Management

ITK-Industrie: Mangel an guten Führungskräften

Der Präsident des Bitkom, August-Wilhelm Scheer, stellt in der Hightech-Branche eine Managerlücke fest, die verschiedene Ursachen hat. Im Gespräch mit den VDI nachrichten forderte er zudem auf, mit der pauschalen Managerschelte aufzuhören.

VDI nachrichten: Woran machen Sie das Managergap fest?

Scheer: Wir haben in den Hightech-Feldern in Deutschland Boden verloren: Es gibt kaum mehr große Hardwarehersteller und Systemsoftwareunternehmen. Auch haben wir keine Anbieter von Bürosoftware mit Weltbedeutung außer SAP. In den letzten zehn Jahren sind in den USA Unternehmen entstanden wie Google und Facebook, die es in kurzer Zeit geschafft haben, Weltunternehmen zu werden und unser aller Leben zu verändern. Wir müssen uns also fragen, warum Deutschland in diesen Märkten nicht mehr mithält.

In der Forschung sind wir auf diesen Gebieten immer noch ganz gut – jedenfalls geben wir sehr viel Geld dafür aus. Wir haben Universitäten, zwei Max-Planck-Institute und 15 Fraunhofer-Institute. Die Forschung ist da und die Ausbildung auch. Wieso kommt dann hinterher weniger heraus – trotz dieser Ressourcen, trotz Ideen und qualifizierter Mitarbeiter? Es ist eine Management-Aufgabe, diese Ressourcen so einzusetzen, dass hinterher gute Ergebnisse erzielt werden. Und da hapert es noch.

Was ist die Aufgabe des Managers?

Management, das ist der Beruf, Ergebnisse zu erzielen, ergebnisorientiert zu gestalten, nicht vor sich hinzuwursteln. Es geht darum, ein Unternehmen erfolgreich zu machen – und im Hightech-Sektor bedeutet das heute auch, Unternehmen zu internationalisieren und zu Weltunternehmen zu machen.

Warum gelingt es in Deutschland nicht?

Dadurch, dass wir wenige erfolgreiche Hightech-Unternehmen einer gewissen Größe haben, werden dort keine Manager ausgebildet, die wachsenden, neu gegründeten Unternehmen den Weg zeigen können. Es fehlt an fähigen Leuten, die in erfolgreichen Großunternehmen auf der zweiten und dritten Ebene sind, dann auf die erste Ebene in einem wachsenden Unternehmen einsteigen und dieses mit ihrem Know-how und ihrer Erfahrung groß machen. In den USA funktioniert das. Weil es dort mehr erfolgreiche Konzerne gibt, werden ständig versierte Manager ausgebildet, die auch für nachrückende Unternehmen zur Verfügung stehen. Da nährt sich die Szene sozusagen selbst.

Gibt es noch andere Faktoren?

Managen ist eine Querschnittsfunktion, die in alle Fachbereiche hineingeht. Management müsste in allen Disziplinen in die Ausbildung einbezogen werden – in der Physik, den Ingenieur- und anderen Naturwissenschaften. Aber das findet nicht statt. Wir haben in diesem Punkt ein Ausbildungsproblem. Die international führenden Zentren für Managerausbildung sind nicht in Deutschland. Wir haben keine Leuchttürme, von denen gesagt wird: „Wenn Du tolle Manager haben willst, dann hole sie dir beispielsweise von der TU München.“ Die Institute hier haben noch nicht das Image. Es gibt aber schon erste Ansätze.

Hinzu kommt die leidige Managerdiskussion. Ich bin überzeugt, dass Management in der Hightech-Industrie in Deutschland das knappste Gut ist. Und wenn wir das immer schlechtreden, wenn wir in der Öffentlichkeit nur die Negativbeispiele vorführen, dann ist das nicht ermutigend. Die Gesellschaft muss sagen, wie sie die Manager haben will, welchen ethischen Prinzipien sie folgen sollen und welche charakterlichen Fähigkeiten sie brauchen. Das wäre eine konstruktive Haltung. Nur auf ihnen herumzuhauen, bringt nichts.

Gibt es ein Mentalitätsproblem?

Ja, das kommt noch dazu. Es fehlt an einer Gründerszene und an der richtigen Einstellung. Es geht darum, ein risikoreiches, abenteuerliches Leben in der Wirtschaft führen zu wollen – aber das ist in Deutschland kein Ideal.

Welche Eigenschaften sollte der Manager mitbringen?

Generelle Fähigkeiten, die in allen Branchen wichtig sind. Nicht alle dieser Eigenschaften sind in einer einzelnen Person vereint. Methodenwissen lässt sich erlernen, also sind die Persönlichkeitsmerkmale wichtiger: analytische Fähigkeiten, visionäres Denken und soziale Kompetenz. Aber auch das Team und die Attraktivität des Produkts sind wichtige Aspekte. Letztendlich ist die Innovationskraft maßgeblich für den Erfolg: Kein Unternehmen ist mit der ursprünglichen Anfangsidee immer erfolgreich. Wir im Bitkom-Präsidium coachen Nachwuchsführungskräfte. CLAUDIA HANTROP

Von Claudia Hantrop
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