Management

Finanzkrise kurbelt Fusionsgeschäft an

Nach Rekordjahren im Investment Banking ist die Euphorie in den Bankmetropolen der Ernüchterung gewichen. Noch ist das Ausmaß der Auswirkungen der Finanzkrise nicht abzuschätzen. Aber, wie Michael Schmidt von Close Brothers im folgenden Beitrag schreibt, wurden die M&A-Aktivitäten im Finanzdienstleistungssektor deutlich angekurbelt.

Die Ursprünge der Ereignisse reichen bis 2001 zurück. In Folge der geplatzten Internetblase an den Aktienmärkten und den Terroranschlägen des 11. September betrieben Notenbanken weltweit eine expansive Geldpolitik. Die historisch niedrigen Zinsen nährten die Konsumlust der Verbraucher und bescherten den Finanzmärkten Liquidität in nicht gekannten Höhen. In Folge erlebten die USA, aber auch europäische Länder, wie Großbritannien und Spanien, einen Immobilienboom. Durch die Liquiditätsschwemme schwand auch die Risikoaversion der Finanzinstitute und so wurden vielfach Kredite zu ungeahnt niedrigen Konditionen an Hauskäufer minderer Bonität vergeben.

Im Zuge steigender Baufinanzierungsvolumina und dem Streben vieler Banken, hohe Eigenkapitalrenditen zu erzielen, setzten sie zunehmend auf das Instrument handelbarer Kreditforderungen. Bei diesen sogenannten Verbriefungen werden Zins- und Tilgungsforderungen an andere Marktteilnehmer verkauft. Dadurch war es Finanzinstituten möglich, immer höhere Kreditvolumina bei konstanter Eigenkapitalbasis auszugeben und ihre Eigenkapitalrendite in die Höhe zu treiben.

Mitte 2004 führten steigende Zinsen zu einer sich abschwächenden Immobiliennachfrage. Aufgrund der in den USA zum Großteil variabel finanzierten Hypothekendarlehen, konnten zudem die ersten Immobilienkäufer ihren Verpflichtungen (Tilgungen plus Zinszahlungen) nicht mehr nachkommen.

2006 waren die ersten größeren Kreditausfälle zu verzeichnen. Eine weiterhin positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung und inflationäre Tendenzen durch stark steigende Rohstoffpreise resultierten in einer zunehmend restriktiven Geldmarktpolitik mit steigenden Leitzinsen.

Die Kreditausfälle nahmen weiter zu, Hauspreise sanken aufgrund von Notverkäufen und einer zurückgehenden Bautätigkeit weiter und das Misstrauen der Marktteilnehmer untereinander stieg stark an. Kreditverbriefungen waren kaum mehr möglich, und Banken mussten die Ausfälle selbst schultern. Die resultierenden Abschreibungen und Wertberichtigungen schmälerten zunehmend die Eigenkapitaldecke der Institute.

Aufgrund der starken Verflechtung der internationalen Finanzmärkte wurden die verbrieften US-Kredite global platziert. Dies erklärt auch die Turbulenzen bei Finanzinstituten weltweit, die auf den ersten Blick gar keine Kredite an US-amerikanische Hauskäufer vergeben hatten.

Bis heute mussten fast alle internationalen Banken Abschreibungen vornehmen. Die Milliardenabschreibungen führten zu spektakulären Rettungsaktionen durch Notenbanken und Regierungen, aber auch zu Notübernahmen und Konkursen. Der M&A Markt im Finanzdienstleistungssektor wurde damit stark angekurbelt.

Aufgrund aktueller Schätzungen über die Summe der weltweiten Ausfälle im Zusammenhang mit der Subprimekrise über 1,1 Billionen €, wovon lediglich nur gut die Hälfte bereits abgeschrieben wurden, sind weitere staatliche Beteiligungen und Rettungsaktionen für den Finanzdienstleistungssektor nicht ausgeschlossen.

Mittel- bis langfristig sind weitere Konsolidierungen privater Banken wie auch Zusammenschlüsse auf Landesbankenebene zu erwarten. Spannend wird zu verfolgen sein, ob und wann die Beteiligungen von Notenbanken und Regierungen wieder veräußert werden. Dies könnte die Gegenbewegung zur aktuellen Welle der M&A-Transaktionen im Finanzdienstleistungssektor werden. MICHAEL SCHMIDT

Von Michael Schmidt

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