Management

„Generation Y“ hat eigene Vorstellungen

Die „Generation Y“ (Personen, die nach 1980 geboren wurden), die Computer- und Internet-Know-how mit der Muttermilch eingesogen hat, strömt in die Unternehmen. Chefs und Mitarbeiter sollten darauf vorbereitet sein.

„Kann mir das mal jemand schnell kopieren?“ Eilig stürmt der Chef aus seinem Büro – und stößt auf dem Flur mit dem Praktikanten zusammen. Wortlos drückt er dem jungen Mann einen Papierstapel in die Hand. Doch der macht keine Anstalten, die Unterlagen an sich zu nehmen, sondern erwidert: „Warum? Ich kann Ihnen gerne zeigen, wie man den Kopierer bedient.“

Eine Frechheit? Aus der Sicht des Praktikanten vermutlich nicht. Denn er gehört zur so genannten Generation Y – jener Altersgruppe, die in den Achtzigerjahren geboren wurde. Mit ihr erobert derzeit ein völlig neuer Menschentyp die Unternehmen: flexibel, feedbackfreudig, vernetzt und technisch versiert. Vom Altersprinzip indes hält diese Generation nichts. Sie begegnet jedermann grundsätzlich auf Augenhöhe.

Warum sollten sich Führungskräfte mit den Ansprüchen der neuen Einsteiger auseinandersetzen? Ganz einfach: Weil ihnen sonst der Nachwuchs auszugehen droht. Ein Viertel aller Firmen verzeichnet unter jungen Mitarbeitern eine Abwanderungsquote von über 30 %, ergab eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.

Für Karina Albers ist diese Flucht der Jungen eine Folge schlechter Führung: „Viele Abteilungsleiter packen den Nachwuchs völlig falsch an.“ Sie schult Manager im Umgang mit der Generation Y. Dabei verwendet sie Szenarien wie das vom kopierunwilligen Praktikanten. Wie sollte der Chef auf den vermeintlichen Affront reagieren? „Die Generation Y möchte das Gesamtbild“, erklärt Albers. Bedeutet: Anstatt einfach zu kommandieren, hätte der Vorgesetzte erklären müssen, dass in einer halben Stunde ein Kunde kommt, er sich noch vorbereiten muss und deshalb keine Zeit hat, zu kopieren. Aber bleibt Chefs für solche Überzeugungsarbeit überhaupt Zeit? „Die sollten sie sich nehmen“, meint Albers, „nur Befehle auszuteilen, führt zu Reibereien, die letztendlich viel Energie kosten.“

Um die Generation Y zu verstehen hilft ein Blick in ihre Biografie: Viele der nach 1980 Geborenen sind in wohlhabenden Doppelverdienerhaushalten aufgewachsen, nicht selten als einziges Kind. Eine strenge Familienhierarchie haben sie meist nicht kennengelernt. Im Gegenteil: Die Generation Y durfte von Kindesbeinen an mitentscheiden.

Und das erwartet sie jetzt auch im Beruf. „Führung muss moderierender werden“, sagt Stephan Grabmeier, bei der Deutschen Telekom für Culture Management verantwortlich. „Vorgesetzte müssen stärker die Meinungen der Mitarbeiter einbeziehen und gleichzeitig stärker loslassen können.“ Mit grenzenlosem Laissez-faire habe das nichts zu tun, betont Grabmeier: Die Generation Y akzeptiere durchaus, dass der Vorgesetzte am Ende eine Entscheidung treffen muss.

Grundsätzlich sind die Berufseinsteiger leistungsbereit und freuen sich über Rückmeldungen. „Es wird erwartet, dass Feedback oft und direkt kommt“, erklärt Anders Parment, Autor des Buchs „Die Generation Y“. Auf ein Jahresgespräch zu warten, kommt für die Youngster nicht infrage. Sie mögen es etwa, wenn morgens auf ihrem Bildschirm der tagesaktuelle Umsatz erscheint.

Insgesamt ist moderne Technik für die Generation Y unerlässlich: Wer als Arbeitgeber eine Chance haben will, muss für eine moderne EDV-Ausstattung und offene Netze sorgen. 21 % der Arbeitnehmer würden einen Job ablehnen, wenn das Unternehmen Social Networks wie Facebook und private E-Mail-Nutzung während der Arbeitszeit verbietet, so eine Studie der IT-Sicherheitsfirma Clearswift.

Das Argument, Mitarbeiter würden soziale Medien am Arbeitsplatz nur für ihre Feierabendplanung nutzen, lässt die Generation Y nicht gelten, schließlich ist ihr eine Trennung zwischen Dienstlichem und Privatem fremd. „Nur zwischen 9 bis 17 Uhr an einem Platz zu arbeiten, sehen viele nicht ein“, sagt Willms Buhse. Sein Unternehmen DoubleYUU organisiert regelmäßig Events, bei denen erfahrene Manager auf Einsteiger der Internetgeneration treffen.

Ein gutes Gehalt ist für die Generation Y natürlich auch wichtig – verliert allerdings bei der Arbeitgeberwahl zunehmend an Bedeutung. Wichtiger ist die Frage nach dem Warum. „Die Digital Natives sagen: ‚Wir geben euch unsere ganze Power – wenn das unternehmerische Handeln Sinn macht‘“, beobachtet Telekom-Manager Grabmeier.

Um diese Sinnhaftigkeit zu vermitteln, empfiehlt er, überall im Arbeitsalltag das gesellschaftliche Engagement des Unternehmens herauszustellen.

Aber sind die Firmen wirklich gezwungen, dem Nachwuchs in jedem Punkt entgegenzukommen? „Es muss eine Balance gefunden werden“, meint Autor Parment. Ein Beispiel: Firmen sollten Mitarbeiter Arbeitsort und -zeit frei wählen lassen – solange sie während einer bestimmten Kernarbeitszeit erreichbar sind. Auch Sabbaticals oder Sonderurlaub dürften an Bedingungen geknüpft werden, so Parment.

Im täglichen Umgang sollten Führungskräfte ebenfalls Grenzen ziehen. „Wenn Mitarbeiter den Chef auf dem Gang nicht grüßen, muss das nicht hingenommen werden“, sagt Expertin Albers. Parallel zu den älteren Führungskräften schult sie deshalb auch die jungen Einsteiger. Dann stehen Themen wie höflicher Umgang, Dresskode oder Zuhören auf der Agenda. CONSTANTIN GILLIES

Von Constantin Gillies

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