Management

Härter als Bill Gates

Seit Ende Januar ist der bullige Steve Ballmer Vorstandsvorsitzender des mit beinahe 600 Mrd. Dollar höchst kapitalisierten Unternehmens der Welt.

Der 43-jährige Steve Ballmer, seit dem 13. Januar offizieller Microsoft-CEO, ist nun genauso entscheidungsmächtig, wenn nicht bestimmender für den schwierigen Zukunftskurs des von allen Seiten belagerten Softwaregiganten als sein vom zehnjährigen Streit mit den Antitrusthütern frustrierter und entnervter Weggefährte und Firmengründer Bill Gates. Zusammen sitzen sie im Aufsichtsrat des Unternehmens.
Seit mehr als 25 Jahren verbindet beide eine loyale Freundschaft – seit sie an der noblen Harvard University Vorlesungen schwänzten und lieber das Pokerspielen und andere Jungmännerrituale kultivierten und dennoch durch gnadenloses Pauken ihre Semesterkurse mit den höchst möglichen Punktezahlen absolvierten.
Während der von seiner gut situierten Anwaltsfamilie gehätschelte Gates sein Jurastudium 1975 kurzer Hand abbrach, um mit 20 eine Softwareklitsche namens Microsoft zu gründen, machte der Detroiter Arbeitersohn Steve Ballmer mit Begabtensti-pendium brav seinen Bachelor in Wirtschaftsmathematik und heuerte 1977 beim Waschmittelproduzenten Procter & Gamble als Assistant Product Manager an.
Doch schon 1980 kamen die beiden ungleichen Pokerspieler wieder zusammen. Beim Startup Microsoft stand der große Durchbruch als exklusiver Beriebssystemlieferent für den ersten IBM PC gerade bevor. Da rief Bill seinen Freund Steve als ersten soliden Kaufmann unter fantasievollen Technikern nach Redmond – gegen eine fürstliche Beteiligung von 5% am rasch expandierenden Unternehmen. Heute ist Ballmer mit 29 Mrd. Dollar Microsoft-Aktien der viertreichste Mann Amerikas.
Dabei wirkt der massige Typ mit Haarkranz, 1,85 m groß und breit wie ein Schrank, eigentlich gar nicht so wie der Vorstandsvorsitzende einer 20-Mrd.-Dollar-Weltfirma mit knapp 30 000 Mitarbeitern. Eigentlich immer, auch bei seiner Einführung als CEO, erscheint er mit offenem Kragen oder logo-verziertem T-Shirt, im Knuddellook seiner temporären Codeschreiber und fest angestellten Systemarchitekten.
Der lockere Look hat natürlich Methode, und er kommt gut an. Doch der Charakterkontrast zu Bill Gates, dem introvertierten Computermenschen mit dicker Brille und verwuschelter Frisur, könnte nicht stärker sein: Gates der scheue Visionär, Ballmer der stramme Stratege. Bill polarisiert, Steve synchronisiert die Massen. Wo Gates verlegen fistelt, blafft Ballmer so bombastisch und sonor, dass seine Stimme nach Reporterberichten aus Redmond auch ohne Rundsprechanlage durch die Luftschächte der Klimaanlage in die umliegenden Büros hinein schallt.
Ballmer ist nicht nur von imponierender Gestalt. Er bringt das Flair des Spitzensportlers ins harte Geschäft mit der weichen Ware, oft zum Schrecken antriebsarmer Mitarbeiter. Eine Karriere als rauer, professioneller Football-Player, US-Style, ist denn auch die einzige Alternative, die er sich, wenn befragt, statt seiner dramatischen Vorturnerrolle beim oft geschmähten Windows-Monopolisten Microsoft vorstellen mag.
Deswegen wohl sind die Stories über „Bill“s Kopilot“ (Business Week) nach immer gleichem Muster gestrickt: Erst kommt Steve, der evangelistische Einpeitscher der Microsoft Corporate Identity, gelegentlich aufgelockert durch deftige Clownerien. Dann Steve, der überlegene Stratege, der Jahr um Jahr den Umsatz um satte 30% in die Höhe treibt, hieb- und stichfeste Verträge mit wichtigen Kunden schließt und dabei so charmant auftritt wie ein Elefant auf Brautschau. Und am Schluss Steve, der Familienvater, mit einer Microsoft-Publizistin verheiratet, der (fast) jeden Abend seine Kinder selbst zu Bett bringt – und sogar ein monatelanges Sabbatical dazu nutzte, seine krebskranken Eltern zu pflegen.
Dabei war Ballmers unaufhaltsamer Aufstieg in Gates Software-Reich keine Blitztournee. Nur zögernd trennte sich Bill von seiner Gründermacht. In den 80ern fummelte er jahrelang an der grafischen Bedieneroberfläche à la Apples Macintosh, und die erste Windows-Version war ein satter Flop. Erst 1992 schaffte es Ballmer in die Führungstroika (mit Gates), später war er im neunköpfigen Vorstand Vice President. Und erst ab Juli 1998 zeichnete er endlich als Präsident verantwortlich fürs Tagesgeschäft.
Da schmachtete der Software-Koloss Microsoft, brutaler Marktverdrängung innovativer Rivalen bezichtigt, schon unter der immer härteren Antitrustklage der US-Justiz. Ballmers erste Tat als Firmenpräsident war eine tief greifende Umstrukturierung der Riesenfirma: weg von der Segmentierung in Technologiebereiche, hin zur Fokussierung auf signifikante Anwendergruppen. Beobachter sahen das schon damals als vorsorgliche Verteidigungsposition gegen die drohende Aufspaltung Microsofts nach dem Muster von AT&T in mehrere „Baby Bills“. Auch die neueste Rochade der Führungspositionen zwischen Bill und Steve trägt unverkennbar defensorische Züge.
Dann erstürmte Ballmer im Eilmarsch das von Microsoft um ein Haar verpasste Internet-Geschäft – durch die vieler Orts verdammte Hau-Ruck-Integration des beinahe über Nacht erstellten Web-Browsers „Internet Explorer“ in das Betriebssystem Windows. Das ging sehr zu Lasten des vormaligen Marktinhabers „Netscape Navigator“. Microsofts eher aussichtsreiche Vorstöße in den E-Commerce „Car Point“ und „Expedia“ lancierte Ballmer umgehend als eigenständige Unternehmen.
Dass auch einem trainierten Manager-Zögling Anfangsschnitzer unterlaufen können, zeigte sich bei Ballmers bollerigen Auftritt gegen die wenig populäre US-Generalstaatsanwältin: „Zur Hölle mit Janet Reno!“ Ein Lapsus, für den er sich später entschuldigte. Doch ein Ausrutscher hier und da sorgt für emotionale Glättungen im Microsoft-Erscheinungsbild. Selbst ein hart verdrängter Wettbewerber wie Mark Andreessen von Netscape, auch er eine Legende der Internet-Gemeinde, ist ein Ballmer-Fan: „Wenn er wieder zu einem Startup ginge, würde ich ohne weiteres in ihn investieren.“ Bleibt ab zu warten, ob und wann Steve ihm diesen Gefallen tut. WERNER SCHULZ
Steve Ballmer macht sich bemerkbar: Sein Stimme ist auch ohne Mikrofon in den hinteren Reihen zu verstehen.

Von Werner Schulz

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