Management

Familienbetriebe setzen auf Technologieführerschaft  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 11. 1. 08, sta – Knapp 70 % der deutschen Familienunternehmen erwarten in den kommenden Monaten ein Auftragsplus. Fast 80 % wollen expandieren. Dabei vertraut die Mehrheit auf die eigene technische Leistungsfähigkeit. Weltweit setzen nur 9 % der Unternehmen auf Wettbewerbsvorteile durch innovative Technik. Ergebnisse einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Die große Mehrheit der deutschen Familienunternehmen geht optimistisch in das neue Jahr. Wie aus der Studie „Familienunternehmen 2008“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervorgeht, erwarten sieben von zehn Unternehmen eine steigende Nachfrage für die kommenden Monate. Für die Studie befragte PwC weltweit 1454 Familienunternehmen, davon 103 aus Deutschland.

Knapp vier von fünf deutschen Familienunternehmen (78 %) verfolgen nach eigenen Angaben eine Expansionsstrategie, während 18 % eine Konsolidierung anstreben. Gleichzeitig haben knapp 50 % der Familienunternehmen ihre Investitionen im Jahr vor der Befragung (2006) gesteigert, und rund 80 % berichteten über eine höhere Nachfrage.

Der weitaus wichtigste Erfolgsfaktor im Wettbewerb ist nach Ansicht der befragten Unternehmen die technische Leistungsfähigkeit (42 % der Nennungen). Damit heben sich deutsche Familienunternehmen deutlich von den im Ausland ansässigen Unternehmen ab. Weltweit setzen nur 9 % der Unternehmen auf Wettbewerbsvorteile durch innovative Technik. Die überdurchschnittlich starke Technologieorientierung deutscher Familienunternehmen zeigt sich auch bei den Investitionsvorhaben. So wollen 56 % der inländischen Unternehmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in Forschung und Entwicklung investieren, aber nur 42 % der Familienunternehmen im Ausland.

Die Studie zeigt zudem, dass deutsche Familienunternehmen die Herausforderungen der Zukunft deutlich anders beurteilen als Unternehmen im Ausland. Während der Anstieg der Rohstoffpreise hierzulande 61 % der Familienunternehmen beschäftigt, halten diesen Aspekt im europäischen Ausland nur 26 % und weltweit sogar nur 23 % der Familienunternehmen für besonders problematisch.

Über den stark diskutierten Fachkräftemangel machen sich nur 26 % der deutschen Unternehmen Sorgen, jedoch 37 % der Familienunternehmen in Europa und 42 % der Befragten weltweit. Möglicherweise ist dieser Unterschied aber auch dadurch zu erklären, dass sich die Familienunternehmen im Inland bereits auf die demographische Herausforderung eingestellt haben. So wollen knapp 70 % der deutschen Familienunternehmen in Aus- und Weiterbildung investieren. Damit hat das Personalwesen Vorrang vor allen anderen Investitionsbereichen.

In jedem vierten deutschen Familienunternehmen steht in den kommenden fünf Jahren ein Eigentümerwechsel an. Dabei streben über 70 % eine familieninterne Nachfolge an, gut die Hälfte kann sich aber auch eine externe Lösung vorstellen. So ist der Verkauf an das Management (23 %) oder ein anderes Unternehmen (20 %) für rund jeden fünften Befragten eine Option, die Veräußerung an Private-Equity-Investoren ziehen demgegenüber nur 13 % der Familienunternehmer in Betracht.

Um die Technologieführerschaft auch weiterhin aufrecht zu erhalten, sollte der Staat nach Ansicht der Familienunternehmen für eine engere Vernetzung von Industrie und Wissenschaft sorgen (79 %) sowie die Unternehmen bei der Ausbildung und Personalentwicklung stärker unterstützen (44 %).

Auch wenn die befragten Familienunternehmen Finanzierungsprobleme nicht mehr zu den größten Herausforderungen zählen, würden doch immerhin knapp 60 % eine Regierungsinitiative für einen erleichterten Zugang zu den Kapitalmärkten begrüßen. Gut die Hälfte der Befragten hält zudem Erleichterungen bei der Bereitstellung von Risikokapital für wichtig. sta

Von Stefan Asche

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