Personalmanagement

In diesem Jahr wird weniger gefeiert

Firmen wie BMW oder Henkel verwöhnten ihre Mitarbeiter mit einem großzügigen Weihnachtsgeld.

Horst Schäfers war sprachlos: Mitten in seinem Vorgarten stand der Erzfeind, die Telekom in Gestalt einer Telefonzelle! In ihr ein Nikolaus, der es auch noch wagte, ihn, den Geschäftsführer der Düsseldorfer Isis, anzurufen. Per Video und über eine DSL-Leitung wurde der Anruf in die „Nachtresidenz“, einen Düsseldorfer Club, übertragen, mitten in die Weihnachtsfeier des regionalen Telekommunikationsanbieters hinein. „Ich bin schockiert“, sagt Schäfers, machte aber gute Miene zum frechen Spiel, während 350 „Isianer“ vor Begeisterung tobten. Die Top-Wette ihrer Weihnachtsfeier war aufgegangen, innerhalb von fünf Minuten war die Telefonzelle montiert und angeschlossen worden.

„Wir machen jedes Jahr ein großes Fest“, berichtet Isis-Sprecher Thomas Werz, „das sorgt für Zusammenhalt und Schwung.“ Die Kosten dafür lagen, so schätzt er, „im fünfstelligen Bereich. Doch das ist Teil unserer Firmenkultur.“ Weihnachtsgeld dagegen oder andere Gratifikationen sind bei der Arcor-Tochter nicht üblich. Trotzdem dürfte das Verhalten der Düsseldorfer bundesweit einzigartig gewesen sein, denn in den meisten anderen Unternehmen herrschte nach prallen Jahren in diesen Monaten der Sparkurs.

Unternehmen wie die Berliner ID-Media oder die Jamba! AG, die noch vor Jahresfrist rauschende Parties für ihre Mitarbeiter organisieren ließen, feierten in diesem Jahr im Büro. Immerhin. Bei Infineon dagegen gab es dazu nur einen schmallippigen Kommentar aus der Pressestelle: „Die schlechten Zahlen bieten wenig Anlass zum Feiern.“ Auf ihr Weihnachtsgeld in voller tariflicher Höhe dagegen mussten die Mitarbeiter nicht verzichten

In manchen Firmen sieht dies allerdings anders aus. So hatte die Wacker Chemie bereits im Herbst angekündigt, kein Weihnachtsgeld zu zahlen, um auf diese Weise Entlassungen zu vermeiden. Auch beim Frankfurter Medienunternehmen Das Werk gingen die Mitarbeiter leer aus im nächsten Jahr sollen 60 Stellen abgebaut, Entlassungen aber vermieden werden.

Glaubt man den Sozialversicherungen, so sind dies keine Einzelfälle: Nach ihren Schätzungen gehen ihnen in diesem Winter Einnahmen in Millionenhöhe verloren, weil das Weihnachtsgeld vielfach gekürzt oder gestrichen wurde. Im letzten Jahr konnten die Sozialkassen noch Einnahmen in Höhe von 15 Mrd. DM aus den weihnachtlichen Sozialabgaben verbuchen.

Besonders schlecht stehen die Zeichen bei den Unternehmen, die vor einem Jahr noch als Stars der sogenannten New Economy gehandelt wurden. Während bei der Hamburger PopNet Internet AG Anfang Dezember das Insolvenzverfahren eröffnet und einige Töchter verkauft wurden, muss inzwischen rund ein Drittel der 950 Beschäftigten der Bertelsmann-Tochter Pixelpark um ihre Jobs fürchten. Die Belegschaft soll auf etwa 600 Mitarbeiter reduziert werden – noch Ende Juni zählte das Unternehmen 1097 Mitarbeiter.

Wie anders sieht es dagegen die Old Economy. Von Weihnachtsferien, einem Produktionsstopp gar, kann bei BMW beispielsweise keine Rede sein. Die Werke in München, Regensburg und Dingolfing sind nur an den gesetzlichen Feiertagen geschlossen, ansonsten läuft die Produktion weiter. „Unsere Auftragsbücher sind voll, die Nachfrage ist hoch“, heißt es aus der Zentrale.

Entsprechend üppig fielen auch in diesem Jahr wieder die Weihnachtsgratifikationen aus: Je nach Länge der Betriebszugehörigkeit, erhalten die Mitarbeiter zwischen 5 % und 50 % mehr als tariflich vorgesehen. Wer länger als sechs Jahre im Unternehmen ist, bekommt 120 % des Brutto-Monatsgehaltes statt der tariflichen 55 %.

Auch beim Konsumgüterhersteller Henkel konnten die Mitarbeiter bereits mit dem Novembergehalt ein Weihnachtsgeld in Höhe von 95 % des Brutto-Monatsgehaltes verbuchen zum Fest gibt es ein Weihnachtspaket mit Produkten des Hauses sowie ein Überraschungsgeschenk, das die rund 60 000 Mitarbeiter auf die neue Corporate Identity einstimmen soll.

So überrascht es nicht, dass trotz nachlassender Konjunktur die Spendenbereitschaft der Deutschen nicht nachlässt. „Die Weihnachtszeit ist die Hauptspendenzeit“, weiß man beim Deutschen Zentralinstitut für soziale Beratung (DZI), Berlin, das sich auf Spenderberatung spezialisiert hat. Jedes Jahr kommen rund 4,5 Mrd. DM zusammen. HELENE CONRADY

Von Helene Conrady

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