Personalmanagement 02.05.2008, 19:34 Uhr

„Für Ingenieure in Asien ist das weltweite Geschäft hart“  

VDI nachrichten, Ellwangen, 2. 5. 08, ws – Peter Gresch leitet die Entwicklung von Tyco Electronics im Bereich Automotive. 1700 Ingenieure tüfteln weltweit an Hightech-Produkten von morgen. Die internationalen Teams werden mit dem Ziel gemischt, das Know-how von erfahrenen Ingenieuren an junge weiterzugeben und nationale Stärken zu nutzen.

Gresch: Meine Erfahrung zeigt, dass weltweit alle Ingenieure über ähnliches Grundlagenwissen verfügen. Aber allein fachliche Qualifikationen machen noch keinen guten Ingenieur aus. In manchen Ländern gehört Englisch zum Standard. Das zieht sich durch das gesamte Bildungssystem. Englischsprachige Ingenieure haben oft einen Sprachvorteil gegenüber ihren Kollegen aus anderen Ländern. In globalen Organisationseinheiten ist das ein Vorteil – der aber schmilzt. Heute gehört Englisch zur Standardausbildung jeder guten technischen Hochschule, egal in welchem Land jemand studiert.

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VDI nachrichten: Warum bündeln Sie die Entwicklung an bestimmten Standorten?

Gresch: Die Entwicklungszentren haben ihre Standorte in unseren wichtigsten Märkten: Deutschland, Frankreich, Italien, zudem die USA, Brasilien und die großen asiatischen Märkte Japan, Korea und Indien. Man muss dort sein, wo der Kunde ist, auch, um ihn in seinem typischen Verhalten verstehen und darauf reagieren zu können. Andere Überlegungen könnten sein, sich in der Nähe von Universitäten anzusiedeln, um auf wissenschaftlicher Ebene zu kooperieren, oder wenn ein neues Produktionswerk eröffnet wird. Auch dann folgt früher oder später die Entwicklung.

VDI nachrichten: Macht es den Job einfacher, wenn man die Mitarbeiter vor Ort hat, die sich mit der Mentalität auskennen?

Gresch: Eindeutig ja. Ab einer gewissen Geschäftsgröße in einem bestimmten Land braucht man dort auch Ingenieure. Das kann fertigungsbegleitend sein. Ab einem bestimmten Punkt kommt dann zwangsläufig die Produktentwicklung hinzu.

VDI nachrichten: Wie ist die Produktentwicklung bei Tyco Electronics organisiert?

Gresch: Für die Basis wird zentral entwickelt, an Applikationen arbeiten die Ingenieure der jeweiligen Region.

VDI nachrichten: Wie nutzen Sie die landestypischen Stärken Ihrer Ingenieure, wie gleichen Sie Schwächen aus?

Gresch: Neue Mitarbeiter kennen weder die Firma noch deren Produkte. Deshalb trainieren wir neue Ingenieure in beide Richtungen. Wir holen sie an einen unserer zentralen Entwicklungsstandorte und bilden sie hier aus. Anschließend arbeiten sie in Projekten mit. Diese Einarbeitungszeit kann bis zu einem Jahr dauern. Umgekehrt schicken wir erfahrene Ingenieure in diese Region, um dort Aufbau- und Anlaufhilfe zu geben.

VDI nachrichten: Welches sind länderspezifische Stärken und Schwächen von Ingenieuren?

Gresch: Inder sind aufgrund ihrer guten Universitäten sprachlich und mathematisch hervorragend ausgebildet. Sie arbeiten hart für ihr Fortkommen. Deutsche Ingenieure sind begeistert von der Technik und leicht für innovative Technologien zu begeistern. Brasilianische Ingenieure haben Fachwissen beim Thema Biogas, das dort eine große Rolle spielt.

VDI nachrichten: Packen die einzelnen Ingenieurnationalitäten ihre Aufgaben auch unterschiedlich an?

Gresch: Das ist so. Ein deutscher Ingenieur arbeitet mehr nach dem Top-Down-Prinzip. Er verschafft sich zunächst einen Überblick und fängt dann mit seinem Projekt an. Amerikaner neigen dazu, sehr schnell in Details abzutauchen. Chinesen gehen ihre Aufgaben sehr intuitiv an, machen sofort, probieren aus. Es mag sein, dass sie vielleicht etwas weniger wissensbasiert entwickeln, dafür mit sehr viel Antrieb.

VDI nachrichten: Entwickeln Sie den idealen Ingenieur-Prototypen.

Gresch: Amerikaner können sich und ihre Produkte gut verkaufen. Der Deutsche hat ein tieferes Grundwissen. Was den Arbeitseinsatz betrifft, sind Asiaten sehr eifrig und wissbegierig. Sie haben zudem die Gabe, unbefangen an Themen heranzugehen.

VDI nachrichten: Ist unsere Arbeitswelt wirklich global?

Gresch: Wir nähern uns der Globalisierung in Riesenschritten. Globalisierung bedeutet mehr Koordinationsaufwand. Nehmen Sie Meetings, an denen Amerikaner, Europäer und Asiaten teilnehmen: Die einen müssen sehr früh aufstehen, während die anderen lange aufbleiben müssen. Gerade für die Asiaten ist durch die Zeitverschiebung das globale Geschäft hart. Globalisierung bedeutet, dass Ingenieure in den Ländern ihr Lebensmodell der Zentrale anpassen müssen. PETER ILG

Ein Beitrag von:

  • Peter Ilg

    Peter Ilg ist freier Journalist und verfasst Texte über Arbeitsmarkt und Berufe, Mobilität und Fahrberichte, Wirtschaft und Märkte.

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