Personalmanagement

Kaum Erfolgsbeteiligungen  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 4. 5. 07, has –

Nur knapp 8 % der abhängig Beschäftigten in Deutschland sind mit ihren Löhnen und Gehältern am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmen beteiligt. Zu diesem Ergebnis kommt Reinhard Bispinck, Tarifexperte beim Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf, in einer aktuellen Untersuchung.

Die Erhebung zeigt große Unterschiede nach Geschlecht und Qualifikation. Mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen bekommen eine Erfolgsbeteiligung. Von den Ungelernten werden nur 3 % am Betriebsergebnis beteiligt, von den hoch qualifizierten Angestellten aber 24 %. Von Arbeitnehmern mit einem Bruttoverdienst von 1500 € im Monat erhält nur 1 % eine Beteiligung, von den Arbeitnehmern mit mehr 7000 € ist es ein Drittel.

Gegenüber 1995 ist die gewinnabhängige Bezahlung 2005 um zwei Prozentpunkte gestiegen. Allerdings profitieren Ungelernte, Arbeiter und einfache Angestellte heute weniger als noch Mitte der 90er-Jahre – im Unterschied zu den höher qualifizierten Angestellten. Großbetriebe zahlen öfter gewinnabhängig, Klein- und Mittelbetriebe seltener als noch vor zehn Jahren.

Gewinnbeteiligungen werden meist betrieblich, seltener tariflich vereinbart, so Bispinck. Sie treten in verschiedenen Varianten auf:

– als variable Pauschal- und Einmalzahlung, mit der auf eine vorübergehend gute wirtschaftliche Entwicklung reagiert wird. Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie wollen sie in Tarifverträgen stärker verankern,

– als variable Jahressonderzahlung, z. B. beim Weihnachtsgeld,

– als erfolgsabhängige Bonuszahlungen, die an die Ertragsentwicklung des Unternehmens gebunden ist,

– in Öffnungsklauseln von Tarifverträgen, durch die Betrieben eine Abweichung von Tarifstandards erlaubt wird.

Bispinck sieht variable, gewinnbezogene Lohnanteile kritisch, weil sie die Einkommen stärker an die Marktsituation koppeln, die wiederum von den Arbeitnehmern nicht zu beeinflussen sei. Der WSI-Experte befürchtet auch, dass mit teilweise ertragsabhängigen Einkommen der Spielraum für tabellenwirksame, dauerhafte Lohnerhöhungen geringer werde und die Beschäftigten „mittelfristig Lohn und Gehalt verlieren“.

Das ist aus Sicht des Ökonomen Heinz-J. Bontrup von der FH Gelsenkirchen jedoch nicht zwangläufig so. Nur wenn gewinnabhängige Einkommensbestandteile zur Lohnflexibilisierung genutzt werden, sei die Gefahr groß, dass das Lohnniveau sinke.

Angemessene Tarifsteigerungen und Gewinnbeteiligungen seien kein Widerspruch, meint Bontrup. Nach seinem Modell sollten die Tariflöhne in Höhe des Produktivitätswachstums steigen, das gehe weder zu Lasten der Beschäftigung noch der Gewinne. Darauf aufbauend, sollte eine Gewinnbeteiligung gezahlt werden, die, in unterschiedlicher Höhe, allen Beschäftigten eines Unternehmens zugute kommen sollte.

Was derzeit vielfach unter Gewinn-beteiligung firmiere, sei nichts anderes als eine Verrechnung der Löhne mit ertragsabhängigen Gehaltsbestandteilen, meint Bontrup und warnt vor einer falschen Terminologie. HAS

Von Hartmut Steiger

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