Management

Hightechs suchen Heil in USA

VDI nachrichten, Düsseldorf, 30. 7. 04 -Über ein Dutzend junger deutscher Hightechs wurde in den vergangenen 18 Monaten von amerikanischen Betrieben übernommen. Die ehemaligen Eigentümer sehen die Millionen-Dollar-Deals als Chance, auf dem US-Markt Fuß zu fassen. Volkswirtschaftlich aber drohen auf lange Sicht Gefahren.

Nach Recherchen der VDI nachrichten wurden in den vergangenen anderthalb Jahren 13 junge deutsche Hightechs von ausländischen Wettbewerbern übernommen. Zwölf Mal saß der Käufer in den USA. Für die Betroffenen sind die Deals scheinbar ein Grund zum Jubeln. Ihre Befragung ergab ein einheitliches Stimmungsbild: Alles super!
Vor allem die Aussicht auf Synergien und verbesserte Vertriebswege ließ hiesige Firmen bereitwillig in die Arme von US-Konzernen sinken. Ein Beispiel ist die Berliner Jamba AG. Der europäische Marktführer im Bereich Mobile Entertainment wurde im Mai von VeriSign übernommen. Die Kalifornier sind spezialisiert auf Infrastrukturdienste für das Internet und Telekommunikationsnetze. Zu den Hintergründen erklärt Jamba-Sprecher Tilo Bonow: „Um in den amerikanischen und asiatischen Markt zu expandieren, brauchten wir einen starken Partner, der gute Kontakte zu den lokalen Netzbetreibern hat.“ Ein auf dem Zielmarkt bekannter Konzern sei außerdem wichtig, um große Entertainment-Deals abschließen zu können. „An Paramount kämen wir als Berliner Unternehmen ohne weiteres nicht ran.“ Den US-Markt auf eigene Faust – und eigene Rechnung – zu erobern, wäre nach Ansicht Bonows möglich gewesen. „Das hätte aber länger gedauert und wäre aufwändiger gewesen.“
Ein ähnliches Bild bei der Element 5 AG. Das Kölner Unternehmen, spezialisiert auf den elektronischen Vertrieb von Software, wurde im April an Digital River, Minnesota, verkauft. Gründer Gerrit Schumann erklärt: „Wir sind etwas mehr technologiegetrieben, unsere neue Muttergesellschaft hat ihren Schwerpunkt eher auf der Marketingseite. Insgesamt ergänzen wir uns perfekt – vor allem geographisch.“
Sorgen um Arbeitsplätze in Deutschland machen sich die Verkäufer nicht. Schumann: „Der Kölner Firmensitz bleibt erhalten, wir werden die europäische Zentrale von Digital River.“ Jamba-Sprecher Bonow: „VeriSign hat sich zum Standort Berlin bekannt. In den kommenden zwölf Monaten sollen 150 neue Mitarbeiter eingestellt werden.“ Dieser Aufschwung hänge direkt mit dem Verkauf zusammen. „Der Deal ist also nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern auch volkswirtschaftlich ein großer Coup.“
Den Übernahmen deutlich skeptischer gegenüber steht Heinz Riesenhuber. Der Aufsichtsrat in vielen Jungunternehmen und ehemalige Bundesminister für Forschung und Technologie warnt: „Wenn in einem Konzern umstrukturiert wird, geht man mit den Mitarbeitern am Hauptsitz behutsamer um als in ausländischen Tochtergesellschaften.“ Auch volkswirtschaftlich sei der Abzug von Entscheidungsträgern problematisch. „Der Druck auf die Bundesregierung zur Verbesserung von Rahmenbedingungen nimmt dadurch ab. Auch der kompetente Rat in der Sache fällt weg.“ Ein Beispiel für letztlich erfolgreiche Lobbyarbeit sei die jüngst beschlossene Steuersenkung für VC-Fondsmanager.
Kritisch zu den Verkäufen äußert sich auch Fraunhofer-Präsident Hans-Jörg Bullinger. „Deutschland braucht genügend Firmen, die international Benchmarks setzen. Wandern sie ab, geraten wir irgendwann in eine technologische Abhängigkeit.“ Grundvoraussetzung, um den Trend zu brechen, sei ein besser funktionierender Kapitalmarkt. Seite 4 STEFAN ASCHE

Von Stefan Asche

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