Management

Hartnäckig, aber dialogbereit

VDI nachrichten – Wer als Hersteller nicht im Endkundengeschäft tätig ist, profiliert sich selten als Publikumsmarke, sondern vor allem bei seinen Industrie-Kunden als Zulieferer über Qualität und Preis, fertigt zum Beispiel in China, denn Endkunden zahlen keinen Preiszuschlag für „Made in Germany“. Rolf Endreß, Vorstandsvorsitzender CEAG, deren Tochter Friwo, die seit 1990 in China Ladegeräte fertigt, über derzeitige und künftige Herausforderungen.

Welche Herausforderung sehen Sie wirtschaftlich auf sich zukommen?
Dies ist sicher die Globalisierung. Deren Chancen gilt es zu erkennen. CEAG ist hier Speerspitze und nicht Nachläufer.
Wir sind als Mittelstandsunternehmen schon 1990 nach China aufgebrochen und haben unsere erste Fabrik eröffnet. Inzwischen beschäftigt unser Unternehmen dort mehr als 10 000 Mitarbeiter in drei Fabriken.

Rolf Endreß
wurde 1947 in Öhringen, bei Stuttgart, geboren. Nach Abschluss einer Radio- und Fernsehtechnikerlehre erwarb er an der FH Heilbronn das Ingenieurdiplom für „Physikalische Technik“. Bei IBM begann er 1971 zunächst als Qualitätsingenieur und durchlief verschiedene Funktionen u.a. Manager für das Qualitätswesen. Dabei konnte er sowohl in den USA als auch in Frankreich mehrjährige Auslandserfahrungen sammeln.
1994 wechselte er zu ITT Cannon, wo er die Geschäftsführung der GmbH in Weinstadt und später zusätzlich die Verantwortung für die Connector-Werke in Frankreich und England übernahm. Von 1997 bis 1999 war er als „General Manager Connectors Europa“ tätig.
Im Oktober 1999 wurde er zum Vorsitzenden des Vorstands der CEAG AG berufen.

Das Unternehmen CEAG AG
Die im „Prime Standard“ der Deutschen Börse notierte CEAG AG, Holding der Friwo Group mit Sitz in Bad Homburg und Headquarter in Ostbevern/Westfalen, ist nach eigenen Angaben mit der Marke Friwo der weltweit führende Anbieter von Ladegeräten für Mobiltelefone. Friwo wurde 1971 in Ostbevern gegründet. Ende 2003 verließ das 750millionste Ladegerät das Produktionsband – allerdings in China. Der weltweite Marktanteil der Friwo bei Ladegeräten betrug – nach Firmenangaben – im Jahr 2003 rund 25%.
Während die Business Unit Friwo Mobile Power (FMP) im Markt der Telefon- und IT-Technologie tätig ist, werden in der Business Unit Friwo Power Solutions (FPS) individuelle Netz- und Ladegeräte für die vier Segmente IT&Kommunikation, mobile Werkzeuge, industrielle Anwendungen und Medizintechnik gefertigt. Mit Entwicklungszentren, Fertigung und Vertrieb in Europa, Asien und Nord- und Südamerika ist die CEAG AG/Friwo Group in allen wichtigen Märkten der Welt präsent. Der Konzernumsatz belief sich 2003 auf 167 Mio. €.
Hauptgesellschafter der CEAG AG ist die Delton AG mit fast 77% des Grundkapitals.
Die Delton AG ist eine strategische Management-Holding mit Sitz in Bad Homburg. Sie führt für ihren Alleinaktionär, Stefan Quandt, Wert schaffende Aktivitäten in den Geschäftsbereichen Arzneimittel, Haushaltsprodukte, Logistik und Stromversorgung. Die Delton engagiert sich in zukunftsorientierten Wachstumsmärkten, in denen sie marktführende Positionen einnimmt oder erreichen wird. Im Jahr 2003 erzielte die Delton-Gruppe mit über 22 000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 2,2 Mrd. €.

Firma: CEAG AG
Sitz des Unternehmens/jur. Sitz: Bad Homburg v.d. H.; Geschäftsadresse: Ostbevern bei Münster
Mitarbeiter: weltweit über 10 000
Umsatz (2003): 167 Mio. €
Produkte: Netz- und Ladegerät

Welche Herausforderung sehen Sie im technologisch-wissenschaftlichen Bereich auf sich zu kommen?
Unsere Produkte – Netz- und Ladegeräte – müssen nicht nur hohen Sicherheitsstandards genügen, sondern auch die immer anspruchsvolleren Umweltauflagen erfüllen. Hierfür bedarf es einer ständigen Weiterentwicklung der Produkte, z.B. durch den Einsatz von absolut umweltverträglichen Materialien.

Welche Herausforderung sehen Sie im gesellschaftspolitischen Bereich auf sich zukommen?
Wir sollten in Deutschland begreifen, dass die Kunden schon lange kein Premium mehr für ‚Made in Germany“ bezahlen. Vergangenheitsorientierte Träumereien in manchen gesellschaftlichen Gruppen helfen hier nicht weiter, im Gegenteil, sie vergrößern nur weiter den Abstand Deutschlands im internationalen Wettbewerb.

Welche ist in Ihren Augen die wichtigste Erfindung des 20. Jahrhunderts?
Das Handy. Dieses kleine ‚Wunderkind“ hat die berufliche Arbeit maßgeblich verändert und effektiver gemacht. Managementaufgaben sind mobil geworden, egal in welchem Land, an welchem Ort man sich befindet. Man ist immer erreichbar und kann in Entscheidungen eingreifen. Das Handy hat jedoch nicht nur die Arbeitsprozesse im Berufsleben nachhaltig verändert, sondern auch das Privatleben – da allerdings nicht immer zum Positiven …

Was wünschen Sie der nächsten Generation?
Eine exzellente schulische und universitäre Ausbildung, die internationale Standards setzt. Die nächste Generation soll ‚internationaler“ aufwachsen und die Vielfalt der kulturellen Werte vermittelt bekommen.

Wie wichtig sind Markennamen für einen Produkterfolg?
Markennamen sind wichtig für Produkterfolge. Friwo ist unser Markenname – dies schon seit über 30 Jahren. Nur – wir sind keine Endverbrauchermarke. Oder haben Sie schon einmal darauf geachtet, was auf dem Ladegerät Ihres Handys steht? Wir sind ausschließlich bei unseren Kunden bekannt, unser Name ist gleichzusetzen mit Know-how und Entwicklungskompetenz.

Wie lassen sich technische Kompetenz und die des Unternehmens wirksam an Börsianer und Investoren kommunizieren?
Durch permanente und offene Information. Ein Investor, der zu uns kommt und genau verstehen will, was wir tun, der wird offene Türen finden.

Würden Sie noch einmal den gleichen Ausbildungsweg gehen wollen?
Vielleicht. Ich bin heute froh, dass ich in den Genuss einer sehr bodenständigen Ausbildung gekommen bin, d.h. eine Lehre mit anschließendem Ingenieurstudium. Gleichzeitig hatte ich aber das Glück, frühzeitig internationale Luft zu schnuppern.

Wie könnte man Ihren Umgang mit Mitarbeiter/Innen charakterisieren?
Anspruchsvoll und hartnäckig, kommunikativ und dialogbereit.

Wie schaffen Sie es, Zeit für sich zu haben, nicht immer nur von den internen und externen Herausforderungen der Firma in Anspruch genommen zu werden?
Durch ein effektives Zeitmanagement. Ich achte sehr auf Effizienz. Ein Beispiel: Wenn ich merke, dass Mitarbeiter vor einer Besprechung ihre „Hausaufgaben“ nicht gemacht haben, breche ich die Sitzung ab und mache einen neuen Termin.

Was ist Ihr Lieblingssport?
Früher Handball, jetzt habe ich mich mehr auf Tennis verlegt …

Was ist Ihr bisher größter sportlicher Erfolg?
Da muss ich weit zurück gehen. In der Leichtatlethik bin ich als 16-Jähriger württembergischer Meister geworden. Darüber hinaus habe ich über 40 Jahre Handball gespielt, spiele seit 30 Jahren Tennis in der Vereinsmannschaft und jogge seit 25 Jahren. Ich finde, ich habe allein für diese Ausdauer eine Urkunde verdient.

Wo tanken Sie auf?
In diesem Punkt bin ich gerne konventionell: Zeit mit meiner Frau verbringen, Sport treiben, Kultur genießen.

Was ist Ihr Lebensmotto?
Bei aller Arbeit den Spaß und den Blick auf das Wesentliche nicht verlieren!

Welche drei Bücher haben Sie am meisten geprägt?
„The goal“ von Goldratt, „Mythos Motivation“ von Sprenger, „Out of the crisis“ von Deming.

Was wollten Sie als Kind gerne werden?
Förster. Die Vorstellung war, dass ich jeden Tag mit dem Pferd durch den Wald reiten würde und die heimischen wilden Tiere beobachten könnte.

Welche Fremdsprachen beherrschen Sie halbwegs?
Schwäbisch, na ja und englisch. Französisch klappt auch ganz gut …

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