Kooperation

In Netzen erfolgreich aus der Krise

Vertreter des deutschen Mittelstandes führen die schnelle und erfolgreiche Erholung ihrer Unternehmen aus der Wirtschaftskrise u. a. auf einen Erfolgsfaktor zurück, der vielfach wenig bekannt ist: das gemeinsame Engagement in Netzwerken. Die Erfolgsbilanz: rund 60 % der Firmen bleiben im Netz auch nach Auslaufen der Anschubförderung für die Infrastruktur.

Die aktuelle Befragung für das Zukunftspanel des Instituts der deutschen Wirtschaft, Köln, zeigt: Während der Wirtschaftskrise haben Unternehmen in Deutschland vor allem ihre Prozesse auf Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten untersucht, etwas mehr als die Hälfte verhängte auch einen einstweiligen Investitionsstopp. Lediglich die Vertriebs- sowie die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen blieben meist von Kosteneinsparungen verschont,.

Die Krise hat jedoch nichts an den wesentlichen unternehmerischen Herausforderungen wie der Globalisierung geändert, heißt es beim IW weiter. Die bisherige Entwicklung dürfte eher mit noch höherem Tempo weitergehen. So planen rund zwei Drittel der größeren Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 10 Mio. €, ihren Exportanteil auszuweiten.

„Allerdings haben längst nicht alle Firmen die Zeichen der Zeit erkannt, weiß Karl Lichtblau zu berichten. Er ist Sprecher der Geschäftsführung von IW-Consult GmbH. Lichtblau: „Nur knapp ein Fünftel ist sowohl international tätig als auch in Forschung und Entwicklung erfolgreich engagiert. Das bedeutet, dass der Erfolg Deutschlands noch von einer relativ kleinen Avantgarde von Unternehmen abhängig ist.“ Dem Problem lässt sich aber Herr werden: mit Netzwerken.

Volker Treier, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des DIHK weist den Weg: „Obgleich erst vor zwei Jahren gestartet, ist das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand ZIM mittlerweile zu einer Art „Goldstandard“ in der Innovationsförderung für kleine und mittlere Unternehmen geworden.“

ZIM genießt nicht zuletzt deshalb einen guten Ruf in der Industrie, weil es neben direkten FuE-Projekten Netzwerkaktivitäten unterstützt.

ZIM ist nur eine der Initiativen des deutschen Bundeswirtschaftsministeriums. Als ein Dach über die regionalen Verbünde gilt die „Initiative Kompetenznetze Deutschland“. Diese Initiative unterstützt die leistungsfähigsten Netzwerke und Cluster Deutschlands.

Die im Jahre 1999 gegründete Initiative „Kompetenznetze Deutschland“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) versteht sich als „Club der besten Innovationsnetzwerke“ der Bundesrepublik. Die Mitgliedschaft in der Initiative stellt für die involvierten Kompetenznetze ein Gütesiegel dar, heißt es auf der zugehörigen Internetseite.

Die „Initiative Kompetenznetze Deutschland“ repräsentiert nach außen den Innovationsstandort Deutschland und unterstützt im Innern die beteiligten Netze bei ihren Entwicklungen sowie Aktivitäten. Damit profitieren nicht nur die Netzwerkpartner voneinander, sondern oft auch die ganze Region.

Das Engagement der Unternehmen in diesen Netzen zahlt sich gerade in Krisenzeiten aus.

– Im Luftfahrtcluster Hamburg, einem regionalen Netzwerk von KMU, Großunternehmen und Forschung, haben die Partner die Zeit der Krise aktiv genutzt und im Vertrauen auf die Stärke des regionalen Netzwerks Investitionen getätigt. Der jüngste Großauftrag von Airbus, der überwiegend am Standort Hamburg realisiert wird, überrascht die Hanseaten daher kaum. „Das intensive gemeinsame Agieren im Netzwerk mit innovativen KMU und Hochschulen hat es uns gerade in den letzten Jahren ermöglicht, unser Servicespektrum kontinuierlich zu erweitern und somit unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern“, berichtet Bernhard Conrad, CTO bei Lufthansa Technik.

– Unter dem Dach des Vereins Maritime Allianz Ostseeregion fanden elf kleine Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern zusammen. Gemeinsam wurden Systemlösungen für Errichtung, Betrieb, Wartung und Instandhaltung von Offshore-Windparks entwickelt. Allein hätten diese Unternehmen mit zehn bis 250 Mitarbeitern wohl kaum Chancen gehabt, sich an solchen Großvorhaben zu beteiligen. Im Verbund gelang es ihnen jedoch, in erheblichem Umfang Komponenten für den Windpark Baltic 1 zu liefern. Dieser liegt rund 16 km vor der Halbinsel Darß und besteht aus 21 Windkraftanlagen.

– Im brandenburgischen Netzwerk Neposys entwickelten zehn Unternehmen und zwei Forschungseinrichtungen gemeinsam ein prozessstabiles Verfahren zum Recycling von industriellen Reststoffen aus PUR (Polyurethan) und PET (Polyethylenterephtalat). Als unmittelbares Ergebnis der Netzwerkarbeit wurden zwei Produktionsanlagen zur Herstellung von aromatischen Polyesterpolyolen sowie mit Harz imprägnierten Carbon- und Glasfasern in Betrieb genommen. Zusätzlich entstanden 200 Arbeitsplätze bei den Netzwerkpartnern, verbunden mit einem Umsatzplus von ca. 28 Mio. €.

„In der Regel findet man in Netzwerken Vermarktungspartner, die die Kundenwünsche besonders gut kennen, und Technologielieferanten, die sich darauf spezialisiert haben, komplizierte Komponenten herzustellen oder technologisch anspruchsvolle Verfahrensschritte umzusetzen. Forschungsinstitute wiederum können kreative Ideen und aktuelles Wissen über Forschungsergebnisse beisteuern“, so Pascal Lampe, Geschäftsführer des auf Maschinenbau spezialisierten Netzwerkes Niro e.V., Netzwerk Industrie Ruhr-Ost in Unna.

Waren viele Unternehmen früher eher skeptisch gegenüber gemeinsamer Netzwerkarbeit mit Wettbewerbern, so sind nun auch vermeintlich traditionelle Industriebranchen auf Kooperationskurs.

„Die Ernährungswirtschaft ist im Vergleich zu anderen Branchen gut durch die Wirtschaftskrise gekommen. Wir erleben aber heute mit den extremen Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten die Ausläufer dieser Krise und sind froh, dass wir in dieser angespannten Situation jetzt die Früchte der gemeinsamen Entwicklungen und Kooperationen im Netzwerk ernten können“, sagt Jochen Brüggen, geschäftsführender Gesellschafter des mittelständischen Lübecker Unternehmens H. & J. Brüggen KG und Vorsitzender des Netzwerks Food-Regio, das ca. 40 Unternehmen der Lebensmittelbranche unterstützt.

Insgesamt 97 Kompetenznetze in neun Themenfeldern in acht Regionen Deutschlands nennt derzeit die Internetseite der Initiative. Wer die Themen auf der Internetseite mit ihren 160 000 Klicks im Monat genauer betrachtet, stellt fest: Es gibt noch Entwicklungspotenzial. In einigen neueren Technologiebereichen fehlen noch Kompetenznetze. rus

Von Rudolf Schulze

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