Personalmanagement

Job-Börse Messe

Messen sind keine silbernen Tabletts, auf denen Stellen angeboten werden. Trotzdem können sie für Berufseinsteiger und Jobsuchende Karriereweichen stellen, wie Stimmungsbilder der IFAT, der Interpack und der Hannover Messe zeigen.

Flexibel, schnell, virtuell – in diesem Rhythmus tickt scheinbar die Welt. Kontakte laufen über E-Mail oder SMS, Bewerbungen übers Internet, Innovationen stehen oft schneller im Netz als auf der Messe. Und doch macht das Internet weder den direkten Kontakt noch die Messen überflüssig. Im Gegenteil: Selbst die CeBIT, die Leitmesse virtueller Werke, behauptet sich erfolgreich. In diesem Trend steckt eine Botschaft: „Nichts geht über einen persönlichen Eindruck“, so die Erfahrung des Chemie-Ingenieurs Michael Drechsler, Wissenschaftler im Institut für Mikrotechnik Mainz (IMM). Kurz vor Ende des Studiums besuchte er mehrere Messen, um einen Überblick über das Marktgeschehen zu bekommen.

Drechsler wurde nicht enttäuscht: „Anders als bei Praktika, die immer nur einen Partner zeigen, erlebte ich auf den Messen, welche Richtungen und welche Firmen besonders angesagt sind.“ Gleichzeitig sammelte er einen unschlagbaren Pluspunkt für Bewerbungsgespräche. Wer auf die Standardfrage, warum man sich gerade bei dieser Firma bewerbe, antworten könne: „Ich habe Ihre Firma auf der Messe gesehen und sie gefiel mir“, mache Eindruck. Vor dieser konkreten Aussage verblassen die besten theoretischen Argumente. Das bestätigt Frank Ferchau, geschäftsführender Gesellschafter der Ferchau Engineering GmbH. „Bei uns auf der Hannover Messe können sich Absolventen aber auch individuell von Experten über Job und Karriere beraten lassen und sich direkt beim Unternehmen bewerben“, ergänzt Ferchau. Und außerdem: Wo sonst könne man auf so engem Raum mit den Produkten auch die Unternehmen und deren Philosophien kennen lernen.

Diesen messe-spezifischen Doppelnutzen verpasst, wer sich auf der Hannover Messe ausschließlich für den „Job & Career Market“ interessiert. Trotzdem: Der Markt erweist sich für Ein- und Umsteiger als genau so fruchtbar wie für Promovierende oder Diplomierende. Denn hier präsentieren sich Stellen-Anbieter und -Vermittler, Aus- und Weiterbildungs-Institute, Zeitarbeitsfirmen, Hochschulen. In diesem Jahr legt die Hannover Messe noch eine Attraktivität für Kreative zu: Am 11. April steigt der erste Innovationstag für Europäische Ingenieure. Ein Fach- und Karrierekongress begleitet das Messe-Engagement für den Nachwuchs: „Career meets Engineers“ zeigt Perspektiven, Trends und Visionen für die Hightech-Karriere. Ob diese Zusatzangebote tatsächlich den „Einstieg nach Maß“ ins Berufsleben ermöglichen, wie es die Messe propagiert, bleibt offen.

Der eigentliche Gewinn bleibt der persönliche Kontakt. Er bildet die Basis, auf der das Gefühl der Zugehörigkeit wachsen kann, wie sozialwissenschaftliche Systemtheoretiker und Psychologen lehren. Entsprechend ist Kommunikation nicht nur der Kitt, der ein Unternehmen zusammenhält, sondern auch die Tür ins Unternehmen. Mittlerweile forcieren auch Aussteller wieder den Dialog mit Berufseinsteigern und Stellensuchenden, wie Susanne Krause vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT) erklärt: „Da die Konkurrenz der Industrieunternehmen um sogenannte High-Potentials in Zukunft immer stärker wird, nutzen auch wir inzwischen die Hannover Messe als Plattform für den Erstkontakt zu neuen Mitarbeitern.“ Die Fraunhofer-Gesellschaft, deren primäre Aufgabe die angewandte innovative Forschung ist, ködert vor allem Ingenieur- und Naturwissenschaftler, die neben der Arbeit noch in einem Industrieprojekt promovieren möchten.

Diese Zielgruppe gehört auch zu den Umworbenen der Internationalen Fachmesse für Wasser-Abwasser-Abfall-Recycling IFAT in München. Denn auf der wichtigsten Messe für Umwelt und Entsorgung zeigen sich Forschung und Entwicklung, Wissenschaft und Wirtschaft wiederum als organisch gewachsene Einheit. Das Besondere der Umwelttechnologie: „Ihr Zenit ist noch nicht erreicht“, wie der Münchner Dipl.-Ing. Oliver Krummen erklärt, der mit einem umwelttechnologischen Thema promoviert. „Hier fahren Forschung und Entwicklung noch nicht auf festen Gleisen.“ Das macht die IFAT attraktiv für Hightech-Tüftler und alle, die sich Inspirationen für unkonventionelle Lösungswege holen wollen, wie Ebba Schiel, Messe-Referentin, betont.

„Brüssel stellt sehr viel Geld zur Verfügung, damit die mittel- und osteuropäischen EU-Staaten ihre Umweltstandards verbessern“, erinnert Schiel. Auch davon profitieren IFAT und Nachwuchsingenieure, denen das IFAT-Rahmenprogramm eine besondere Networking-Plattform baut. „Sie öffnet jungen Ingenieuren den Blick auf das, was sich in einer Zukunftsbranche ereignet“, erklärt Krummen, der bereits die letzte IFAT 2002 besuchte.

Maschinen- und Anlagebau in Reinkultur bietet dagegen die Interpack Düsseldorf. Qualifizierte Absolventen oder Stellensuchende finden hier auch Gesprächspartner, weiß Peter Golz vom VDMA, dem Hauptträger dieser Messe, der „No.1 for Systems Processes Solutions“. Doch Golz empfiehlt den Interpack-Besuch noch aus einem anderen wesentlichen Grund: „Als Präsentationsforum für Anbieter von Verpackungsmaschinen ist sie das Schaufenster zu dem, was Technik sein kann und wo sie eingesetzt wird.“ Am besten findet deshalb der Messebesuch bereits während des Studiums statt oder bevor die Stellensuche auf eine Branche fixiert ist. Denn, so bestätigt Golz: „Die Interpack hilft beim Abwägen, in welche Richtung man gehen will.“ Und am Stand des VDMA gibt es (fast) jede Information für angehende und gestandene Maschinen- oder Anlagenbauer. 

RUTH KUNTZ-BRUNNER

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