Management

„Ingenieuren mangelt es als Unternehmer am großen Überblick“  

Heinz Schäfer könnte längst seinen Ruhestand genießen. Doch der 75-jährige Diplomkaufmann und Unternehmensberater, der gemeinsam mit seinem Sohn das Karlsruher Familienunternehmen Schäfer Unternehmens-Optimierung leitet, engagiert sich an der Hochschule Karlsruhe. Seit Dezember bietet er die Seminarreihe „Der Ingenieur als Unternehmer“ an. VDI nachrichten, Düsseldorf, 3. 4. 09, ws

Schäfer: Die wenigsten Unternehmen sind nur deshalb erfolgreich, weil sie technisch hervorragende Produkte herstellen. Die Mehrzahl ist erfolgreich, weil sie sowohl eine hervorragende Technik als auch eine gute Betriebswirtschaft haben. In mittelständischen Unternehmen steht dafür ein Kopf: Der Eigentümer oder Geschäftsführer, der sowohl Ingenieur als auch Unternehmer ist.

Sie wenden sich mit ihrer Seminarreihe an Studenten, die dabei sind, ein eigenes Unternehmerprofil zu entwickeln, die Führungspositionen anstreben?

Ja, und der entscheidende Punkt aus meiner Sicht ist, dass Techniker ihre Probleme, egal welcher Art sie sind, zuerst technisch lösen. Wenn ich mich mit einem Ingenieur über die Konkurrenzfähigkeit seines Unternehmens in globalisierten Märkten unterhalte, dann sieht er als Lösung etwa neue Maschinen oder neue Fertigungsstraßen. Ich möchte ihn aber mit einer anderen Sicht vertraut machen, die mit Markterfolg genauso viel zu tun hat wie Technik: der betriebswirtschaftlichen.

Welche Komponenten sind für den Markterfolg entscheidend?

Die Kunden, die wir beraten, haben durchweg gute Produkte und hervorragend ausgebildete Mitarbeiter – übrigens ein ganz wesentlicher Faktor in Deutschland, den die meisten erst zu schätzen lernen, wenn sie mal aus Deutschland rausgehen. Außerdem sind sie technisch gut ausgestattet. Aber es fehlt die optimale Organisation, die aus den drei Faktoren erst betriebswirtschaftlichen Erfolg macht.

Das heißt, sie wollen den angehenden Unternehmern den Blick fürs Ganze schärfen . . .

. . . und dazu rede ich über Geld. Ein Beispiel: Ein Unternehmer hat kürzlich eine neue Maschine vollständig kreditfinanziert. Sie brauchte nur noch 10 % der bisherigen Zeit. Aber die Teile konnten nicht im gleichen Tempo weiterbearbeitet werden. Die technische Folge: Produktionsstau. Die betriebswirtschaftlichen Folgen: Höhere Vorräte und Zinsen, höhere Abhängigkeit von der Bank, höhere Produktkosten und ein deutlich verschlechtertes Betriebsergebnis. Die Alternative? Mit der alten, langsameren Anlage weiterproduzieren, aber die gesamte Wertschöpfungskette optimal organisieren und Verlustzeiten radikal ausmerzen. Dazu Vorräte und Kosten abbauen. Dann könnte er Geld verdienen und seine niedrige Eigenkapitalquote – übrigens eine Schwäche des gesamten Mittelstandes – in kurzer Zeit deutlich verbessern.

Wenn es um Geld und Kosten geht, ist man schnell bei den Personalkosten. Sind die in Deutschland zu hoch?

So pauschal kann man das nicht sagen. Entscheidend sind nicht hohe Lohntarife, sondern das, was der Unternehmer damit macht. Wenn er mit optimaler Organisation hohe Produktivität erreicht, kann er in Deutschland seine Marktposition verbessern und gute Gewinne erwirtschaften. Reserven dazu gibt es in fast jedem Unternehmen.

Ein Leistungspaket aus hoher Qualität, kurzen Lieferzeiten und niedrigen Produktkosten schafft Marktvorteile – auch gegenüber Konkurrenten aus Niedriglohnländern – ohne Personalabbau, Neu-Investitionen und neue Kredite. KLAUS HEID

www.hs-karlsruhe.de

www.schaeferuo.de

Von Klaus Heid

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