Management

Kein Platz für Schaumschläger  

über Risikomanagement, Erfolg und Verantwortung.

Wie lassen sich Spitzenleistungen dauerhaft erzielen – und die hohen Risiken dabei beherrschen? Fragen, die sich viele Manager und Führungsverantwortliche täglich stellen. Denn die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit können sich fast täglich ändern. So hängt viel von der richtigen Strategie und den hiervon abgeleiteten Entscheidungen ab.

„Künftige Marktmechanismen frühzeitig zu erkennen und veränderte Marktstrukturen zu verstehen und daraus erfolgreiche Strategien abzuleiten, „sind nicht nur hoch komplexe Aufgaben, sie sind auch riskant“, sagt der Münchner Unternehmer Rainer Kurek. Weil Menschen Risiken oft mit Gefahr gleichsetzten, werde Unwägbarkeiten gerne aus dem Weg gegangen. Die Folge: Verpasste Chancen, kaum Fortschritt, keine Innovation. „Letztendlich geschieht nichts ohne Risiko“, sagt Kurek, „doch ohne Risiko geschieht erst recht nichts“.

Unternehmen in Zeiten des Umbruchs erfolgreich zu führen, vergleicht Kurek deshalb mit Extrembergsteigen. „Beides hat überraschend viel miteinander zu tun“, sagt Kurek, der ein Unternehmen für Entwicklungsdienstleistungen in der Automobilindustrie mit über 1000 Mitarbeitern führt. Nirgendwo sei die existenzielle Bedrohung und das Risiko so hautnah spürbar wie beim Besteigen der höchsten Gipfel der Erde. In der direkten Konfrontation mit der Natur gehe es um echtes Können, um Leistung, Verantwortung und Charakter. „Hier zählen kein Bluff, keine Schaumschlägerei und kein Ablenkungsmanöver“, sagt Kurek. Eitelkeiten, Selbstüberschätzung und Maßlosigkeit führten zwangsläufig zu Fehlentscheidungen und zum Scheitern.

Kurek, kritischer Beobachter seiner Branche, ist Autor diverser Managementbücher. Fehlentwicklungen bringt er immer wieder analytisch auf den Punkt. Zusammen mit dem Südtiroler Hans Kammerlander, einem der besten und erfahrensten Höhenbergsteiger unserer Zeit, wagt Kurek den thematischen Spagat: In ihrem neuen Buch „Direttissima zum Erfolg“ gehen Kurek und Kammerlander der Frage nach, wie sich Spitzenleistungen immer wieder erzielen lassen und wie die steigenden Risiken beherrschbar sind. Dabei übertragen sie wirksame und erprobte Mechanismen aus dem Extrembergsteigen auf die erfolgreiche und verantwortungsvolle Lenkung von Unternehmen.

In der Tat steht die Automobilindustrie vor einem gewaltigen Berg an Herausforderungen. Vor dem Hintergrund begrenzter Ölreserven, hoher Sprit- und Rohstoffpreise, gesättigter und einbrechender Absatzmärkte in der Triade, den aktuellen Turbulenzen an den Kapitalmärkten und den unausweichlichen Zwängen durch drastisch weniger CO2-Emission wachsen für die Unternehmen in der Branche die Risiken. Insbesondere deutsche Unternehmen müssen sich die Frage stellen, ob auf Dauer der globale Anspruch auf Premium alleine ausreichend ist. Weil die deutschen Hersteller bisher keine geeigneten Antworten auf den Drang nach preiswerter Mobilität in den aufstrebenden neuen Volkswirtschaften haben, machen das Geschäft in diesen Märkten bislang andere.

„Mehr denn je kommt es daher auf Visionen, klare Strategien, Mut, fundierte Risikoanalyse und gutes Management auf der Grundlage von Erfahrung und realistischen Einschätzungen an“, sagt Kurek und sieht die Automobilindustrie bereits als undermanaged. „Vielen Nachwuchskräften für Führungspositionen fehlt heute schlichtweg das nötige Rüstzeug“, sagt Kurek und verweist auf die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten Studie (Status zum Führungsnachwuchs in der Autoindustrie“, 2008, von der Münchner Beratungsfirma Automotive Management Consulting AMC .

Im Gegensatz zu reinem Fachwissen sind Innovations- und Strategieentwicklung, Sozialkompetenz, Branchen- und Methodenwissen sowie wichtige Management-Grundlagen bei vielen Kandidaten nur schlecht bis mangelhaft ausgeprägt.

Für Hans Kammerlander kommt dauerhafter Erfolg nicht von ungefähr. Bevor er im Frühjahr 1983 seinen ersten Achttausender bestieg, lag das Training durch zweitausend Klettertouren bereits hinter ihm. „Alle denkbaren Situationen hatte ich so schon mehrfach durchlebt“.

Seine ideenreichen und ausgefallenen Expeditionen zu den höchsten Gipfeln in den Folgejahren waren ebenso spektakulär wie 1996 seine Abfahrt auf Skiern als erster Mensch von der Spitze des Mount Everest. „Das Restrisiko an den hohen Bergen ist schon sehr groß“, gibt der heute 51-Jährige offen zu.

Zum Überleben zählen nicht nur jahrelanges Training sowie Erfahrung im Umgang mit dem Risiko, sondern auch der Mut, harte Entscheidungen zu treffen. „Man muss auch 150 m vor Erreichen des Gipfels umdrehen können“, sagt Kammerlander, wenn die Gefahr durch Wetter, Schnee oder Höhenstürme zu groß wird. Wer solche Entscheidungen nicht beherrsche, könne leicht einen Schritt zu weit gehen.

Ebenso wenig wie ein Bergsteiger nur für sich klettert, führt ein Manager eine Firma nur für sich. Die Kernaufgabe besteht darin, andere erfolgreich zu machen, zieht Kurek die Parallele. Wie ein Bergführer den Zweiten im Seil in schwierigen Situationen stärkt, so unterstützt ein Manager seine Mitarbeiter dabei, bestmögliche Leistung zu erbringen. Erst dann lassen sich hochgesteckte Ziele gemeinsam erreichen. Kooperations- und Kommunikationskompetenz zählen hierbei zu wichtigen Schlüsselqualifikationen von Führungskräften. BERNHARD ROSE

Hans Kammerlander, Rainer Kurek: Direttissima zum Erfolg. Was Automobil-Manager vom Höhenbergsteigen lernen können, Verlag Frankfurter Allgemeine Buch 2008, 192 S., 24,90 €

Von Bernhard Rose

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