weiter aus der Firmenkultur heraushalten.
Doch der Trend zu Klarheit und Wahrheit bei den Managergehältern stockt: Bei der vom Kodex geforderten individuellen Offenlegung der Vorstands- und Aufsichtsrats-Entgelte rechnet Cromme damit, dass dem nur zehn oder elf der Dax-Firmen folgen. „Das ist natürlich nicht genug“, meint er. „Sollte es dabei auf Dauer bleiben, so müssen wir damit rechnen, dass der Gesetzgeber, ob in Berlin oder Brüssel, das Thema aufgreift.“
Auch wenn mehr Transparenz nötig ist, so hat die Kodex-Diskussion allein schon große Fortschritte gebracht. So wird DaimlerChrysler bei der Vergütung seiner Top-Manager ab dem kommenden Jahr auf die umstrittenen Aktienoptionen verzichten. Gestern wollte Schrempp dieses neue Modell einer variablen Vergütung für die 6000 Führungskräfte vorstellen. Ähnlich geht auch Kai-Uwe Ricke, Chef der Telekom, vor. Er strich die Aktienoptionen für Manager und will die 1500 Führungskräfte künftig stärker erfolgsabhängig entlohnen.
Neben dem Fixum wird ein Bonus von bis zu 120 % des Festgehalts gezahlt, der der Gewinnentwicklung folgt. Ein weiterer Bonus wird fällig, falls die Telekom-Aktie in drei Jahren um 30 % steigt und in diesem Zeitraum den Wertzuwachs des Aktienindexes Dow Jones Euro Stoxx übertrifft. Aktuell könnte das Einkommensverbesserungen von bis zu 12 % ergeben. Kai-Uwe Ricke selbst verdiente im vergangenen Jahr übrigens rund 2,6 Mio. €: 1,25 Mio. € Grundgehalt und 1,375 Mio. € Erfolgsprämie.
Spektakuläre Einkommenszuwächse von Managern, die in den vergangenen Wochen bekannt geworden waren, hatten die Diskussion über Vorstandsbezüge ausgelöst. So konnte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sein Gehalt 2003 um rund 60 % auf rund 11 Mio. € steigern. Ackermann allein verdiente damit mehr als der gesamte Vorstand der HypoVereinsbank zusammen, die Nummer 2 in Deutschland ist. Harry Roels, Chef der RWE AG, kassierte neben seinem Vorstandsgehalt im vergangenen Jahr beim Dienstantritt in Essen nicht nur ein „Handgeld“ – offiziell: einmaliger Vergütungsbestandteil – von 1,5 Mio. € sein früherer Arbeitgeber Shell zahlte ihm weitere 2,2 Mio. € für seinen freiwilligen Abgang „aus persönlichen Gründen“. MARTIN ROTHENBERG

Von Martin Rothenberg

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