Management

Geld machen, aber bitte mit gutem Gewissen  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 25. 1. 08, jul – Corporate Social Responsibility, kurz CSR, ist in den USA fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Was bei uns noch in den Kinderschuhen steckt, soll Schule machen. Ein Berliner Pilotprojekt will kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) per Coaching dabei helfen. Doch es gibt schon deutsche Unternehmen, die Baby-Prämien verteilen, ökologisch zertifiziert produzieren und Straßenkinder unterstützen.

Die 85 Mitarbeiter des Berliner Unternehmens Knauer können sich freuen: Montags kommt immer eine Fitnesstrainerin in die Firma und bietet einen Sportkurs an. Wer ein Baby bekommt oder heiratet, erhält eine Prämie von 350 €. Im 5 000 m2 großen Garten des Unternehmens pflanzt und erntet ein eigens angestellter Gärtner Obst und Gemüse für die Mitarbeiter.

Für eine Alleinerziehende wurde zu Hause ein Telearbeitsplatz eingerichtet. Wer länger als zwei Jahre bei Knauer arbeitet, erhält eine arbeitgeberfinanzierte Altersvorsorge. Und wenn ein Geschäftsjahr gut verlief, zahlt sich das für die Mitarbeiter in barer Münze aus.

Doch auch in ökologische und soziale Projekte wird investiert: So wird in Brasilien ein Patenkind finanziell unterstützt. Und ein Teil des Unternehmensgebäudes wurde mit einem begrünten Dach, energiesparenden Fenstern und einer effizienten Wärmedämmung ausgestattet.

Das ist nur eine kleine Auswahl von Maßnahmen, die in der Dr. Herbert Knauer GmbH – ein Berliner Unternehmen, das Osmometer und Hochdruckflüssigkeits-Chromatographen produziert – eingeführt wurden. Geschäftsführerin und Eigentümerin Alexandra Knauer hält es neben ihrem sozialen Engagement für wichtig, ihre Mitarbeiter zu unterstützen: „Dadurch fühlen sie sich unserer Firma verbunden. Und das wirkt sich sehr positiv auf das Betriebsklima aus.“ Kein Wunder, dass sie 2006 den „1. Berliner Unternehmerinnenpreis“ verliehen bekam.

Mit mitarbeiterfreundlichen, umweltbewussten und sozialen Maßnahmen wie diesen steht sie nicht alleine da. Corporate Social Responsibility, kurz CSR, ist derzeit in aller Munde. Was in den USA längst fester Bestandteil der Unternehmenskultur ist, steckt bei uns noch in den Kinderschuhen.

Doch nicht immer wird unter dem Begriff dasselbe verstanden: Ist es für die einen eine reine Spendenkultur, die man gern nach außen kommuniziert, verstehen immer mehr Unternehmen darunter eine ganzheitliche Herangehensweise, die auf Nachhaltigkeit in jeder Hinsicht setzt: So soll unter umweltfreundlichen, energiesparenden Bedingungen produziert, Menschen nicht ausgebeutet und ein Betriebsklima geschaffen werden, das die Menschen sich wieder mit der Firma und seinen Erzeugnissen identifizieren lässt.

Dass viele Unternehmen diese Aktivitäten viel mehr nach außen tragen sollten, dieser Ansicht ist Carmen Giese. Die Projektleiterin der TÜV Rheinland Bildung und Consulting GmbH, die sich im Bereich Weiterbildung engagiert, hatte vor ein paar Monaten eine Studie in Auftrag gegeben, die 250 Berliner KMU zum Thema „CSR“ befragte.

Heraus kam, dass über 90 % der Unternehmen sich bereits mehrfach sozial engagiert haben, ihre CSR-Aktivitäten jedoch nicht ausreichend kommuniziert oder strategisch sinnvoll eingesetzt haben. Deshalb soll ein Pilotprojekt ab 2008 zehn Berliner Unternehmen zwei Jahre lang unterstützen. Dabei soll jeweils eine eigene CSR-Strategie entwickelt und umgesetzt werden.

Zunächst werden Präsenzseminare über das Einmaleins der CSR informieren: Die Teilnehmer erfahren, wie „Spenden und Sponsoring“ oder „Public Private Partnership“ funktioniert. Dass „Corporate Volunteering“ Engagement in oder nach der Arbeitszeit ist.

Bei „Matching funds“ für jeden von Mitarbeitern gespendeten Euro das Unternehmen ein Vielfaches drauflegt. Und „Caused related marketing“ bedeutet, dass einige Cent eines verkauften Produkts an soziale Einrichtungen fließen. Doch neben dem Engagement gehört auch eine entsprechende Kommunikation dazu.

„Was nützt es mir, wenn niemand von meinem Engagement weiß“, so Projektleiterin Carmen Giese. Außerdem sollen die Unternehmen lernen, dass ein spezielles CSR-Budget nötig und ein Controlling unerlässlich ist. Dazu wird für die Teilnehmer des Projekts eine Score-Card entworfen, die KMU helfen soll, diese einfach und zeitsparend dafür einzusetzen.

Neben den Präsenzveranstaltungen wird eine E-Learning-Plattform zu den Hintergründen der CSR informieren – übrigens auch für Nichtteilnehmer verfügbar, wenn sie sich registrieren. Erfahrene Coaches indes werden das Projekt begleiten. Als Projektabschluss wird es eine Fachtagung geben sowie ein Best-Practise-Handbuch für KMU, in denen die Teilnehmer die Prozesse zur Entwicklung einer geeigneten CSR beschreiben. Doch auch untereinander soll Networking betrieben werden.

Etwas, was die Chemie-Ingenieurin Dagmar Vogt von der ib vogt GmbH seit Jahren umsetzt – lokal und global. „Nachhaltig verstandenes Unternehmertum“, wie sie sagt, steckt dahinter, aber auch professionelles Firmenmanagement. „Internationale Kunden finden ein solches Engagement sehr wichtig. Deutschland hinkt, was CSR angeht, leider noch hinterher“, so Vogt.

Die Geschäftsführerin des Berliner Unternehmens, das Projektmanagement und Fabrikplanung für die Solarenergie betreibt, beschäftigt 170 Mitarbeiter mit Projekten in Deutschland, Spanien und den USA. Regelmäßig unterstützt ihr Unternehmen das Projekt „Licht für Bildung“ der Stiftung Solarenergie. Diese stattet bereits das dritte Dorf in Äthiopien mit Photovoltaik-Anlagen aus, um den Bewohnern am Abend das Lesen und Lernen bei Licht zu ermöglichen.

Vogts Mitarbeiter sammeln für Berliner Straßenkinder Kleidung und Decken. Außerdem werden von Mitarbeitern gespendete Euro von der Firma verfünffacht und kommen den Straßenkindern zugute. Es werden firmenintern Bücher gesammelt, die verkauft werden und deren Erlös die kostenlose Behandlung Obdachloser finanziert. Zudem gibt es eine Kampagne zu erneuerbaren Energien.

Außerdem informieren die Mitarbeiter auf Parteitagen Politiker zu diesem Thema. Desweiteren stiftet Dagmar Vogt alle Preise, die sie als Unternehmerin gewonnen hat. Bislang waren das rund 15 000 €, die in die zuvor genannten Projekte flossen. „Wir wollen als Unternehmen Vorbild sein und andere motivieren, mitzuziehen“, begründet Dagmar Vogt ihr Engagement. Reine Geldscheffelei? Das ist vielen einfach zu banal. KATJA WINCKLER

Kontakt zum CSR-Pilotprojekt: Carmen Giese, TÜV Rheinland Bildung und Consulting GmbH, Tel.: 030/4366-3251, E-Mail: carmen.giese@de.tuv.com

Wer sich für die E-Learning-Plattform des CSR-Projekts registrieren lassen möchte, sollte sich per E-Mail an Carmen Giese wenden.

Möglichkeiten zur Fortbildung im Bereich CSR über die Consulting Akademie Unternehmensethik: www.ca-unternehmensethik.de

www.csr-news.net

www.csrgermany.de

www.ec.europa.eu/enterprise/csr/ sme_de.htm

Von Katja Winckler

Stellenangebote im Bereich Technische Leitung

Stadt Leer-Firmenlogo
Stadt Leer Leitung (m/w/d) des Fachdienstes 2.66 Mobilität und Verkehr Leer
Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW-Firmenlogo
Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Leitung (m/w) für den Bereich Bauaufsichtliche Angelegenheiten Düsseldorf
SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG-Firmenlogo
SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG Leiter Technisches Büro Nürnberg (w/m/d) Technisches Büro Nürnberg
Stadt Leer-Firmenlogo
Stadt Leer Leitung (m/w/d) des Fachdienstes 2.66 / Mobilität und Verkehr Leer (Ostfriesland)
Stadt Frankfurt am Main-Firmenlogo
Stadt Frankfurt am Main Abteilungsleiter (m/w/d) für Statik / Baugrund Sonderbaukontrollen Frankfurt am Main
Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit-Firmenlogo
Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit Leitung (m/w/d) KE5 – Atomrechtliche Aufsicht über Endlager für atomare Abfälle Berlin, Salzgitter
Tröger & Cie. Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Tröger & Cie. Aktiengesellschaft Konstruktionsleiter mit Perspektive stellvetretender Technischer Leiter (m/w/d) Freiburg im Breisgau, Lörrach
EITEC GmbH-Firmenlogo
EITEC GmbH Konstruktionsleiter (m/w/d) Schweitenkirchen
Georg-August-Universität Göttingen-Firmenlogo
Georg-August-Universität Göttingen Fachbereichsleitung Bauplanung II Bauunterhaltung / Projektierung (m/w/d) Göttingen
Stadt Leipzig-Firmenlogo
Stadt Leipzig Sachgebietsleiter/-in Straßenbau für das Verkehrs- und Tiefbauamt Leipzig

Alle Technische Leitung Jobs

Top 5 Führung