Personalmanagement 10.08.2001, 17:30 Uhr

Ingenieure sind von Entlassungen kaum betroffen

Unternehmen sollten alles tun, um Mitarbeiter zu halten und einen Mangel an Fachkräften zu verhindern, fordert Bernhard Jagoda, Präsident der Bundesanstalt für Arbeit.

Siemens baut 10 000 Stellen ab, ABB 12 000, Alcatel 20 000. Bei HP haben die Mitarbeiter einer Gehaltskürzung zugestimmt, um Arbeitsplätze zu retten. Bei der Wacker-Chemie ist der Betriebsrat zu Lohnverzicht bereit, wenn dadurch Kündigungen vermieden werden können. Ist der Beschäftigungsboom an sein Ende gekommen?

Kurzfristig schon. Für einen schnellen Konjunkturaufschwung und damit auf eine baldige Trendwende am Arbeitsmarkt gibt es nach Ansicht von Ludwig Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), keine Anzeichen. Er rechnet nicht mit einer Verbesserung in den nächsten sechs Monaten.

Im Juli ist die Arbeitslosigkeit bundesweit erneut gestiegen: Knapp 3,8 Mio. Frauen und Männer waren ohne Beschäftigung, rund 104 000 mehr als vor einem Monat. Vor allem Großunternehmen, die unter der Flaute in der Telekommunikationsbranche leiden, bauen derzeit Stellen ab, weniger kleine und mittelständische Betriebe. Betroffen sind in erster Linie Mitarbeiter aus der Fertigung und im Vertrieb und weniger die Belegschaften in Forschung und Entwicklung.

Ingenieure sind von diesem Personalabbau nicht so stark betroffen. Nach Angaben des Personaldienstleisters Adecco ist das Stellenangebot für Ingenieure der Fachrichtungen Elektrotechnik und Maschinenbau in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen, wenn auch nur leicht. Einen Rückgang verzeichnen nur Bauingenieure und vor allem Informatiker.

Jenen Unternehmen, die jetzt in großem Stil Personal abbauen, könnten bald wieder qualifizierte Mitarbeiter fehlen, befürchtet der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda. Er appelliert deshalb an die Unternehmen, auf Kurzarbeit und flexible Arbeitszeitmodelle zurückzugreifen, um Mitarbeiter zu halten.

Derweil streiten sich Fachleute und Politiker, wie die Beschäftigungskrise behoben werden könne. Die Arbeitsämter gehen seit einiger Zeit härter gegen Arbeitslose vor, die eine zumutbare Stelle ablehnen. Im ersten Halbjahr wurde gut 20 000 Erwerbslosen die Unterstützung vorübergehend gestrichen, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 17 600. Dagegen wehren sich die Arbeitslosen, die den Ämtern zudem vorwerfen, an Qualifikationsmaßnahmen teilnehmen zu müssen, die nicht zu ihnen passen.

Radikale politische Reformen hat der Bonner Wirtschaftsforscher Meinhard Miegel, Direktor des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft (IGW) angemahnt. Durch die Deregulierung des Arbeitsmarktes, Niedriglöhne, flexiblere Tarifverträge und eine bessere Qualifizierung ließe sich die Zahl der Erwerbslosen auf 2 Mio. senken. Die Hoffnung, dass vor allem durch Wirtschaftswachstum neue Stellen geschaffen werden könnten, hält Miegel für trügerisch: „Es war in der Vergangenheit stets ein Riesenfehler, sich auf die Konjunktur zu verlassen.“

Auf den nächsten Aufschwung, „spätestens Mitte 2002“ indessen setzt Stephan Pfisterer vom Branchenverband Bitkom. Dann sind die ersten GPRS-Systeme, eine neue Generation der Mobilfunktechnik, mit den entsprechenden Service-Angeboten auf dem Markt. H. STEIGER

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