Personalmanagement 14.04.2006, 19:21 Uhr

Immer mehr „Hire and Fire“ bei US-Firmen  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 13. 4. 06, Fr – Amerikas Personalpolitik ist bekannt für ihr „Hire and Fire“ – das schnelle Einstellen und ebenso schnelle Entlassen. Doch immer häufiger werden die Gekündigten schon kurz danach wieder eingestellt.

Rehiring“ lautet das neue Schlagwort unter den US-Personalchefs. Damit bezeichnen sie ihre zunehmende Praxis, einst entlassene Mitarbeiter wieder ins Unternehmen zurückzuholen.

„Ich war ziemlich enttäuscht, als es mich bei der letzten Kündigungswelle erwischte. Danach wollte ich für ein paar Wochen mit dem Wohnmobil durch Kalifornien zuckeln, aber noch während ich meine Sachen packte, kam der Anruf von meinem Ex-Boss“, erinnert sich John Drasky, Serviceingenieur bei einem Klimageräte-Hersteller in San Bernandino bei Los Angeles.

Draskys Fall ist inzwischen keine Ausnahme mehr. Nach einer Untersuchung der Manpower-Tochter „Right-Management“ wurden im vorigen Jahr 13 % der entlassenen Mitarbeiter wieder eingestellt – manche bereits nach nur wenigen Wochen. Untersucht wurden 4900 US-Unternehmen verschiedener Größenordnung und aus unterschiedlichen Branchen. Über die Hälfte dieser Unternehmen gab an, entlassene Mitarbeiter im selben Jahr wieder eingestellt zu haben.

Die Personalmarkt-Experten von Right-Management sehen darin eine grundlegende Sinneswandlung bei den Personalchefs gegenüber entlassenen Ex-Mitarbeitern. „Früher hatten entlassene Mitarbeiter immer den unterschwelligen Beigeschmack, dass sie nicht zu den besten gehörten – sonst hätte man sich ja nicht von ihnen getrennt“, meint Joy McGovern, Chefin der New-Yorker Niederlassung von Right-Management. Doch heute sei die Meinung der Personalchefs über ehemalige Mitarbeiter eher positiv. „Jeden kann es heute beim Downsizing erwischen das hat überhaupt nichts mehr mit der Qualifikation zu tun. Im Gegenteil – wenn man einen Ex-Mitarbeiter ¿rehired“, weiß das Unternehmen sehr genau, wer den neuen Job übernimmt. Und auch die neuen alten Mitarbeiter kennen das Unternehmen noch bestens, so dass praktisch keine Einarbeitungszeit anfällt“, meint Joy McGovern über die veränderte Denkweise bei den Personalverantwortlichen.

Ursache für diese neue Einschätzung ist ein leer gefegter Arbeitsmarkt für viele spezialisierte Positionen in den klassischen Wachstumsbranchen. „Bei uns galt viele Jahre der Grundsatz, dass es nach der Trennung von einem Mitarbeiter keine gemeinsame Basis mehr gibt. Aber in den letzten Jahren hatten wir viel Pech mit neuen Hochschulabgängern. Aus Verzweiflung probierten wir die Wiedereinstellung eines erfahrenen Mainframespezialisten und waren von den Ergebnissen begeistert“, berichtet Paul Bartelli, Abteilungsleiter eines New-Yorker Softwareunternehmens, das auf Finanzanwendungen spezialisiert ist. Seiner Ansicht nach ist es sogar von besonderem Vorteil, wenn die einstigen Mitarbeiter ein paar Monate in einem konkurrierenden Unternehmen gearbeitet haben. „Sie erkennen automatisch was die besser machen und wo die eigenen Stärken sind“, schwärmt er inzwischen über die Rückkehrer, die in seinem Unternehmen immer begehrter sind.

Für Topmanager kann auch eine reine schöpferische Pause außerhalb des Unternehmens äußerst lukrativ sein. So holte sich die Investmentbank Morgan Stanley im vorigen Jahr ihren einst mit Schimpf und Schande geschassten CEO John Mack zurück. Für die Bereitschaft, an seinen einstigen Schreibtisch zurückzukehren, zahlte ihm die Bank eine Art Wiedergutmachung in Höhe von 26,2 Mio. Dollar. HARALD WEISS

US-Personalchefs reagieren auf Fachkräftemangel

Ein Beitrag von:

  • Harald Weiss

    Freier IT-Journalist, IT-Analyst und IT-Consultant in Kaiserslautern. Nach verschiedenen Positionen in Softwareentwicklung,  MarCom und PR, 17 Jahre President New York Reporters in New York. Seit 2016 freischaffend wieder in Deutschland.

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