Management

„Kein Sex auf den ersten Blick“

„Speed“ ist das Zauberwort in der New Economy. First Mover machen das Rennen. Auch im zwischenmenschlichen Bereich ist Tempo angesagt. Jedenfalls in den USA…

Ein neuer Trend aus dem Silicon Valley, das Speed Dating, soll das größte Problem von arbeitswütigen Dot.com-Gründern und deren Mitarbeitern entschärfen: das Finden eines Lebensgefährten. Die beschleunigte Kennenlern-Methode schildert das Magazin „Tornado-insider.com“ so: Zwei Gruppen von Singles, Männer und Frauen, treffen aufeinander. Jeder hat genau sieben Minuten, um mit dem Vertreter des anderen Geschlechts zu sprechen. Danach geht es in einem Rotationsverfahren zur nächsten Person. Nachdem das Ritual abgeschlossen ist, gehen alle nach Hause und rufen an, wen sie noch in Erinnerung haben. Beteiligte versichern: In der kurzen Geschichte des Speed Datings gab es bisher niemals Sex auf den ersten Blick.

Die hiesige New Economy zeigt sich skeptisch. „Witzige Idee“, sagt die PR-Frau der Kölner Multimedia-Agentur denkwerk, Beatrix Sandor. „Wir sind jedoch bei der Arbeit schneller als beim Dating. Da lassen wir uns lieber Zeit.“ Ulf Hausmanns, Pressesprecher der Phenomedia AG, Bochum, muss lachen: Nein, von so was habe er noch nie gehört. „Aber wir haben es auch nicht nötig“, ergänzt er im Namen seiner Kollegen. Sie seien alle ganz glücklich in ihrem Privatleben und hätten auch genug zufällige Kontakte. Bei den kontaktfreudigen Menschen in der Start-up-Szene dürfte das kein Problem sein, schließt sich Marie Bartel vom Berliner Portal-Anbieter meOme dem Tenor an.

Ja, wie denn, wann denn? Auch die hiesige Internet-Branche pflegt ihr Workaholic-Image. 10 Stunden und mehr Arbeit am Tag sind drin, bestätigen alle Befragten. „Da wir projektbezogen arbeiten, spielen Tagesarbeitszeiten keine große Rolle“, so Hausmanns. Weit über die üblichen tariflichen Zeiten hinaus dauere die Arbeit. Auch bei denkwerk bestimme die Auftragslage den Lebensrhytmus: Mal seien es fünf Stunden am Tag, mal zehn.

Freizeit gebe es dennoch: Nur, die wird meistens auch die mit den Kollegen verbracht. „Eine verschmolzene Arbeits- und Freizeitkultur“ nennt Hausmanns das Phänomen: „Was auf der anderen Seite dazu führt, dass die Freizeit in das Arbeitsverhalten hinübergeht“. Bei Phenomedia besonders ausgeprägt: Knallen andere Leute im Büro Moorhühner heimlich ab, machen es die dortigen Spieleentwickler hauptberuflich. Nach offiziellem Arbeitsschluss wird einfach weiter gespielt. Die meOme-Leute trainieren zusammen Volleyball und die „denkwerker“ üben Federball, um gegen Wettbewerber aus Düsseldorf zu bestehen.

Dann sind da noch die Parties nach Feierabend, welche selbst in den mageren Zeiten der New Economy noch nicht wegrationalisiert wurden. Kein Wunder, eignen sie sich doch vorzüglich dafür, Mitarbeiter samt Lebenspartner bei Laune zu halten und das berühmte Networking auszubauen.

Auch ein Leben außerhalb der Firma soll es geben. Bei Phenomedia treten z.B. viele Mitarbeiter in Musikbands auf, machen nebenher ein Aufbaustudium oder kümmern sich um die Familie, erzählt Hausmanns. Handelt es sich dabei vielleicht um die seltene Spezies Mensch, die mit vier Stunden Schlaf auskommt? „Alles eine Frage des Zeitmanagements“, unterstreicht Beatrix Sandor: „Engagierte und erfolgreiche Arbeit macht fit für ein aktives Privatleben“. Diesen Satz scheint sie der PR-Broschüre entnommen zu haben. Als für die CeBIT ein Werbe-Spot im Büro der Agentur gedreht wurde, erzählt Sandor, wurde dafür eine Frau mit ausgefallenen Hobbies gesucht. Erstaunt stellten die „denkwerker“ fest: „Wir haben Mitarbeiter, die trotz oder gerade wegen der Arbeit noch Zeit für Tauchen, Klettern und für Vereinssport finden“. Und sogar für eine feste Beziehung: „Erstaunlicherweise sind viele bei uns in festen Händen – und zwar nicht in firmeninternen“. MATILDA JORDANOVA-DUDA

Von Matilda Jordanova-Duda

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