Management

Jeder Unternehmensführer muss seinen Stil finden und selbstkritisch weiterentwickeln

Firmengeist und Firmenkultur erhalten, diese selbstkritisch weiterentwickeln.

Welche Herausforderungen sehen Sie wirtschaftlich, technologisch-wissenschaftlich oder gesellschaftspolitisch auf sich zukommen?
Eisert: Als Geschäftsführer beschäftigen mich diese drei Herausforderungen eigentlich permanent. Wegen meiner elektrotechnischen Prägung ist die Rangfolge allerdings etwas anders:
An erster Stelle stehen die technologischen Anliegen.
An zweiter Stelle, mit Blick auf die unternehmerische Fortentwicklung, die weltwirtschaftlichen Herausforderungen. Und schlussendlich die Befassung mit gesellschaftspolitischen Themen.
Diese Rangfolge resultiert aber auch aus den eigenen pragmatischen Gestaltungsmöglichkeiten. Die sind in meinem Fachgebiet naturgemäß am größten und enden in ehrenamtlichen Betätigungen.
Welche ist in Ihren Augen die wichtigste Erfindung des 20. Jahrhunderts?
Eisert: Hier werden viele antworten: die Halbleitertechnik. Ich auch. – Aber gerade das vergangene Jahrhundert hat uns mit zahllosen intelligenten Erfindungen überhäuft, von denen wir tagtäglich in angenehmster Weise profitieren. Deshalb schätze ich nicht nur die spektakulären Orchideen, sondern gleichermaßen die bescheidenere, aber nicht minder vielfältige Schönheit und Fülle der Blumenwiese.
Wie beeinflussen die EU-Osterweiterung und die Globalisierung Ihr Geschäft?
Eisert: Mein Bruder Gerd war es, der schon in den 70er Jahren das Auslandsgeschäft konsequent aufbaute und dafür sorgte, dass die Exportquote von einst unter 30 % auf inzwischen über 60 % anstieg. Alle Führungskräfte im Hause sind davon überzeugt, dass – neben dem technologischen Wachstum – die Internationalisierung des Geschäftes die zweitwichtigste Dimension der Unternehmensentwicklung ist. So gesehen, ist jede Erweiterung in politisch geregelte Wirtschaftsräume förderlich die Prioritäten werden dabei durch höchstpersönliche Chanceneinschätzungen gesetzt.
Welcher guten Sache würden Sie Ihr letztes Hemd opfern?
Eisert: Naja – letztes Hemd? Beschreibe ich es einmal so: Ich stoße immer wieder auf sehr idealistisch eingestellte Personen, die sich selbstlos und mit viel Aufopferungsbereitschaft nützlichen Dingen im sozialen, kulturellen oder sonstigen Bereichen widmen. Da kann ich mitunter rasch recht großzügig werden.
Was wünschen Sie der nächsten Generation?
Eisert: An erster Stelle wünsche ich unseren Kindern und Enkeln friedvolle Zeiten. Im Übrigen aber, dass die gegenwärtig ins Abseits laufenden Sozialsysteme rechtzeitig korrigiert werden, damit sie nicht zur erdrückenden Belastung werden.
Wie wichtig sind Markennamen für den Produkterfolg?
Eisert: Kein Zweifel, ein starker Markenbegriff ist eine mächtige Verkaufshilfe. Aber vor dieses Glück haben die Götter den Schweiß gesetzt: Nämlich erstens unbedingtes Qualitätsbemühen im Sinne des Kunden. Zweitens Beständigkeit in der gesamten Leistung. Und drittens die gute Umsetzung innovativer Ideen. Nur so wird eine Marke eine starke Marke.
Wird es künftig immer weniger Branchenkonjunkturen, dafür aber mehr Firmenkonturen geben?
Eisert: Ich glaube schon. – Konjunkturen werden von Menschen gemacht, die dem Markt Impulse vermitteln, die auf breite Zustimmung der Kunden beziehungsweise Anwender stoßen. Aber es muss schon wirkliche Kreativität zur richtigen Zeit sein, nicht einfallsloses Kopieren von leuchtenden Patentrezepten. Dabei kommt es auf Originalität ebenso an wie auf Professionalität. Ein guter Nährboden dafür scheint mir eine motivierte Firmenkultur zu sein
Ist kurzfristiges Shareholder-value-Denken das Ende von Traditions- und Technologiefirmen?
Eisert: Ein ziemlich entschiedenes Ja! – Aber: Gottlob wird diese Philosophie im deutschen Mittelstand nur im bescheidenen Maß praktiziert, so dass mir noch nicht ganz bange ist um die deutsche Technologieführerschaft – ich habe dabei vor allem die tüchtigen Mittelständler in der Elektrotechnik, Elektronik und im Maschinenbau im Auge
Fachkenntnisse sind gut für Konstrukteure und Forscher, aber wer ein Unternehmen an die Spitze bringen oder dort halten will, braucht mehr Qualifikationen?
Eisert: Fachwissen ist zunächst einmal eine ausgezeichnete Ausgangssituation. Diesbezüglich gibt es keine obere Grenzlinie, zumal in allen technischen Disziplinen nicht nur Halbwertzeiten aufzufüllen sind, sondern auch der Erkenntnisfortschritt in anderen Gebieten beobachtet, bewertet und abgespeichert werden muss. – Aber zweifellos braucht es auf dem Weg zur Weltspitze noch etliche andere Eigenschaften, allem voran Führungskraft, visionäres Denken und ein charakteristisches Persönlichkeitsprofil.
Wer sollte Vorbild der Deutschen sein?
Eisert: Die Deutschen – ich glaube, dass wir in der deutschen Geschichte und Gegenwart genügend anerkannte Vorbilder haben, an denen man sich in den unterschiedlichsten Richtungen vortrefflich orientieren kann.
Was sollte Ihr Nachfolger einmal anders machen?
Eisert: Im Unternehmen gibt es einen Firmengeist und eine Firmenkultur. Die gilt es – wenn sie denn gut ist – zu erhalten und stets aufs Neue zu leben. Ansonsten muss jeder Unternehmensführer seinen persönlichen Stil finden und selbstkritisch weiterentwickeln, ohne sich selbst untreu zu werden.
Wo tanken Sie auf?
Eisert: Beim beschaulich-nachdenklichen Spaziergang im Wald.
Welche moralischen Werte sind besonders aktuell?
Eisert: Ich denke, die so genannten „alten Tugenden“ wie Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Höflichkeit – sie sollten wiederentdeckt und in reichlichem Maße praktiziert werden! fl/rus

Von Fl/Rudolf Schulze

Stellenangebote im Bereich Technische Leitung

Gebr. Kemper GmbH + Co. KG-Firmenlogo
Gebr. Kemper GmbH + Co. KG Werkleiter (m/w/d) Olpe
Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung-Firmenlogo
Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung Bereichsleitung (m/w/d) Planung, Bau, Dokumentation Stuttgart
über ifp | Personalberatung Managementdiagnostik-Firmenlogo
über ifp | Personalberatung Managementdiagnostik Ressortleiter Produktion, Technik und Einkauf (m/w/d) deutschlandweit
Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF)-Firmenlogo
Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF) Gruppenleiter (m/w/d) Verfahrenstechnik Karlstein
BYK-Chemie GmbH-Firmenlogo
BYK-Chemie GmbH (Wirtschafts)ingenieur/in als Leiter (m/w/d) Prozessleitsysteme Wesel bei Düsseldorf
Stadtwerke Augsburg Holding GmbH-Firmenlogo
Stadtwerke Augsburg Holding GmbH Leiter Arbeitssicherheit und Umweltmanagement (m/w/d) Augsburg
Landeshauptstadt München-Firmenlogo
Landeshauptstadt München Betriebshofleiter*in (w/m/d) München
über IN AUDITO Media GmbH-Firmenlogo
über IN AUDITO Media GmbH Leiter Maschinenbau (w/m/d) Heidenheim an der Brenz
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Die Autobahn GmbH des Bundes Abteilungsleitung (w/m/d) Planung Ingenieurbauwerke Heilbronn
KRATZER AUTOMATION AG-Firmenlogo
KRATZER AUTOMATION AG Leiter (m/w/d) Entwicklung Konstruktion Gesamtsysteme Unterschleißheim bei München

Alle Technische Leitung Jobs

Top 5 Führung

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.