Management

Frischer Wind bei Xerox

Noch vor Jahresende soll der Konzern trotz der zur Zeit unkalkulier- baren Situation wieder die Gewinnzone erreichen.

Anne Mulcahy ist eine von nur fünf Frauen, die große US-Unternehmen leiten. Und sie hat von allen den wohl schwersten Job. Xerox steckt in einer tiefen Krise. Kaum ein anderer Konzern ist im vergangenen Jahr so schlimm in Schieflage geraten wie der Kopierer-Gigant. Die zierliche 48-Jährige muss das Ruder des verschlafenen Konzerns herumreißen. Viel Zeit hat sie dafür nicht. Xerox schreibt seit dem dritten Quartal 2000 Verluste, zum ersten Mal in der 16-jährigen Geschichte der berühmten Marke. Mulcahy muss nun ausbaden, dass Xerox den Übergang ins Internetzeitalter verschlafen hat.

Ihre Ernennung zur Vorstandschefin kam nicht überraschend. Mulcahy wurde bereits 14 Monate zuvor zur neuen Präsidentin und zum Vorstandsmitglied für das operative Geschäft berufen. Seitdem war klar, dass sie den Chefposten ergattern wird, wenn sie es schafft, das krisengeschüttelte Unternehmen umzukrempeln. „Diese Bedingung ist eindeutig erfüllt“, erklärt ihr Vorgänger Paul Allaire. Als Mulcahy vor 15 Monaten ans Ruder kam, waren die Kosten des Konzerns außer Kontrolle, fähige Manager verließen die Firma wie ein sinkendes Schiff. Die Cash-Reserven sanken so tief, dass man schon über den Konkurs von Xerox spekulierte. Doch Mulcahy setzte einen eisernen Sparkurs durch. Unter ihrer Leitung hat das Unternehmen die Kosten deutlich gesenkt. Ihr Ziel, 700 Mio. Dollar bis Ende dieses Jahres einzusparen, hat sie nach eigenen Angaben bereits fast komplett erfüllt. Um die Liquidität zu sichern, ging sie eine Kooperation mit dem Finanzhaus von General Electric ein. Bereiche, die nicht zum Kerngeschäft gehören, wurden abgestoßen. Sie hat fast 9000 Mitarbeiter entlassen. Als sie den Top-Chefsessel einnahm, stieg der Wert der Aktie um 5 %. Die meisten Analysten schätzen, dass ihr die Umstrukturierung von Xerox gelingen wird. Mulcahy will aber nicht nur sparen. Ihr Ziel ist es, den Kopierriesen – wenn auch reichlich verspätet – ins Internetzeitalter zu katapultieren. Mit neuen Produkten und Systemlösungen aus dem legendären Entwicklungslabor von Xerox, wo die Maus und der Laserdrucker erfunden wurden. „Sie hat viel Erfahrung und sie kennt die Leute im Unternehmen“, schätzt der ehemalige Xerox-Manager Barry Rand ihre Vorzüge ein. „Ich höre von allen, dass sie der Rolle gewachsen ist“. Nur wenige Analysten äußern Zweifel daran, ob ein hauseigenes Gewächs wie Mulcahy den Konzern wirklich umkrempeln kann. Die neue Chefin weiß, in welcher prekären Lage sie und die Firma sich befinden. „Wir sind von einem mächtigen Sturm getroffen, der uns fast überwältigt hat“, sagt sie. Und sie gibt auch zu, dass viele Xerox – Probleme hausgemacht sind. Dennoch verspricht sie, den Konzern noch vor Jahresende wieder in die Gewinnzone zu bringen. Ein hoch gestecktes Ziel in einer Konjunkturflaute, die jeden Augenblick in eine Rezession umschlagen könnte.

Mulcahy ist erst die fünfte Frau, die eine Topmanagerposten in den USA innehält. Neben ihr gibt es noch Andrea Jung von Avon, Marion Sandler vom Finanzhaus Golden West Financial und Cindy Hallman von der Zeitarbeitsfirma Sphericon. Ein direktes Duell der Superweiber liefert sich Mulcahy allerdings nur mit Carly Fiorina, der Chefin von Hewlett Packard. Als Chefinnen von konkurrierenden Firmen sind sie sich spinnefeind. Dabei sehen sie sich zum Verwechseln ähnlich. Beide sind schlank, attraktiv und tragen kurze blonde Haare. Ihre Auffassungen sind allerdings verschieden. Mulcahy lässt keine Gelegenheit aus, die Unterschiede zu betonen. Als Fiorina vor zwei Jahren mit der Aussage zitiert wurde, es gäbe längst „keine gläsernen Decken mehr“, die Frauen den Aufstieg versperren, nur weil sie Frauen sind, schrieb Mulcahy einen bösen Brief. „Natürlich gibt es eine gläserne Decke, unter der die meisten Frauen auf dem Weg nach oben stecken bleiben.“ Dennoch gibt sie an, sich „unter all den Männern immer wohl gefühlt zu haben“. Bereits als Kind lernte sie, sich in einem von Männern dominiertem Umfeld durchzusetzen. In Rockville Centre im Bundesstaat New York wuchs sie als einziges Mädchen unter drei Brüdern auf. „Sie ließ nicht zu, dass wir sie ausschlossen“, erinnert sich ihr ältester Bruder, „noch nicht einmal beim Basketball.“

Mulcahy studierte Mathematik und Journalismus. Eine kurze Zeit schrieb sie für die Frauenzeitschrift Cosmopolitan, dann wechselte sie für zwei Jahre zur Chase Manhattan Bank. 1974 ging sie zu Xerox. „Ich habe das nie als Lebensstellung begriffen“, hat sie einmal gesagt. Dennoch blieb sie bis heute – 25 Jahre lang. „Jedes Mal, wenn ich versucht war zu gehen, haben sie etwas Interessantes für mich gefunden“, ist ihre Erklärung dafür. Sie fing als Kopiererverkäuferin an. Dann wurde sie Verkaufsleiterin, Marketingmanagerin und schließlich Personalchefin. Zwischendurch brachte sie zwei Söhne auf die Welt und saß jedes Mal wenige Wochen später wieder an ihrem Schreibtisch. Mulcahy gilt als Arbeitstier. „Wenn ich in meinem Lebenslauf Hobbys angeben soll, erfinde ich eben welche“, sagt sie. S. WÄTJEN

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