Management 19.02.1999, 17:20 Uhr

In schwierigen Situationen führen intuitive Entscheidungen auf den richtigen Weg

Unternehmensberater machen Jagd auf die Intuition der Mitarbeiter.

Bei uns ist es wichtig, das Herz des Menschen zu fühlen.“ Die Japanerin Masa Goetz, „Intuitive Consultant“ und Psychologin in San Diego, Kalifornien erklärt: „Erst vor kurzem arbeitete ich mit einem Team japanischer Wissenschaftler. Wir brauchten nicht viel zu diskutieren. Ich wußte intuitiv, was sie wollten, und das Team kannte meine Bedürfnisse. Das nennen wir „Belly-Talk“. „Mit einem zuckersüßen Lächeln, das die Sparsamkeit ihrer Mimik und Gestik in weitere Rätsel hüllt, fügt sie leise hinzu, daß es in Japan darauf ankäme, die Motivation und Ziele des Gegenübers intuitiv zu erfassen. „Und das geschieht leise, zwischen den Zeilen.“
„Too much talking“, ein Satz, der vielen Indianern meist nachdenklich über die Lippen geht. Es ist das Herz, das zu ihnen spricht, nicht der Kopf. „Für jedes vom Kopf gelöste Problem werden zehn neue Probleme kreiert,“ behauptet Phil Lane, Lakota-Indianer, dessen Weisheiten mittlerweile auch in der Wirtschaft Gehör finden. Auch der Afrikanische Schamane Malidoma Somé aus Berkeley wird in seinen Seminaren immer wieder mit den gleichen Gedankenmustern konfrontiert: „Das größte Hindernis der westlichen Kultur besteht darin, loszulassen. Alles, was logisch zu begreifen ist, unterliegt der mentalen Kontrolle. Und genau diese Kontrolle gilt es hin und wieder loszulassen.“ Er lächelt sanft und schüttelt dabei fast erstaunt seinen Kopf: „Viele Teilnehmer haben Angst davor, ihren Intellekt zu reduzieren.“ Für den Afrikaner nicht immer einfach nachzuvollziehen, hat er doch in seiner Kultur einen ganz selbstverständlichen Umgang mit dem sechsten Sinn gelernt. „Für mich ist das intuitive Wissen einfach nur Information einer anderen Quelle, für die es keine logische Erklärung gibt.“
Andere Kulturen, andere Sitten. Dabei ist die Intuition nicht ein exklusives Geburtsrecht bestimmter Kulturkreise. Sie ist uns allen in die Wiege gelegt worden. Und doch sträuben sich noch immer viele Menschen, das innere Wissen anzuerkennen. Dr. Marcia Emmery, Psychologin und Unternehmensberaterin in Berkeley, Kalifornien, interviewte 160 Mitarbeiter und Ceo`s, um herauszufinden, was sie in ihrem Beruf bisher dazu veranlaßte, bestimmte Entscheidungen zu treffen. „Nenne es Bauchgefühl, Vorahnung oder innere Stimme – jeder gebrauchte seine Intuition. Doch wenn ich die Interviewpartner fragte, ob sie intuitiv seien, kam ein klares “Nein“.“ Erst, nachdem sie die Situation noch einmal Revue passieren ließen, gaben sie erstaunt zu, daß der Verstand letztendlich wenig zu ihrem Entschluß beigetragen hatte.“ Woher die Intuition kommt? Emmery legt sich da nicht fest: Das Unterbewußte, höheres Wissen oder die Stimme Gottes – ausschlaggebend sei, daß sich die Intuition bei jedem Menschen verschieden ausdrückt in Form innerer Bilder, von Symbolen, eines Gefühls, in Träumen oder klaren Gedanken, die sich wie eine innere Stimme anhören können.

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Intuition ist richtig, nur darf sich das Ego nicht durch die Hintertür anschleichen

Intuitive Kommunikation – ein Dialog mit sich selbst. Ein Zwiegespräch mit der eigenen intuitiven Wahrnehmung. Und darauf ist Verlaß? „Die Intuition ist immer richtig,“ behauptet Emmery, „nur schleicht sich gerne das Ego von hinten an: Wünsche, Ängste, Sorgen oder Gedanken wie „das muß aber“ oder „ich will jetzt aber“. Die Unternehmensberaterin macht eine kurze Pause und ergänzt: „Dieses ‚ich will“ und ‚ich muß noch tun“ sorgt für soviel Unruhe im Menschen, daß er erst einmal lernen muß, den Krach im Kopf leiser zu drehen.“ In ihren Seminaren bekommen Teilnehmer die Aufgabe, für drei Wochen ein Tagebuch zu führen. Anhand der täglichen Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken, Wünschen und Ängsten lernen die CEO`s und Studenten selbst zu unterscheiden: Handelt es sich hier um Angst oder um ein intuitives Gefühl, das mich zum Beispiel vor etwas warnt? Die Trainerin kennt die Schwierigkeiten ihrer Schüler, denn der Prozeß, seiner eigenen Intuition vertrauen zu können, ist immer wieder der gleiche. „Der Schlüssel ist, sich über seine Gefühle und Gedanken selbst bewußt zu sein.“ Aus dieser Klarheit heraus ist es, so Emmery, möglich, die Signale der intuitiven Antenne wahrzunehmen und im täglichen Leben wirkungsvoll einzusetzen.
„Die Angst vor dem Ungewissen, davor, nichts festhalten oder greifen zu können, macht den Menschen so unsicher, daß die Intuition blockiert ist.“ Nach Helen Steward, Management Consultant in Sante Fe, ist es wichtig, vom dualistischen Denken loszulassen. „Bei uns müssen Dinge entweder so oder so sein. Und das funktioniert nicht. Es geht darum, beide Seiten in Erwägung zu ziehen.“
Verstand und Intuition müssen sich nicht länger ausschließen. Es kommt nur darauf an, das intuitive Potential aus seinem Dornröschenschlaf aufzuwecken. Die Intuition der Mitarbeiter wiederzubeleben, so Alan Briskin, Management Consultant in Oakland, und Autor von „The Stirring of Soul in the Workplace“, wirkt sich bei der Umstellung des Unternehmens äußerst positiv auf die Produktivität aus. „Das Resultat von Überstunden, Frustration und einseitiger Kommunikation in Form von „outcomes“ und „actionsteps“ hat vielen den eigenen Zugang zum intuitiven Wissen versperrt.“
Um diesen Zugang zur inneren Stimme bei Mitarbeitern und Chefs zu öffnen, werden in den USA die verschiedensten Ansätze praktiziert: Alan Brisikin arbeitet mit Kunst und Geschichten, David Whyte, Poet aus Seattle, liest in Firmen seine Gedichte vor, oder Boston Philharmonics Dirigent Benjamin Zander arbeitet mit Musik. Doch Alan Briskin steht den vielen Angeboten und neuen Wegen, die besonders an der Westküste florieren, ebenso kritisch gegenüber. „Intuition schnell und effektiv einsetzen, ist für manche Unternehmer nichts anderes als „Fast Food“, das man mal eben im Vorbeigehen mitnehmen kann. Viele Firmen kaufen, was immer als Nächstes auf dem Regal steht. Gefühlsmanagement, Leadership… egal was – es wird gekauft.“ Unternehmer, so der Autor, suchen beinahe verzweifelt nach dem neuen Weg.
Kalifornien, ein Platz der Extreme. Vielleicht läßt sich mit Hilfe der Intuition die Spreu vom Weizen trennen. Doch eins ist für Briskin sicher: Schließen wir Musik, Kunst und Poesie aus unserem Leben aus, bleiben wir in unserem Denken extrem limitiert. Der analytische Verstand allein mache nur die Hälfte unserer Intelligenz aus. „Unsere Köpfe sind mit Ratschlägen vollgestopft. Wir hören darauf, was uns Werbeleute, Journalisten, Erzieher oder andere Experten sagen. Sie alle wollen ihre Sachen verkaufen und uns für ihre Ansichten gewinnen. Es ist jetzt Zeit, auch auf unsere eigene, innere Stimme zu hören.“
JEANINE VAN SEENUS
Fehler in kritischen Situationen zu vermeiden gelingt nur, wenn intuitiv die richtige Entscheidung getroffen wurde.

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