Personalmanagement

Frauen: Mit der Gleichstellung allein ist es nicht getan

Mit Macht drängen Frauen ins Erwerbsleben. Ob Unternehmen auch familienfreundlich sind, ist kaum bekannt. Mit dem Audit „Beruf und Familie“ will die Hertie-Stiftung, nach amerikanischem Muster, für Durchblick sorgen.

Das Modell vom Allein-Ernährer hat ausgedient. Immer mehr gut ausgebildete Frauen und Mütter sehen ihren Job nicht nur in der Familie, sie wollen auch Karriere machen. Firmen, die das Familienglück ihrer Mitarbeiter fördern, gewinnen an Image und Produktivität.
Der Trend zur Doppelkarriere stellt gänzlich andere Anforderungen an Betriebe und Organisationen als bei der überkommenen familiären Arbeitsteilung zwischen der Nur-Hausfrau und dem Alleinverdiener. Großunternehmen wie DaimlerChrysler, BMW, Siemens und die Deutsche Telekom haben bereits personalpolitische Programme zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie entwickelt.
So gibt es allein innerhalb des DaimlerChrysler-Konzerns heute weit über hundert verschiedene, teilweise individuell zugeschnittene Arbeitszeitmodelle. Außerdem unterstützen viele Großunternehmen ihre Mitarbeiter bei der Kinderbetreuung und bieten spezielle Wiedereinstiegsprogramme nach familienbedingten Unterbrechungen der Berufstätigkeit an.
„Von der Möglichkeit, Familie und Beruf vereinbaren zu können, profitieren sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmerinnen“, betont Marianne Tümpen, Leiterin Personalstrategie, Innovationsförderung im Bereich der Personalpolitik bei der DaimlerChrysler AG in Stuttgart. „Aus Sicht der Unternehmen wäre ein Verzicht auf Leistungsträgerinnen, die aus Erziehungsgründen gezwungen sind, ihren Beruf für einen längeren Zeitraum oder gar vollständig aufzugeben, schlicht ein betriebswirtschaftlicher Verlust. Dies gilt insbesondere für die häufig betroffene Schicht der hochqualifizierten und hochmotivierten weiblichen Mitarbeiter, die in einigen Berufsgruppen mehr als die Hälfte des Ressourcenpotentials stellen.“
Daß Familienfreundlichkeit sich für die Firmen auszahlt, zeigt der Blick über den großen Teich. Dort wetteifern die Top-Unternehmen alljährlich um einen guten Platz im „Family Friendly Index“. Das 1991 vom Families & Work Institute in New York entwickelte Ranking beruht auf einer Untersuchung und Bewertung von 188 Großunternehmen aus der Fortune-1000-Liste und gibt an, wie familienbewußt ein Unternehmen handelt.
Mittlerweile beteiligen sich weit über 1000 Organisationen und Betriebe an dem Ranking, das einmal pro Jahr in der Zeitschrift „Working Mother“ veröffentlicht wird und sogar Aktienkurse bewegen soll. Eine geringere Fluktuation (80 %), Vorteile bei der Personalrekrutierung (60 %) und eine verbesserte Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter (56 %) seien die wesentlichen Gründe für familienfreundliche Initiativen der Arbeitgeber, fand das Families&Work Institute heraus. Familienfreundliche Arbeitsbedingungen im Kampf um hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte dürften künftig auch hierzulande an Bedeutung gewinnen.
Ein deutsches Gegenstück zum Family-Friendly-Index gibt es jedenfalls schon. Mit dem Audit „Beruf & Familie“ entwickelte die gemeinnützige Hertie-Stiftung in Frankfurt ein personalpolitisches Controlling-Instrument für familienorientierte Maßnahmen im Betrieb. Der im Rahmen einer dreijährigen Pilotphase in rund 30 Firmen und Organisationen entwickelte Kriterienkatalog bewertet die Familienorientierung des Unternehmens in verschiedenen Handlungsfeldern wie Arbeitszeit, Arbeitsabläufe, Service für Familien, Personalentwicklung und Führung.
Der dazugehörige Leitfaden „Mit Familie zum Unternehmenserfolg“ gibt zudem Aufschluß über Kosten und Nutzen entsprechender Aktivitäten: Was kosten flexible Arbeitszeiten, Jobsharing, Kinderbetreuung und mobile Büros mit Telearbeit zu Hause ? Und was bringen sie unter dem Strich ein ?
Eine höhere Motivation und Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten, weniger Streß und eine niedrigere Fluktuations- und Krankheitsquote seien in jedem Fall wesentliche Vorteile einer familienorientierten Personalpolitik, betont Projektleiter Arthur Wollert: „Die Wettbewerbsfähigkeit hängt schließlich in hohem Maße von der Leistungsfähigkeit und -bereitschaft der Beschäftigten ab. Nur eine Personalpolitik, die Kompromisse zwischen der Familie und dem beruflichen Engagement ermöglicht, kann dieses Potential voll ausschöpfen.“ Nach erfolgreichem Abschluß der Pilotphase erhielten die Teilnehmer unlängst ein auf drei Jahre befristetes „Grundzertifikat“, welches das Image heben und Vorteile bei der Personalrekrutierung bieten soll.
Total E-Quality e.V. heißt, beziehungsreich, eine ähnliche Initiative, die sich die Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern im Beruf auf die Fahnen geschrieben hat. Zu den Gründungsmitgliedern zählen neben Unternehmen und Behörden auch Vertreter der Tarifparteien und zwei Bundesministerien. Ziel sei die Verknüpfung der Strategien von Total Quality Management (TQM) und Chancengleichheit, um eine Verbindung zwischen der betrieblichen Personalarbeit und dem Qualitiäts-Management zu schaffen, erläutert Vorstandsvorsitzende Eva-Maria Roer, mittelständische Unternehmerin der DT-Bad Kissingen Technische Vertriebs GmbH.
TQM lasse sich nur effektiv nutzen, wenn tatsächlich alle Mitarbeiter einbezogen seien, ist die Unternehmerin aus Unterfranken überzeugt: „Langfristig werden es sich Unternehmen, die im Wettbewerb bestehen wollen, nicht leisten können, auf die besonderen Eigenschaften, die Frauen in die Qualität der Unternehmen einbringen können, zu verzichten.“
Frauenförderung allein reiche allerdings nicht aus, um Arbeitsbedingungen zu schaffen, die den ganzheitlichen Lebensentwürfen vor allem der jüngeren Generation gerecht werden, gibt Marianne Tümpen von DaimlerChrysler zu bedenken: „Eine Gleichstellung der Frau im Berufsleben ist vielfach ohne ein stärkeres Engagement der Männer im familiären Bereich nicht oder nur beschränkt möglich. Deshalb sollten Maßnahmen, die allgemein unter Frauenförderung subsumiert werden, ebenso den Männern die Möglichkeit geben, mehr Zeit innerhalb der Familie verbringen zu können.“
Bisher würden Teilzeitregelungen bei DaimlerChrysler überwiegend von Frauen wahrgenommen, räumt die Personalstrategien ein. Gut 80 % der Teilzeitkräfte im Konzern seien weiblich. Für den Erziehungsurlaub entscheiden sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mehr als 95 % der Mütter, aber nur knapp 2 % der Väter.
Männer steckten in einem „unsichtbaren Dilemma“, beobachtet der New Yorker Männerforscher James A. Levine. Obwohl sie eine intensive Beziehung zu ihren Kindern wollten, redeten Väter im Gegensatz zu Müttern kaum über die Doppelbelastung zwischen Kind und Karriere. Aus Angst, bei ihren Chefs als nicht voll einsetzbar zu gelten, lehnten die meisten auch Teilzeitarbeit oder Kinderpausen ab: Aus Ehrgeiz, aber auch aus falsch verstandener Männlichkeit.
LINDA HILMER
Es muß nicht gleich ein betriebseigener Kindergarten sein, wenn sich ein Unternehmen als familienfreundlicher Betrieb profilieren will.

Von Linda Hilmer

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