Management

Führungsstile zu national geprägt

Eine internationale Studie der Unternehmenberatung Watson Wyatt bescheinigt deutschen Managern einen erheblichen Nachholbedarf, wenn es um die Globalisierung der Märkte geht. Mit Fusionen entwickeln sich nicht automatisch auch globale Denkweisen.

Großfusionen und strategische Allianzen gelten gemeinhin als Vorboten einer neuen, globalisierten Wirtschaft. Es scheint, als habe die Wirtschaft – im Gegensatz zur Politik – Ländergrenzen längst überwunden. Selbst milliardenschwere Elefantenhochzeiten verlaufen nach außen hin völlig mühelos. Die Beteiligten vermitteln dabei stets den Eindruck, als wachse nur zusammen, was zusammengehöre. Nationale Unterschiede in den Unternehmenskulturen werden meist heruntergespielt.
Tatsächlich aber gibt es von Land zu Land nach wie vor große Unterschiede in der Führungskultur – das offenbart die kürzlich erschienene Studie „Global Management Survey 98“. Im Auftrag der Unternehmensberatung Watson Wyatt wurden 2300 Führungskräfte weltweit zu ihren Zielen und Werten befragt. Das Ergebnis: Globalisierung der Märkte bedeutet nicht zwangsläufig auch eine Globalisierung der Werte.
Schon bei der Einschätzung der Globalisierung offenbaren sich Differenzen: Während rund 40 % aller europäischen Führungskräfte die Globalisierung der Märkte für die zur Zeit wichtigste Veränderungskraft halten, teilen nur 25 % der amerikanischen Manager diese Auffassung. Auch die Zukunftsaussichten werden unterschiedlich beurteilt: Deutsche Führungskräfte erwarten, daß der Umsatzanteil des internationalen Geschäfts in fünf Jahren ungefähr 50 % erreicht haben wird. US-Unternehmen stellen sich hingegen nur auf ein Drittel internationale Kunden ein.
Auch über den Führungsstil besteht nur oberflächlicher Konsens: In Zeiten der Betonung von „weichen“ Faktoren im Management überrascht es nicht, daß 94 % der Führungskräfte die Kommunikation mit den Angestellten für „sehr wichtig“ halten. Wie diese Kommunikation im einzelnen ablaufen soll, ist dagegen strittig. Amerikanische Führungskräfte lehnen eine aktive Mitbestimmung der Angestellten mehrheitlich ab, aber 60 % der deutschen Manager halten Mitspracherechte für wichtig. Selbst innerhalb Europas sind die Vorstellungen über den Umgang mit den Mitarbeitern gespalten. So gab keiner der 58 befragten französischen Führungskräfte an, daß er die kommunikativen Fähigkeiten eines Managers für wichtig hält. Immerhin 16 % der europäischen Kollegen waren hier anderer Ansicht.
Im Bereich des Personalmanagements nennen die Manager leistungsorientierte Vergütung und Personal- bzw. Führungskräfteentwicklung als gegenwärtige Hauptziele. Aber auch hier offenbaren sich nationale Unterschiede: Fast die Hälfte der US-Führungskräfte sind der Meinung, daß Mitarbeiter zum größten Teil selbst für ihre Weiterbildung verantwortlich sind. Diese Ansicht wird nur von 18 % der Führungskräfte anderer Länder geteilt.
Beim Ziel unternehmerischer Tätigkeit gibt es weltweit Übereinstimmung. Neben den traditionellen Maßstäben unternehmerischen Erfolgs – Umsatz und Gewinn – spielt Kundenorientierung eine immer größere Rolle fast alle Führungskräfte geben an, ihre geschäftliche Bilanz in Zukunft auch an der Kundenzufriedenheit auszurichten. Doch zwischen Absichtserklärung und Umsetzung gibt es noch Diskrepanzen, besonders in Deutschland: Nur jeder vierte Manager ist der Ansicht, daß die Konzentration auf den Kundendienst sehr wichtig für den Unternehmenserfolg ist. Auch andere Vorurteile werden bestätigt: 22 % der deutschen Manager halten das Eingehen von Risiken für nebensächlich, und der vielbeschworene Shareholder Value scheint den Führungskräften hierzulande genauso wenig am Herzen zu liegen – schließlich gibt nur jeder Zehnte an, der Aktienkurs spiegele den Erfolg eines Unternehmens wider.
Auch an der Anpassungsfähigkeit des deutschen Managements kommen mitunter Zweifel auf: Jede fünfte Führungskraft gibt zu, Schwierigkeiten mit technologischen Veränderungen zu haben. Zum Vergleich: In Schweden stimmten dieser Aussage nur 1 % der Befragten zu. Der deutsche Manager tritt in der gesamten Studie hauptsächlich als Bedenkenträger auf: Wann immer Schwierigkeiten angesprochen werden, stehen deutsche Manager im europäischen Vergleich auf Platz 1. Das zeigt sich besonders beim Thema Globalisierung: Fast ein Drittel der Führungskräfte hierzulande sieht im internationalen Wettbewerb eine „sehr bedeutende“ Gefahr für die eigene Marktposition. In anderen Ländern wird die Globalisierung eher als Chance verstanden so teilen nur 10 % der US-Manager die Ängste der deutschen Kollegen.
Im Gegensatz zu den Ergebnissen früherer Studien hat sich die generelle Einstellung zu geschäftlichen Mißerfolgen verändert. Ausbleibende Veränderungen werden heute mehrheitlich auf eine falsche „Organisations-Kultur“ zurückgeführt. Zum Vergleich: Ende der 80er Jahre galt unter Managern noch der „Widerstand der Angestellten“ als größte Hürde. Auch hier zeige sich, so die Verfasser der Studie, ein gewachsenes Verständnis für die Bedeutung von Werten und Zielen, wenn es um den Unternehmenserfolg geht.
CONSTANTIN GILLIES

Von Constantin Gillies

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