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Die Wirtschaft wächst weltweit zusammen, doch die Karrieren von Top-Managern in Groß-Unternehmen verlaufen oft noch nach nationalen oder firmenspezifischen Mustern.

Die Globalisierung verändert das Gesicht der Welt. Der Einfluß der Nationalstaaten schwindet, die Macht der Manager wächst. An der Spitze der weltweit operierenden Unternehmen werden künftig, so Rosabeth Moss Kanter, Professorin für Business Administration an der Harvard Universität, globale Eliten stehen, die kosmopolitisch geprägt und durch gemeinsame Interessen und Wertvorstellungen miteinander verbunden sein werden. Auf diese Verschmelzung der Wirtschafts-Eliten folge eine Verschmelzung der Kulturen – weltweit.
Moss Kanter beschreibt eine Vision. Doch wie international ausgerichtet sind die Spitzenmanager tatsächlich? Der Management-Forscher Michael Hartmann von der Universität Paderborn hat den Karriereverlauf der Vorstandsvorsitzenden der 100 größten deutschen, französischen, britischen und US-amerikanischen Unternehmen untersucht. Sein Fazit ist ernüchternd: Die Vorstandsvorsitzenden in Deutschland, die Président-Directeur-Général (PDG) in Frankreich, die Chairmen in Großbritan– nien und die Chief Executive Offier (CEO) in den USA haben überwiegend national geprägte Karrieren durchlaufen.
Hartmann hat die Wirtschaftspresse ausgewertet, in Doktorarbeiten die Lebensläufe analysiert und einschlägige Nachschlagewerke befragt. Dabei ist ein Bild entstanden, das den Werdegang der Top-Manager auf dem Stand Mitte der 90er Jahre aufzeigt. Da sich jedoch an der Spitze der von ihm untersuchten Großunternehmen nicht viel verändert habe, so Hartmann, seien die Ergebnisse in der Tendenz auch heute noch gültig.
Der Anteil der Ausländer unter den Chefs der 100 größten Firmen ist in allen Ländern eher gering. Top-Manager aus dem Ausland, die es bis an die Spitze geschafft haben, kommen oft noch aus einem Land, das dem gleichen Kulturkreis zuzurechnen ist, dem auch das Unternehmen angehört. Ein Beispiel: Der Österreicher Ferdinand Piëch an der Spitze von VW.
Aber auch um die internationale Ausrichtung einheimischer Spitzen-Manager, ablesbar an Auslandsaufenthalten im Studium oder später im Job, ist es nicht zum besten bestellt. „Sie bewegt sich auf einem niedrigen Niveau“, wie Hartmann herausgefunden hat.
Dabei fällt auf: Besonders gering sind die Auslandserfahrungen von US-Führungskräften. Offensichtlich, so Management-Forscher Hartmann, scheint es für Spitzenkarrieren in großen US-Unternehmen „weitgehend überflüssig“ zu sein, internationale Erfahrungen gesammelt zu haben. Den Amerikanern am nächsten kommen die französischen PDG. Auch sie verfügen über relativ geringe Auslandserfahrung, die sie zudem meist im Studium oder bei kürzeren Aufenthalten von bis zu einem Jahr gemacht haben.
Anders bei britischen und deutschen Top-Managern. Sie haben mehr von der Welt gesehen, vor allem sind sie über längere Zeit im Ausland gewesen. Allerdings: Auch für Vorstandsvorsitzende in diesen beiden Ländern sei es typisch, so Hartmann, daß sie ihre Karrierestationen im Ausland in jenen Unternehmen absolviert hätten, in denen sie später auch an die Spitze gelangt sind.
Ein auf den ersten Blick anderes Bild ergibt sich bei den Tochtergesellschaften ausländischer Großkonzerne, zum Beispiel General Motors, Ford, Exxon, IBM, Shell, Bayer oder Hoechst. Hier sind Ausländer häufiger auf Vorstandsposten der Töchter zu finden, einheimische Top-Manager verfügen über deutlich längere Erfahrung im Ausland.
Doch der Eindruck der Internationalität im Top-Management, den die Tochtergesellschaften multinationaler Konzerne auf den ersten Blick vermitteln, täusche, glaubt Management-Forscher Hartmann. „Wenn in Frankreich ein Deutscher Bayer en France leitet, ein Niederländer Philips France und in Deutschland ein US-Amerikaner Opel, so zeigt das nur, wie dominant die nationalen Karrierepfade sind.“
Noch immer verlaufen Karrieren von Spitzenmanagern in der Regel nach dem gleichen Schema: Die Manager haben das Unternehmen, dessen Tochtergesellschaft sie leiten, während ihrer gesamten Karriere nie verlassen, Auslandsaufenthalte werden im Mutterkonzern in dessen Stammland absolviert. Führungskräfte mit solchen Karrieremustern seien nicht wirklich international, sondern firmenspezifisch sozialisiert, resümiert Hartmann.
Ein Grund für diese stark national geprägten Karrierewege seien unterschiedliche Hochschulabschlüsse. Franzosen und Engländer bevorzugen Absolventen ihrer Elite-Hochschulen, in den USA zählt das Diplom einer der renommierten Business Schools oder des Massachusetts Institute of Technology, in Deutsch—land reicht meist ein normaler Hochschulabschluß.
H. STEIGER
Management-Forscher Hartmann: Von einer kosmopolitischen Wirtschafts-Elite noch weit entfernt.
Joachim Milberg, Vorstandsvorsitzender von BMW, hat seine Erfahrungen in Deutschland gesammelt.
Rolf Kunisch, Chef von Beiersdorf, war in den USA und in den Niederlanden.
Jürgen Schrempp, Vorstandschef von DaimlerChrysler, gehört zu den Managern mit der größten Auslandserfahrung.

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